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Brandenburg/Havel Archive – das Gedächtnis der Stadt
Lokales Brandenburg/Havel Archive – das Gedächtnis der Stadt
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20:24 21.02.2018
Drei kleine, wichtige Gotteshäuser: Nicolaikirche, Petrikapelle und Jakobskapelle (von links) – auf Ansichtskarte zum Stadtjubiläum 1928. Quelle: Repro: Sammlung Hesse
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Brandenburg/H

Die Stadt Brandenburg verfügt mit fünf großen Kirchen über eine außerordentlich reiche Überlieferung. Bei näherer Betrachtung dieser Sakralbauten zeigen sich darunter eine Kathedralkirche, zwei Stadtkirchen und zwei Klosterkirchen. Im heutigen Stadtbild sind noch zwei weitere mittelalterliche Kirchen erhalten, nämlich die Petrikirche als Nachfolgebau der slawischen Burgkapelle auf der Dominsel sowie die Nikolaikirche.

Von den ehemaligen Hospitälern beider Teilstädte existiert dagegen nur noch die Jakobskapelle vor der Neustadt. Durch verhältnismäßig zahlreiche schriftliche Quellen, aber auch durch die Untersuchungsergebnisse der modernen Stadtarchäologie lässt sich die Entwicklungsgeschichte der einzelnen Siedlungskerne so genau wie in kaum einer anderen brandenburgischen Stadt rekonstruieren.

Von Anfang an waren die Kirchen Kristallisationspunkte des jeweiligen Gemeinwesens sowie Zentren des geistlichen Lebens, der Bildung und der Musik. Zugleich waren die Stadtkirchen – neben den beiden Rathäusern – auch Repräsentationsräume der Bürgerschaft.

Programm beim Tag der Archive

Zum Tag der Archive laden das Brandenburger Stadtarchiv und des Domstiftsarchiv am 3. März in die Aula der Ritterakademie in Brandenburg an der Havel ein. Das diesjährige Thema: „Reichtümer der Vergangenheit“.

Um 10 Uhr führen Klaus Neitmann und Wolfgang Krogel in das Programm ein.

Das Buch „Pfarrarchive der Stadt Brandenburg“ stellt Uwe Czubatynski ab 10.15 Uhr vor.

Die Überlieferung der Innungen und Gewerke im Stadtarchiv Brandenburg ist das Thema von Michael Scholz um 11.15 Uhr.

Über 150 Jahre Historischer Verein Brandenburg (Havel) spricht dessen Vorsitzender Udo Geiseler um 12 Uhr.

Die Besichtigung der Spiegelburg, eine künftige Baustelle auf dem Domareal, startet um 12.45 Uhr.

Interessierte melden sich beim Stadtarchiv an unter 03381/41 04 20 oder stadtarchiv@stadt-brandenburg.de

Bis zum heutigen Tage findet sich daher fast die gesamte kunstgeschichtlich wertvolle Überlieferung der älteren Zeit in den Kirchen wieder. Die forcierte Industrialisierung der Stadt Brandenburg im 19. und 20. Jahrhundert hat freilich in bedauerlichem Maße dazu beigetragen, diese Traditionen in den Hintergrund treten zu lassen.

Erst in jüngster Zeit haben die denkmalpflegerischen Bemühungen dazu beigetragen, das geschichtliche Erbe wieder in die Selbstwahrnehmung der Stadt und ihrer Bewohner zu integrieren. So hat sich auch die vorliegende Publikation zum Ziel gesetzt, die herausragende Bedeutung der Kirchengeschichte für das Erleben und Verstehen der Stadt deutlicher als bisher aufzuzeigen.

Gedächtnisinstitution ersten Ranges

Mit dem Stadtarchiv verfügt selbstverständlich auch die Stadt Brandenburg über eine Gedächtnisinstitution ersten Ranges. Insbesondere die umfangreiche urkundliche Überlieferung hat dazu beigetragen, diesem Archiv einen herausragenden Platz unter den brandenburgischen Kommunalarchiven zu sichern.

Dasselbe gilt für die mittelalterlichen Bestände des Domstiftsarchivs, so dass beide Institutionen auch frühzeitig durch die Geschichtsforschung genutzt worden sind. Anders verhält es sich mit den Pfarrarchiven, da deren überwiegend neuzeitliche Überlieferung – abgesehen von den Kirchenbüchern – für den Historiker weniger attraktiv erscheinen musste.

Verborgene Schätze

Vor allem aber war es die mangelnde Zugänglichkeit und die fehlende Erschließung, die die Pfarrarchive zu buchstäblich verborgenen Schätzen machen musste und an vielen anderen Orten leider auch heute noch macht. Sie hatten daher eher den Charakter einer Altregistratur der jeweiligen Pfarrämter, als den eines für wissenschaftliche Zwecke auswertbaren Archivbestandes.

Insofern dürfte es als Glücksfall zu betrachten sein, dass sich heute die Archive aller fünf Hauptkirchen der Stadt im Domstiftsarchiv befinden und hauptamtlich betreut werden können. Sie umfassen in ihrer Gesamtheit derzeit 2455 Verzeichnungseinheiten.

Deponierung im Domstiftsarchiv

Die Motive für die sukzessive Deponierung im Domstiftsarchiv waren im Grunde genommen immer dieselben: In den Kirchengemeinden selbst wäre auf Dauer weder eine sachgerechte Lagerung noch eine fachgerechte Verzeichnung dieser Bestände möglich gewesen.

So aber konnten die im Domstiftsarchiv deponierten Altbestände unter der Leitung von Wolfgang Schößler nach einheitlichen Prinzipien erschlossen werden. Die Betonung der Altbestände bedeutet zugleich, dass sich keine eindeutige Laufzeitgrenze für diese Deposita definieren lässt. Damals noch in der Registratur befindliche Akten sind verständlicherweise in den Pfarrämtern zurückgeblieben, so dass Ereignisse nach 1945 im Archivbestand bisher nur unzureichend dokumentiert sind.

Kirchengemeinden und Pfarrämter

Der Erschließung zugrunde gelegt wurde im Wesentlichen der 1963 veröffentlichte Aktenplan für die Kirchengemeinden und Pfarrämter. Je nach der spezifischen Überlieferungslage der einzelnen Bestände wurde dieser Plan flexibel gehandhabt, so dass bei der Klassifikation keine völlig einheitliche Nummerierung entstanden ist.

Das Ergebnis dieser Bemühungen waren zunächst maschinenschriftliche Findbücher, die späterhin in Form von Word-Dateien auf Computer übertragen wurden. Heute bilden die Pfarrarchive angesichts der erheblichen Kriegsverluste im Stadtarchiv einen unverzichtbaren Fundus nicht nur für die Kirchengeschichte im engeren Sinne, sondern auch für die Stadtgeschichte im Ganzen. Das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 hat freilich gezeigt, dass es an einer entsprechenden Grundlagenforschung, die in den Archiven und Bibliotheken zu beginnen hat, weitestgehend fehlt.

Ephoralarchive der Stadt Brandenburg

Eine beachtliche Ergänzung dieser Pfarrarchive bilden die vier Ephoralarchive der Stadt Brandenburg, die sich als Unterlagen der nächsthöheren Verwaltungsebene ebenfalls im Domstiftsarchiv befinden. Auf den Abdruck auch dieser Findbücher, die insgesamt 1630 Verzeichnungseinheiten umfassen, musste jedoch schon aus Umfangsgründen verzichtet werden.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Bestände: Ephoralarchiv Brandenburg Dom (550 Verzeichnungseinheiten, 1704–1954), Ephoralarchiv Brandenburg Altstadt (430 Verzeichnungseinheiten, 1650–1934), Ephoralarchiv Brandenburg Neustadt (440 Verzeichnungseinheiten,1566–1966) und das Ephoralarchiv des 1923 beziehungsweise 1949 fusionierten Kirchenkreises Brandenburg Stadt (210 Verzeichnungseinheiten, 1890–1970).

Über die Stadtgrenzen hinaus

Diese Bestände reichen mit ihren Sachbetreffen auch über die Stadtgrenzen hinaus, betreffen aber wegen der Personalunion zwischen Oberpfarramt und Inspektorat (Superintendentur) auch die städtischen Kirchen. Sie alle enthalten aussagekräftiges Material zu allen Bereichen des kirchlichen Lebens.

Der Autor ist Leiter des Brandenburger Domstiftsarchives. Der Beitrag ist ein Ausschnitt aus seiner Einführung in das Werk „Die evangelischen Pfarrarchive der Stadt Brandenburg – Findbuch zu den Beständen im Domstiftsarchiv Brandenburg“, das soeben im Internationalen Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main, erschienen ist.

Von Uwe Czubatynski

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