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Brandenburg/Havel Archäologen bauen Einbaum von Ziesar nach
Lokales Brandenburg/Havel Archäologen bauen Einbaum von Ziesar nach
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20:15 07.06.2016
Archäologen bauen den Einbaum nach, Brandenburger Gymnasiasten begleiten das Projekt. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg/H

Die unendliche Geschichte von Ziesar und dem fast 1000 Jahre alten Einbaum neigt sich dem guten Ende zu. Am Dienstag wurde ein zehn Meter langer alter Eichenstamm aus Uckermark an das Archäologische Landesmuseum nach Brandenburg geliefert. In den nächsten Wochen bauen Archäologen daraus eine Nachbildung des Einbaum-Originals, dessen letzter Bestimmungsort Ziesar ist.

Gegen 9 Uhr am Morgen rollt der Langholztransporter mit dem rund acht Tonnen schweren Eichenstand in Brandenburg/Havel an. Er wird schon erwartet, denn Hans Joachim Behnke vom Archäotechnischen Zentrum Welzow will los legen.

Der promovierte Archäologe und gelernte Tischler leitet die dreiwöchigen Arbeiten an der Deutschen Eiche, an denen außer seinem Mitstreiter Thorsten Helmerking sowie Studenten der Ur- und Frühgeschichte der FU Berlin. „Das Projekt findet im Rahmen des Kulturland-Jahres 2016 zum Thema „Handwerk“ statt und wird von Kulturland Brandenburg gefördert“, erklärt Christof Krauskopf vom Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM) in Wünsdorf.

Aus dem Stamm wird bis Ende Juli ein Boot herausgearbeitet, ein slawenzeitlicher Einbaum. Als Vorbild dient der berühmte Einbaum von Ziesar, den Böttchermeister Willy Wehnemacher im Jahr 1935 bei einer Grabenreinigung im Verlandungsgebiet des Alten Sees nahe der Burganlage entdeckt hatte.

Die Leihgabe kehrte nie zurück

Eigentlich sollte der berühmte im Jahr 1935 entdeckte Einbaum von Ziesar im Buga-Jahr 2015 aus dem Wünsdorfer Magazin des brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege nach Brandenburg/Havel überführt werden. Das scheiterte an den hohen Kosten.

Die Stadt Ziesar gab den Einbaum 1939 als Leihgabe an das Kreismuseum Burg weiter.

Bis 2010 gehörte der Einbaum von Ziesar zu den Attraktionen im Kulturhistorischen Museum von Magdeburg.

Sachsen-Anhalts oberste Verwaltungsrichter entschieden in einem von Ziesar losgetreten Rechtsstreit, dass der Einbaum wegen seiner überregionalen Bedeutung dem Land Brandenburg zusteht.

Der Nachbau könnte zur Langen Nacht der Museen im November nach Ziesar kommen.

Das Original-Boot lagert gut konserviert im Magazin des Landesdenkmalpflegers und ist daher für die Öffentlichkeit nicht sichtbar. Das am Ende ebenfalls neun Meter lange Schwesterchen des Originals soll wassertauglich werden. Der Stapellauf ist vorgesehen zur Archäotechnika am 20./21. August in Brandenburg/Havel.

Bis es soweit ist wird hart und präzise gearbeitet. Die Bootsbauer orientieren sich an der großen slawischer Bootsbaukunst. Nach einer Woche wollen zehn Männer und Frauen dem künftigen Einbaum mit eisenzeitlichem Werkzeug seine Grundform gegeben haben. Sie müssen aufpassen, dass das Holz keine großen Risse bekommt. „Die Slawen waren Meister des Pechens“, erklärt Behnke, der in Brandenburg seinen sechsten Einbaum baut.

Drei Klassen der Jahrgangsstufen 5, 6 und 7 des von Saldern-Gymnasiums arbeiten mit an dem Projekt. Pädagogen des Archäotechnischen Zentrums leiten die Schüler an. Entstehen sollen dabei Fotos und Filme vom Bootsbau zu Brandenburg.

Der Ende Juli fertige Einbaum erlebt seine Premiere bei der Archäotechnika. Womöglich im Oktober sollen die Ziesaraner zumindest in Kopie zurückerhalten, was sie vor fast 80 Jahren als Leihgabe nach Burg verloren hatten.

Von Jürgen Lauterbach

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