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Angriff auf Kenianer bleibt ungesühnt

Freisprüche im Amtsgericht Brandenburg Angriff auf Kenianer bleibt ungesühnt

Wie das Hornberger Schießen endete das Strafverfahren gegen drei Albaner, die an dem Messerangriff gegen einen kenianischen Mitbewohner in der Asylbewerberunterkunft in Brandenburg an der Havel beteiligt gewesen sein sollen. Aufgeklärt wurde nichts. Das Amtsgericht entschied auf Freispruch. Der Haupttäter stand nicht vor Gericht. Er ist untergetaucht.

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Im Zweifel für die Angeklagten, wie nach der Messerstecherei im Asylbewerberheim.

Quelle: dpa

Brandenburg/H. Wie das Hornberger Schießen endete vor wenigen Tagen das Strafverfahren gegen drei Albaner, die an dem Messerangriff gegen einen kenianischen Mitbewohner in der Asylbewerberunterkunft in der Flämingstraße beteiligt gewesen sein sollen. Aufgeklärt wurde nichts. Alle drei jungen Männer erhielten im Amtsgericht Brandenburg einen Freispruch. Der Haupttäter stand nicht vor Gericht. Denn er ist untergetaucht.

Die Albaner im Alter von 21, 23 und 25 Jahren mussten sich vor Amtsrichterin Ellen Hofmann verantworten. Die Staatsanwaltschaft Potsdam warf ihnen gefährliche Körperverletzung vor, weil sie einen 18 Jahre alten Mitbewohner des Wohnheims in Nord gemeinschaftlich geschlagen und getreten haben sollen. Der gewaltsame Angriff geschah am 4. Oktober 2015 auf einem Flur des Heims.

Was an dem Abend genau gelaufen ist konnte auch der Gerichtsprozess nicht aufklären. Sicher ist nur, was als Ergebnis herauskam: Der 18-Jährige wurde mit Messerstichverletzungen ins städtische Klinikum gebracht und wurde dort in der Intensivstation versorgt.

Prozess kann Tatabend nicht rekonstruieren

Weil die Angeklagten, das Opfer und weitere Zeugen aus unterschiedlichen Ländern stammen, übersetzten im Gerichtssaal vier Dolmetscher die Aussagen. Schlauer war am Ende niemand. Die Angeklagten bestritten ihre Tatbeteiligung. Die Aussagen des Opfers und der mutmaßlichen Belastungszeugen überführten sie nicht.

Vermutlich war der Streit ausgebrochen, weil der Kenianer sich weigerte, Albanern im Heim Tabak und andere Genussmittel abzukaufen. Der mutmaßliche spätere Haupttäter soll den Schwarzafrikaner daraufhin am Schlafittchen gepackt und ihm dabei die Jacke zerrissen haben.

Streit, weil er sich weigerte Tabak zu kaufen

Möglicherweise lief der Kenianer daraufhin in sein Zimmer, er soll jedenfalls mit einem Messer bewaffnet auf den Flur zurückgekehrt sein, was dieser jedoch bestreitet. Jedenfalls stach am Ende jener Albaner zu, der anschließend untertauchte, sich womöglich nicht mehr in Deutschland befindet und der mit internationalem Haftbefehl gesucht wurde.

Inwieweit die drei Angeklagten sich daran beteiligten, zuzuschlagen oder zuzutreten, darüber ergab sich kein einheitliches Bild. Ein schwarzafrikanischer Zeuge, der das Trio bei der Polizei belastet hatte, erinnerte sich im Gericht angeblich an nichts mehr. Er war polizeilich vorgeführt worden. „Wegen Zahnschmerzen“ wollte er nicht zum Amtsgericht kommen.

Zeuge wollte plötzlich nichts mehr wissen

Weil die einzelnen Aussagen widersprüchlich und voller Ungereimtheiten blieben und die jeweiligen Tatbeiträge nicht nachzuweisen waren, beantragte selbst der Staatsanwalt für alle drei Angeklagte Freispruch – so wie die Verteidiger Jens Posern, Thomas Arndt und Mario Schink für ihre Mandanten. Den Anträgen folgte die Strafrichterin.

Was aus den drei Asylbewerbern und ihren Anträgen wird, entscheidet nicht das Strafgericht. Albaner haben in aller Regel schlechte Chancen, das Asylrecht zugesprochen zu bekommen.

Von Jürgen Lauterbach

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