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Brandenburg/Havel Anne-Frank-Schau begeistert in Brandenburg
Lokales Brandenburg/Havel Anne-Frank-Schau begeistert in Brandenburg
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18:46 02.06.2016
Eröffnung der Anne-Frank-Ausstellung in der Brandenburger Johanniskirche. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg/H

„Ich will nicht umsonst gelebt haben wie die meisten Menschen“, schreibt Anne Frank am 5. April 1944 in ihr Tagebuch. „Ich will den Menschen, die um mich herum leben und die mich doch nicht kennen, Freude und Nutzen bringen. Ich will fortleben auch nach meinem Tod.“ Fünfzehn Jahre war sie alt, als sie das schrieb. Ein Jahr später lebte sie nicht mehr. Gestorben ist sie Anfang März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Doch dank ihres wunderbaren Tagebuches lebt das mutige, lebensfrohe Mädchen tatsächlich bis heute fort.

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Vernissage der Anne-Frank-Ausstellung in der Brandenburger Johanniskirche

„Deine Anne – Ein Mädchen schreibt Geschichte“ heißt die Wanderausstellung, die am Mittwochabend in der Brandenburger Johanniskirche eröffnet worden ist. Die Ausstellungsmacher vom Anne-Frank-Zentrum Berlin und dem Anne-Frank-Haus Amsterdam haben die Ausstellung entwickelt. Auf Initiative der Begegnungsstätte Schloss Gollwitz und mit tatkräftiger Unterstützung der Verwaltung ist es gelungen, die Schau in die Stadt Brandenburg zu holen. Mit ihrem nüchternen Ruinencharme und ihrem verglasten Giebel, der viel Licht in das Kirchenschiff herein lässt, ist die Johanniskirche am Salzhofufer einfach ein wunderbarer Ort für diese Ausstellung.

Anne-Frank-Ausstellung in der Johanniskirche Quelle: Volkmar Maloszyk

Mit einem ganz besonderen Konzept ist es den Ausstellungsmachern gelungen, die damalige Zeit insgesamt erlebbar zu machen. Dabei kommen nicht nur Anne Frank selbst sowie ihre Familie zu Wort, sondern auch Zeitzeugen, ja sogar Täter. Neben den Schautafeln, die das Schicksal der Familie Frank nachzeichnen, gibt es noch Säulen, die das damalige Zeitgeschehen dokumentieren und wo der Betrachter die Perspektive der Täter einnimmt. „Es ist so weit. Wir sitzen in der Wilhelmstraße. Hitler ist Reichskanzler. Wie im Märchen“, wird beispielsweise Joseph Goebbels zitiert. „Gleich an die Arbeit. Reichstag wird aufgelöst.“

„Mir gefällt der aktuelle Fragenteil der Ausstellung am besten“, sagt Patrick Lautenschläger (17) aus Forde. Hier können sich Jugendliche mit Fragen nach ihrer Identität, nach Gruppen und ihrer Bedeutung sowie Diskriminierung auseinandersetzen. Als Anleitung dienen zahlreiche anschaulich aufbereitete Informationen zur jeweiligen Thematik. Patrick Lautenschläger ist Schüler des Brandenburger Brechtgymnasiums und einer der 25 Jugendlichen, die als so genannte „Peer Guides“ Altersgenossen durch die Ausstellung führen werden.

Die Jugendlichen sind in Schloss Gollwitz drei Tage lang auf ihre Aufgabe vorbereitet worden. „Wir haben uns alle sehr schnell kennen gelernt und sind echte Freunde geworden“, schwärmt Laura Sherin Lang (15) aus Roskow, ebenfalls Brechtschülerin, ebenso wie Michelle Simon (15) aus Brandenburg an der Havel. „Vor allem die Methode der Vermittlung war gut“, sagt die Jugendliche. „Wir haben nicht im Seminarraum uns berieseln lassen, sondern wir haben die Ausstellung hier vor Ort erklärt bekommen.“ Angst vor älteren Schülern habe er nicht, sagt Julius Bratz (14) aus Forde, der auf das Domgymnasium geht. Er und die anderen fühlen sich auf ihre Aufgabe gut vorbereitet.

Anne-Frank-Ausstellung in der Johanniskirche Quelle: Volkmar Maloszyk

„Ich möchte an die hunderttausenden von Jugendlichen erinnern, die die Verfolgung durch die Nationalsozialisten nicht überlebt haben. In der Hoffnung, dass die Grausamkeiten von damals in der Zukunft verhindert werden können“, zitierte Patrick Siegele, Direktor des Anne-Frank-Zentrums Berlin, in seiner Begrüßung Jacqueline van Maarsen, eine Schulfreundin von Anne Frank aus Amsterdam. Sie lebt noch und wird im Rahmen des Begleitprogramms am Donnerstag, 9. Juni, ab 19 Uhr beim Zeitzeugengespräch im Schloss Gollwitz zu erleben sein.

Info Die Ausstellung in der Johanniskirche ist bis zum 28. Juni 2016 zu sehen. Sie ist Mittwoch bis Freitag von 16 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 15 bis 19 Uhr, sowie zum Havelfest (18./19.6.) von 11.00 – 19.00 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Das Beiprogramm ist unter www.schlossgollwitz.de abrufbar.

Von Ann Brünink

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