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Brandenburg/Havel Kameruner Student wird in Bahn attackiert
Lokales Brandenburg/Havel Kameruner Student wird in Bahn attackiert
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11:18 19.01.2016
Am Hauptbahnhof war der Kameruner Student in die Straßenbahn gestiegen. Quelle: DPA
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Brandenburg/H

Ein Maschinenbau-Student der Fachhochschule Brandenburg (FHB) aus dem Kamerun ist nach Informationen der FHB am Sonntagabend in einer Straßenbahn beschimpft, angegangen und mit dem Tod bedroht worden. Die anderen Passagiere haben den Angaben zufolge nicht reagiert. Die Verkehrsbetriebe sichern nun die Filmaufnahmen aus der Bahn.

Der Verein Afrikanische Studenten & Wissenschaftler Brandenburg hat FHB-Präsidentin Burghilde Wieneke-Toutaoui am Montag über den Vorfall informiert, der sich am Sonntag in der Straßenbahnlinie 6 zugetragen haben soll. Der Vereinsvorsitzende Paty Fotio (29) schildert der MAZ, was geschehen ist. Der 23 Jahre alte Kameruner ist am Sonntagabend auf dem Heimweg von Berlin, als er um 20.13 Uhr am Hauptbahnhof in die Straßenbahn der Linie 6 in das hinterste Abteil einsteigt. Dort kommen zwei unbekannte Männer auf ihn zu, beschimpfen ihn mit schmutzigen Wörtern und wollen wissen, was er in Deutschland zu suchen habe.

Schlimmer Vorfall in der Bahn

Dann macht einer der beiden Fremden Anstalten, dem dunkelhäutigen Studenten zwei Finger in den Mund zu stecken. Der junge Mann bittet darum, in Ruhe gelassen zu werden. Die beiden Unbekannten drohen ihm, dass sie ihn „draußen ficken und dann töten werden“.

Bei nächster Gelegenheit wechselt der Student in den mittleren Teil der Bahn, die Fremden kommen hinterher und beginnen nun, ihr Opfer mit dem Smartphone zu filmen. Daraufhin geht der Kameruner ins vordere Abteil , wo die beiden Quälgeister ihn nun fotografieren.

Noch keine Anzeige erstattet

Nach Angaben des Brandenburger Studenten sind zur fraglichen Zeit zwar ungefähr 15 weitere Fahrgäste in der Straßenbahn. Doch niemand schreitet während der Auseinandersetzung ein oder ruft die Polizei. Der junge Mann überlegt sich, eine Station später als geplant auszusteigen, weil dann die Chancen steigen, dass er dort auf andere Studenten trift, die ihm notfalls beispringen können. Das ist nicht nötig, denn die beiden Fremden bleiben in der Bahn.

Bisher hat der bedrohte Student noch keine Strafanzeige gestellt. „Er ist mit den Nerven fertig und weiß nicht, was er tun soll“, berichtet Paty Fotio, demzufolge viele Studenten aus afrikanischen Staaten lieber in Berlin wohnen, weil sie sich dort sicherer fühlen.

Der Verkehrsbetriebe sind noch nicht offiziell über den Vorfall informiert. Rolf Nothnagel wird aber dafür sorgen, dass die Videoaufnahmen, die sonst nach 36 Stunden gelöscht würden, gesichert werden.

Von Jürgen Lauterbach

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