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Archäologie-Film-Festival lockt ins Paulikloster

Brandenburg an der Havel Archäologie-Film-Festival lockt ins Paulikloster

Was hinterlassen wir nach dem Tod? Diese Hinterlassenschaften sind Thema der Archäomediale, dem 12. Internationalen Archäologie-Film-Medien-Festival des Archäologischen Landesmuseums in Brandenburg an der Havel. Gezeigt werden 22 Dokumentationen über die Arbeit von Archäologen. Die Ausstellung läuft bis Samstag und kostet keinen Eintritt.

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Besucher des Archäologie-Film-Festivals im Paulikloster.

Quelle: Tobias Wagner

Brandenburg/H. „Ich habe lebend niemals die Anerkennung bekommen, die ich verdient habe“, sagt der Darsteller des spanischen Nationaldichters Miguel de Cervantes in der Dokumentation „Cervantes, the search“. Der Film eröffnete am Mittwoch die Archäomediale und Cinarchea im Paulikloster und stellt damit indirekt eine Frage, die sich wohl jeder schon einmal gestellt hat: Was hinterlassen wir nach unserem Tod? Antwort bietet die Archäologie, die sich mit dem Menschen und dessen Hinterlassenschaften beschäftigt.

Diese Hinterlassenschaften sind zur Zeit Thema der Archäomediale, dem 12. Internationalen Archäologie-Film-Medien-Festival des Archäologischen Landesmuseums. Gezeigt werden 22 nationale und internationale Dokumentationen über die Arbeit von Archäologen in jeweils zwei Programmblöcken.

Die Bandbreite der Themen reicht von DNA-Untersuchungen geborgener Knochen über neue spektakuläre Funde bis hin zu experimentellen Ansätzen. Sie zieht einen zeitlichen Rahmen von der Steinzeit über das Mittelalter, den Weltkriegen bis zum heutigen Syrien. Abgerundet wird das Festival durch parallel stattfindende Vorträge zum Thema Film, Medien und Wissenschaft sowie einem Werkstattgespräch mit dem Historiker Werner Dahlheim. Dieser berichtet anhand zahlreicher Beispiele aus seiner Tätigkeit als Berater für Dokumentarfilme und gibt Einblick in diese komplizierte Arbeit.

„Wir wollen jedoch nicht nur ein Fachpublikum ansprechen“, sagt Helga Filip vom Veranstalter Cinarchea aus Kiel. Denn das Archäologie kein staubtrockenes Thema für Spezialisten sein muss, bewies auch die zweite aufgeführte Dokumentation.

Hintergrund

Gezeigt werden 22 Filmbeiträge zum Thema internationaler Archäologie.

Das Festival beginnt am Donnerstag, Freitag und Samstag um jeweils 13 Uhr und endet 20 Uhr.

Das Werkstattgespräch mit dem Historiker Werner Dahlheim beginnt am Samstag, 18 Uhr.

Die Preisverleihung für die besten Beiträge findet am Samstag um 19:30 Uhr statt.

Im Anschluss an die Preisverleihung wird der prämierte Film ein zweites Mal gezeigt.

Der Eintritt ist frei.

Während „Cervantes, the search“ von der Suche nach den Gebeinen des Don Quichotte-Schöpfers handelt, geht es in der deutschen Produktion „Winter des Schreckens – Jamestown und die ersten Siedler“ um die Geschichte des Hungerwinters 1609 in der ersten englischen Kolonie in den USA. Spannend ist hier vor allem das Einzelschicksal eines jungen Mädchens, dessen Überreste in der Siedlung ausgegraben wurden und Spuren von Kannibalismus aufweisen.

Es liegt nun an den Archäologen herauszufinden, ob sie womöglich umgebracht wurde oder doch eines natürlichen Todes gestorben ist.

Neben den genannten spanischen und deutschen Beiträgen sind slowenische, schweizerische , amerikanische und französische Dokumentationen zu sehen. „Jeder konnte einen Film einreichen, solange ein Bezug zur Archäologie existiert“, sagt Filip. Eine Jury wird am Samstag die besten Produktionen prämieren.

Neben den gezeigten Filmen haben zudem alle Besucher die Möglichkeit, auf ihren Smartphones über eine kostenlose App archäologische Beiträge in der eigens errichteten Hör-Lounge zu verfolgen. Der beste Beitrag wird dann von den Hörern ebenfalls für einen Zuschauerpreis nominiert. Die Sonderausstellung „Die antiken Stätten von morgen. Ruinen des Industriezeitalters“ des Berliner Fotografen Manfred Hamm vervollständigt das Archäologie-Filmfestival.

Von Tobias Wagner

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