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Anwohner warnen erneut vor Gefahren

Monster-Pappel in Kützkow Anwohner warnen erneut vor Gefahren

Mit einem mulmigen Gefühl fährt Siegfried Kupfer jedes Wochenende nach Kützkow. Dort hat der Döbelner sein Feriendomizil. Davor steht eine mächtige Pappel, von der immer wieder große Äste abbrechen. Eigentlich sollte der Baum auf kommunalem Grund längst gefällt sein.

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Solche Äste brechen von der Pappel ab.

Quelle: Privat

Kützkow. Mit einem mulmigen Gefühl fährt Siegfried Kupfer ins Wochenende. Am Kützkower Havelufer hat der Döbelner sein Freizeitdomizil. Was ihn dort erwartet, weiß Kupfer nie. Gefahr droht von einer über 30 Meter hohen Pappel, dem mächtigsten Baum weit und breit. Mehrere Männer wären nötig, um den gewaltigen Stamm umfassen zu können. Bange Blicke der Anwohner richten sich auf die Krone, deren Äste weit ausladend sind. Jeden Moment kann neues Holz aus großer Höhe auf die anliegenden Ufergrundstücke stürzen (MAZ berichtete).

Siegfried Kupfer ist mit seiner Geduld am Ende, zeigt Bilder von Laubwerk und herabgestürzten Ästen aus den vergangenen Wochen. „Immer noch hängt loses Holz im Baum. Wenn das einer abbekommt, ist das Geschrei groß. Die Kommune kommt ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nach. Dabei ist schon viel versprochen worden“, beklagt sich Kupfer. In der Tat ist das Problem nicht neu. Seit Monaten warnen Kützkower vor der Monster-Pappel. Havelsee-Bürgermeister Günter Noack sicherte nach einem Tauziehen um die Eigentumsverhältnisse zu, die Bürger nicht allein zu lassen. Der Baum steht immer noch.

Immer wieder knallen Äste auf Grundstücke der Anwohner

Immer wieder knallen Äste auf Grundstücke der Anwohner

Quelle: Privat

Inzwischen ist klar, dass die Pappel einst auf Gemeindeland gepflanzt wurde. Auch wenn ein Teil des Stammes über die Jahrzehnte das Grundstück von Emmi und Siegfried Neumann, die Nachbarn von Siegfried Kupfer, erobert hat. Viel Zeit und Geld wurde schon in die Vermessung des Baumstandortes investiert. An ihre Verantwortung kommt die Kommune nicht vorbei.

Siegfried Kupfer vor der Monster-Pappel

Siegfried Kupfer vor der Monster-Pappel.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Amtsdirektor Guido Müller sagte der MAZ auf Nachfrage, dass die Pappel nun im Herbst fallen soll. Und zwar in einer relativ aufwendigen Aktion. Um eine Hebebühne einsetzen zu können, soll zuvor der Untergrund des Uferstreifens befestigt werden. Gesamtkosten: rund 8000 Euro. Auf einen Baumkletterer habe man aus Sicherheitsgründen verzichtet, so der Verwaltungschef. Als Ausgleichsmaßnahme für die bald fallende Pappel wurden bereits drei Vogelnistkästen in Kützkow angebracht.

Unklar ist nach wie vor, ob die Kommune Mitte der 1970er-Jahre überhaupt in die Pflanzaktion involviert war. Am Kützkower Havelufer gibt es eine Reihe von Pappeln, die inzwischen in die Jahre gekommen sind. Siegfried Kupfer jedenfalls glaubt nicht an die Legende, wonach das Holz zu DDR-Zeiten für die Papierverarbeitung gedacht war. Der VEB Papierfabrik Heiligenstadt betrieb in Kützkow ein Betriebsferienlager.

Von Frank Bürstenbinder

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