Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Angst vor der Schweinepest
Lokales Brandenburg/Havel Angst vor der Schweinepest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:40 27.02.2018
Verstärkt sollen die Jäger der Region – wie hier in Päwesin – Jagd auf Wildschweine machen. Sie übertragen die afrikanische Schweinepest Quelle: Foto: BÜR
Anzeige
Rietz

Die „Afrikanische Schweinepest“ war das dominierte Thema bei der Jahreshauptversammlung des Jagdverbandes Brandenburg/Havel am Wochenende in der Rietzer Gaststätte „Zum Seeblick“. Lange drehte sich die Diskussion der Waidmänner um die drohende Gefahr.

„Schweinepest wird kommen, nur der Zeitpunkt steht nicht fest“

Gäste vom Fach, wie der ehemalige Brandenburger Amtstierarzt Knut Große, der vor wenigen Wochen für die CDU in den Potsdamer Landtag gewechselt ist, seine Nachfolgerin im Veterinäramt Tanja Wüste sowie Torsten Fritz von der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark bestätigten noch einmal, was schon seit einigen Jahren bekannt ist: Die Afrikanische Schweinepest wird kommen, nur der Zeitpunkt steht nicht fest.

Keine Impfung möglich

In einem Fachvortrag fasste Johanna Nörenberg, Mitarbeiterin im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt der Stadt Brandenburg, die wichtigsten Fakten zusammen. „Gegen den Virus gibt es keine Impfung und das Krankheitsbild der infizierten Schweine kann sich ganz unterschiedlich zeigen. Die meisten Tiere verenden jedoch.“ Trotzdem ist klar: die Afrikanische Schweinepest ist nur für Wild- und Hausschweine gefährlich, Menschen und andere Tiere können sich nicht anstecken.

Katastrophal für die Tierproduktion

Katastrophal wäre ein Ausbruch der Krankheit dennoch, denn der Wirtschaftszweig der Schweinezucht, von den Ställen über die Logistik bis hin zum Angebot für den Endverbraucher im Supermarkt sowie der Export würden wohl schwer getroffen, wenn alle vorbereiteten Maßnahmen gegen die Seuche ergriffen werden müssten.

Bei der Jahreshauptversammlung in Rietz meldeten sich aber auch einige Jäger, die vor übertriebener Panikmache warnten. Manche Restaurants nähmen schon jetzt Wildschwein von der Speisekarte, obwohl gerade gegenwärtig die Aufforderung an die Jäger gelte, die Schwarzwildbestände in massivem Umfang zu reduzieren.

Alles Stellen gefordert

Nicht nur die Waidleute haben hier ihre Aufgaben zu erfüllen, unter anderem durch das Einsenden von möglichst vielen Tupferproben von geschossenem Wild an die zuständigen Stellen. Das ist notwendig, um das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest möglichst schnell zu entdecken und einzugrenzen.

„Die Autobahnmeistereien sind ebenso gefordert. Sie können präventiv an Autobahnraststätten Zäune und geschlossene Abfallkörbe aufstellen, um Wildschweine von weggeworfenen, verseuchten Lebensmittelresten fernzuhalten“, erklärte Knut Große und forderte zugleich auch die Landwirte auf, ihre Betriebe zu sichern. „Welcher Maßnahmenkatalog im schlimmsten Fall in Kraft treten wird, wird zurzeit noch in Gesprächen der zuständigen Stellen sondiert“, erklärte Torsten Fritz.

Internetseite gibt Auskunft

Karl-Heinz Hohmann, der Vorsitzende des Jagdverbandes Brandenburg/Havel, appellierte an die Mitglieder sich kundig zu machen, um im Gespräch mit der Bevölkerung konkrete Auskünfte geben zu können. Weiterhelfen könnte da auch die neu gestaltete Internetseite des Jagdverbandes Brandenburg/Havel, die zur Freude der Mitglieder Anfang März freigeschaltet werden soll.

Bei aller Aufregung um die Afrikanische Schweinepest geht der jagdliche Alltag der Waidleute weiter. Hohmann wies in seinem Jahresbericht noch einmal auf die Beitragserhöhungen, die vom Landesjagdverband beschlossen wurde und die bisher noch nicht zu allen 425 Mitgliedern des Jagdverbandes Brandenburg durchgedrungen sei.

Während einigen vom Verband organisierten Veranstaltungen nicht der erwartete Erfolg beschieden war, hat sich die Verbandsmeisterschaft im jagdlichen Schießen wieder großer Beliebtheit erfreut. Für das laufende Jahr ist ein geselliges Treffen der Mitglieder des Jagdverbandes im Bereich der Oberförsterei Lehnin geplant, war am Randes der Hauptversammlung zu erfahren.

Von Christine Lummert

In sieben Städten und Gemeinden Brandenburgs standen am Sonntag neue Verwaltungschefs zur Wahl. In Brandenburg an der Havel macht Steffen Scheller (CDU) das Rennen, Holger Schreiber bleibt Bürgermeister von Wustermark, in Rathenow gehen Ronald Seeger und Daniel Golze in die Stichwahl. Der Liveticker zum Nachlesen.

28.02.2018

Rudolf Luther (84) hat am Samstag nach 60 Jahren sein Arbeitsleben beendet und seinen Obst- und Gemüseladen am Breiten Weg in Ziesar zum letzten Mal abgeschlossen. Damit endet eine Ära.

27.02.2018

Die Freiwillige Feuerwehr in Ziesar wurde 2017 insgesamt 96 Mal alarmiert. 30 Verletzten wurde geholfen, sechs Tote wurden geborgen. Die Wehr ist am Limit. Nicht nur wegen des furchtbaren Unfalls mit zwei Toten Kameraden aus Lehnin.

27.02.2018
Anzeige