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Archäologen-Austausch in der FH Brandenburg

Jahreskonferenz der Landesarchäologie Archäologen-Austausch in der FH Brandenburg

Einmal im Jahr treffen sich Brandenburgs Archäologen zur Jahreskonferenz. Dabei stellen sie ihre Forschungsergebnisse aus dem jeweiligen Vorjahr vor und tauschen sich untereinander aus. Am Donnerstag hat die diesjährige, zweitägige Tagung in der Fachhochschule Brandenburg begonnen.

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Schauplatz der Archäologen-Tagung war das Audimax der Fachhochschule Brandenburg

Quelle: Norman Giese

Brandenburg/H. Archäologen von nah und fern haben sich am Donnerstag zur Jahreskonferenz der Landesarchäologie im Audimax der Fachhochschule Brandenburg versammelt. Bei der zweitägigen Fachtagung stehen die bedeutendsten Ausgrabungen und Funde aus 2015 im Fokus. „Im vergangenen Jahr ist wieder viel passiert“, sagte Franz Schopper, Direktor des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums (BLDAM). Gemeinsam mit den Kollegen und ehrenamtlichen Helfern sowie Vertretern aus Verwaltung und Kultureinrichtungen lassen die Archäologen die Ereignisse des Vorjahres noch bis zum frühen Freitagnachmittag Revue passieren. FH-Präsidentin Burghilde Wieneke-Toutaoui und Brandenburgs Oberbürgermeister Dietlind Tiemann (CDU) begrüßten die Konferenzteilnehmer zu Beginn der Veranstaltung, die in diesem Jahr unter dem Motto „Erfassen, Erforschen, Erhalten, Erzählen“ steht.

Auch Karin Melzer, Referatsleiterin in der Kulturabteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur, richtete einige Worte an die versammelte Archäologen-Schar. „Es war früher ein Kindheitstraum von mir, Archäologin zu werden“, ließ sie wissen. Als sie jedoch irgendwann gemerkt habe, dass man in diesem Beruf nicht nur an warmen Orten wie Griechenland oder Ägypten forscht, sondern auch im märkischen Sand buddeln muss, schlug sie schließlich eine andere Laufbahn ein. Dennoch weiß Melzer um die Bedeutung der Archäologie und hob diese in ihrem Grußwort hervor. Die Arbeit der Archäologen und ihrer Helfer würde erheblich zum Verstehen und Nachvollziehen der Geschichte beitragen. Im Land Brandenburg gibt es mehr als 30 000 archäologische Fundplätze und über 10 000 Bodendenkmale.

In kurzen Referaten präsentierten Forscher und Wissenschaftler ihre Erkenntnisse aus archäologischen Untersuchungen des vergangenen Jahres

In kurzen Referaten präsentierten Forscher und Wissenschaftler ihre Erkenntnisse aus archäologischen Untersuchungen des vergangenen Jahres.

Quelle: Norman Giese

Ausgebrannter Keller und sowjetisches Waldlager

Einen Einblick in die Lehr- und Forschungsgrabungen, die seit 2014 mit Studenten der Berliner Hochschule für Technik und Wissenschaft (HTW) in Gortz (Landkreis Potsdam-Mittelmark) vonstatten gehen, gab der HTW-Archäologe Thomas Schenk. Am Nordufer des Beetzsees entdeckten die Forscher direkt neben dem Flachsberg zahlreiche Oberflächenfunde, unter anderem Keramikscherben aus verschiedenen Zeiten. Viele der gefundenen Geschichtsspuren stammen aus der Bronze- sowie der Slawenzeit. Im zurückliegenden Jahr war das Team um Thomas Schenk im September und November insgesamt fünf Wochen zu Forschungszwecken in Gortz. Sie untersuchten drei Teilabschnitte des betreffenden Areals und legten dabei unter anderem einen Kellerraum frei. Der 1,20 Meter tiefe Keller sei laut Schenk mit einer Größe von 2,5 Meter mal 1,6 Meter ungewöhnlich klein. Zudem haben die Archäologen Schmauchspuren in ihm entdeckt, was darauf hindeute, dass das zum Keller gehörende Haus verbrannt ist. Bei ihren Ausgrabungen hatten die Wissenschaftler unterdessen mit einem sehr harten, ausgetrockneten Boden zu kämpfen. „Man fühlte sich erinnert an Grabungen im Orient“, so Thomas Schenk.

Einmalige Erkenntnisse aus einem Waldlager der Roten Armee brachte eine archäologische Untersuchung im Müncheberger Ortsteil Hoppegarten (Landkreis Märkisch-Oderland) zu Tage. Schätzungen gehen von bis zu 30 000 Soldaten aus, die 1945 in dem Lager gelebt haben sollen. Gewohnt haben sie in Grubenhütten, hunderte Gruben lassen die Standorte noch heute erkennen. Die Archäologen stellten außerdem zahlreiche Fundstücke sicher, darunter zum Beispiel Wehrmachts-Koppelschlösser mit eingeritzten Sowjetsternen sowie mit Inschriften versehene Alltagsgegenstände. Die Hinterlassenschaften der Roten Armee können vom 22. April bis 24. Juli in der Sonderausstellung „Zwischen Krieg und Frieden“ im Archäologischen Landesmuseum im Paulikloster betrachtet werden.

Von Norman Giese

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