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Anton darf eine Woche lang nur Filme sehen

Brandenburg an der Havel Anton darf eine Woche lang nur Filme sehen

Der elfjährige Brandenburger Anton Saleswki ist als Mitglied in einer Kinderjury beim Kindermedien-Festival „Goldener Spatz“ in Thüringen dabei. Er darf mit darüber entscheiden, welches Kindermedien-Format – ob Film, Doku, App oder Website – eine Auszeichnung verdient. Dabei musste Anton zunächst sich selbst beweisen.

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Anton mit seiner Einladung zum Kindermedien-Festival

Quelle: Annika Jensen

Brandenburg/H. Der elfjährige Brandenburger Anton Salewksi hat es in eine von drei Kinderjurys des Kindermedien-Festivals geschafft. Seit Sonntag läuft das Festival der Deutschen Kindermedien-Stiftung „Goldener Spatz“. Die Jurys beurteilen Beiträge in den Kategorien beste Film- und Fernsehbeiträge, bestes „IndieGame4Kids“ sowie beste Internetseite oder App mit dem Thema „Kindern eine Stimme geben – Information/Partizipation/Orientierung“. Anton ist in der Jury Kino-TV.

In den Jurys sitzen Kinder aus ganz Deutschland sowie der Schweiz, Südtirol, dem Fürstentum Liechtenstein, Österreich, der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und erstmals auch Luxemburgs. Knapp 950 Jungen und Mädchen haben sich beworben. 36 neun- bis 13-jährige Kinder wurden ausgewählt. Aus Deutschland ist ein Kind pro Bundesland dabei.

Anton sitzt Ende vergangener Woche mit seinen Eltern, Nicol und Knut Salewski, und seiner Schwester Stella im Garten und erzählt. Schon am nächsten Tag geht es nach Berlin, von wo aus er zum Kindermedien-Festival fährt. Gepackt hat er noch nicht. „Ich bin sehr aufgeregt, kann es kaum erwarten. Aber ich lasse mich einfach überraschen“, sagt Anton. Er ist eloquent. Die Entscheidung der Stiftung, ihn in die Jury aufzunehmen, ist nicht verwunderlich.

Hintergrund

In Erfurt und Gera findet der 25. „Goldene Spatz“ statt. In drei Kategorien werden die besten Medienformate für Kinder ausgezeichnet.

Anton sitzt mit 25 anderen Kindern in der Jury Kino-TV. 18 Stunden Filme und Fernsehsendungen werden sich die Kinder in 13 Wettbewerbsblöcken anschauen. Die Stiftung schreibt, sie seien die wichtigsten Festivalteilnehmer, denn sie entscheiden, wer am 16. Juni im Theater Erfurt Gewinner der Goldenen Spatzen 2017 wird.

Um sich zu bewerben, musste er einen Steckbrief ausfüllen sowie eine Filmkritik schreiben. Für letztere hatte er sich den Film „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ ausgesucht. Das Schreiben der Kritik war für den Klassensprecher der 5b der Georg-Klingenberg-Schule zwar eine Herausforderung, weil er das zuvor noch nie gemacht hat. Aber nach Meinung der Kindermedien-Stiftung hat er die sehr gut gemeistert. „Wir hatten großen Spaß beim Lesen deiner Filmkritik“ steht in dem Brief, den sie ihm als Einladung geschickt haben.

„Ich habe erstmal nur Freude gefühlt“, beschreibt Anton das Gefühl als er den Brief las. Zwei Wochen nachdem er seine Bewerbung abgeschickt hatte, war der Brief da. Das war in den Winterferien. „Als wir aus dem Urlaub kamen, habe ich gleich in den Briefkasten geguckt.“ So ganz ungetrübt ist seine Freude aber nicht. „Ich merke auch, dass ich viel für die Schule nachholen muss, weil ich in der Woche nach dem Goldenen Spatz zwei Klassenarbeiten schreibe.“

Das Festival findet in Erfurt und Gera statt. Dafür reist Anton ohne seine Eltern nach Thüringen. Angst bereitet ihm das nicht. Er ist schon ohne sie gereist. Mit seinem Judoverein. Ganz allein reisen er und seine Jurykollegen aber freilich nicht. Am jeweiligen Abreisebahnhof steht ein Betreuer bereit und bringt sie nach Gera. Nach der Hälfte der Woche geht es weiter nach Erfurt.

Für die Woche in Thüringen haben seine Eltern eine Schulbefreiung beantragt. Die Schulleiterin, Sabine Specker, hatte keine Probleme, die Schulauszeit zu erlauben. „Sie hat gleich ja gesagt“, erzählt Anton. „Sie kennt den Goldenen Spatz. Und weiß auch, dass es eine Ehre ist, daran teilzunehmen.“

Über die Arbeit der Jury weiß der Grundschüler inzwischen auch schon genau Bescheid. „Wir gehen ins Kino und schauen uns verschiedene Filme und Sendungen an“, erzählt er. „Danach besprechen wir uns. Dabei sitzen auch Menschen von der Stiftung und hören sich unsere Meinungen an.“ Sie helfen der Gruppe, eine gemeinsame Meinung über das Gesehene zu finden, in der die verschiedenen Kritiken berücksichtigt werden, erzählt Anton weiter.

Am Ende der Woche werden die Preise vergeben und Anton und seine Jurykollegen können es bei der Aftershowparty so richtig krachen lassen. Bevor der Alltag in der Schule sie wieder hat.

Von Annika Jensen

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