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Arbeiter stürzt im Ärztehaus zu Tode

Brandenburg an der Havel Arbeiter stürzt im Ärztehaus zu Tode

Zwei Arbeiter sind am Mittwochmorgen aus einem Fenster eines Ärztehauses in Brandenburg an der Havel gestürzt. Für einen 39 Jahre alten Mann kam alle Hilfe zu spät, auch die umgehenden Versuche, ihn wiederzubeleben. Er starb an seinen schweren Verletzungen. Die anderen beiden Arbeiter (15 und 24) liegen leicht verletzt im städtischen Klinikum.

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Das Ärztehaus West nach dem schlimmen Arbeitsunfall. Aus einem Fenster stürzten zwei Arbeiter in den Baucontainer.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. An der Südfassade vom Ärztehaus West in der Magdeburger Landstraße hat sich am Mittwochvormittag gegen 8.20 Uhr ein schwerer Arbeitsunfall ereignet. Ein vor dem Fenster angebrachtes Fallschutzgitter hatte sich offenbar aus seiner Verankerung gelöst. Drei Männer im Alter von 39, 24 und 15 Jahren wurden verletzt, der älteste so schwer, dass er an seinen Kopfverletzungen starb, wie die Polizei im Verlauf des Nachmittags bestätigte.

Zwei der verunglückten Arbeiter einer Brandenburger Baufirma waren zusammen mit einer Kunststoff-Schuttrutsche aus einem Fenster des Obergeschosses gestürzt. Das dritte Opfer, ein 15 Jahre alter Jugendlicher, erlitt einen Schock.

Alle Unglücksopfer wurden nach der Erstversorgung ins Klinikum in der Hochstraße gefahren. Auch noch während der Fahrt versuchte der Notarzt den bewusstlosen 39-Jährigen zu reanimieren. Doch die Kopfverletzungen erwiesen sich als zu schwerwiegend.

Der Unfall am Ärztehaus löste einen Rettungseinsatz aus

Der Unfall am Ärztehaus löste einen Rettungseinsatz aus.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Nach ersten Ermittlungen hatte sich plötzlich ein im Mauerwerk der Außenfassade verankertes Fallschutzgitter gelöst. Dadurch wurden die Arbeiter mitsamt der Schuttrutsche etwa fünf Meter mit in die Tiefe gerissen. Sie schlugen in dem noch leeren Bauschuttcontainer auf, der unter dem Fenster abgestellt war.

Medizinische Hilfe war sehr schnell zur Stelle. Die Gynäkologin Christina Bernard hörte den Aufprall sehr deutlich, denn die Frauenarztpraxis von Dagmar Zinke befindet sich in nächster Nähe zur Unglücksstelle.

Die Ärztin leistete mit einer anderen Medizinerin aus dem Ärztehaus die Erstversorgung. Beide Frauen stiegen in den Baucontainer und versuchten die beiden Männer zu stabilisieren. Zu dem Zeitpunkt war der älteste von ihnen schon nicht mehr ansprechbar.

Mit einem Beatmungsschlauch versuchten die Ärztinnen die oberen Atemwege zu versorgen, während andere Fachkräfte aus dem Haus Verbandsmaterial und weitere Hilfsmitteln reichten. Wenig später trafen Feuerwehr, Notarzt und Rettungskräfte ein, die die Notfallversorgung übernahmen.

Zur Unfallstelle eilten auch Beamte der Brandenburger Kriminalpolizei. „Es wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt“, teilte Polizeisprecher Oliver Bergholz der MAZ auf Nachfrage mit. Die Kriminalpolizei hat Spuren gesichert und parallel ein Todesermittlungsverfahren eröffnet.

Mitarbeiter des Amtes für Arbeitsschutz sind am Ärztehaus West, der früheren SWB-Poliklinik, eingetroffen, um den Grund für den schlimmen Unfall herauszubekommen. Die in Frage stehende Baustelle befindet sich in der ersten Etage des Ärztehauses. Dort werden die früheren Räume der auf Gesundheitsvorsorge und Arbeitsschutz spezialisierten Dienstleistungsunternehmens BAD gerade renoviert.

Von Frank Bürstenbinder und

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