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Brandenburg/Havel Anne Frank: Fotoausstellung in Gollwitz
Lokales Brandenburg/Havel Anne Frank: Fotoausstellung in Gollwitz
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17:15 20.05.2016
Das kleine Mädchen Anne Frank. Quelle: Otto Frank/Repro: Volkmar Maloszyk
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Gollwitz

Die Verblüffung ist groß. Anne Frank? Das ist doch der Teenager, der im Amsterdamer Versteck vor den Nazis mit seinem Tagebuch Weltliteratur geschaffen hat. Das junge Mädchen, das so viel Lebenslust hatte, die es nur in seinen Träumen ausleben konnte. Anne Frank, die im Konzentrationslager Bergen-Belsen im März 1945 doch noch ermordet wurde. Doch nichts davon sieht man in der Ausstellung „Anne Frank und ihre Familie – Fotografien von Otto Frank“, die Donnerstagabend in Schloss Gollwitz eröffnet wurde. Hier lernen die Betrachter die Familie Frank ausschließlich ganz privat kennen.

Die Jugendliche Anne Frank Quelle: Otto Frank/Repro:V. Maloszyk

Die insgesamt achtzig Fotos der Ausstellung sind zwischen der Geburt von Anne Frank am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main und dem Untertauchen der Familie im Juni 1942 ins Amsterdamer Versteck entstanden. Otto Frank war ein begeisterter Hobbyfotograf. Er fotografierte mit einer Leica und sein liebstes Fotomotiv waren seine Töchter Anne und ihre ältere Schwester Margot. In Vitrinen sind in der Gollwitzer Ausstellung zwei der Originalfotoalben zu sehen. Darin haben die Abzüge das normale Maß von sieben mal zehn Zentimetern. In der Ausstellung sind die Fotos stark vergrößert.

Die Emigration der Familie Frank

Im August 1933 wird Otto Frank als „Emigrant aus wirtschaftlichen Gründen“ in Amsterdam registriert. Die Wahl fiel auf die Niederlande, weil die, wie die Schweiz, in die ein anderer Teil der Familie emigrierte, im ersten Weltkrieg neutral waren.

Nach der deutschen Besetzung der Niederlande versuchte Otto Frank mit seiner Familie nach Chile, Australien oder in die USA auszuwandern.

Diese Bemühungen scheiterten, weil den Franks, wie Tausenden anderen im Ausland lebenden Juden, im November 1941 die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt wurde.

Insgesamt 51 000 Juden sind 1933 aus Deutschland emigriert.

Bis zum Kriegsausbruch 1939 haben über 400 000 jüdische Emigranten Deutschland verlassen – die Hälfte der damaligen Gesamtbevölkerung.

Gründe für die Emigration waren zunächst die Berufsverbote in Deutschland, sowie die zunehmenden Entrechtungen und Diskriminierungen und schließlich die Reaktion auf die Novemberprogrome 1938. (Quelle: V. Nahm, Anne Frank Zentrum)ab

Flucht und Vertreibung kommen in den Fotos von Otto Frank nicht vor. Die Zeit im Amsterdamer Versteck und in den Konzentrationslagern ist nicht dokumentiert. Die Ausstellungsbesucher erleben eine ganz normale Familie, die ganz offensichtlich die beiden Kinder herzlich liebt. Da lacht Anne als Baby im Kinderwagen, ein süßer Fratz. Da trägt Annes Mutter Edith Frank den Säugling lachend auf dem Arm. Viele Fotos zeigen Anne und ihre Schwester Margot gemeinsam, oft sogar in identischer Kleidung. Manchmal sind Spielkameradinnen dabei. Es gibt mehrere Strandfotos von Familienurlauben am Meer. Mal ist eine Tante mit abgebildet, mal die Schweizer Oma. Schnappschüsse eben, die in ihrer Normalität um so drängender die Frage aufdrängen: Warum?

Die Fotoausstellung in Schloss Gollwitz läuft bis zum 19. Juli 2016. Sie ist Teil des Rahmenprogrammes zu der Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“, die am 1. Juni 2016 in der St. Johanniskirche in Brandenburg an der Havel eröffnet wird.

Von Ann Brünink

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