Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Argentinischer Tango und syrische Melodien

Brandenburg an der Havel Argentinischer Tango und syrische Melodien

Viele Besucher haben am Freitagabend den Weg ins Naturschutzzentrum Krugpark in Brandenburg gefunden. Dort stand in fünfter Auflage die „Eine-Welt-Nacht“ an, die einen Blick über den kulturellen Tellerrand bietet. Dabei ging es auch um die Hilfe für Schüler in Gambia.

Voriger Artikel
Hunderte strömen durch die Altstadt
Nächster Artikel
Jugendliche bei Bootsunfall verletzt

Viel Beifall fanden die Aufführungen in der Umweltpyramide. Dorthin war die Veranstaltung wegen des regnerischen Wetters hingezogen.
 

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H.  „Eigentlich haben unsere Eine-Welt-Nächte eine ganz besondere Atmosphäre“, sagte Andrea Kausmann, die Leiterin des Naturschutzzentrums im Krugpark. Dem sommerlichen Wohlgefühl mit viel Feuerschein unter freiem Himmel und buntem Trubel an verschiedenen Ständen, den sie damit meinte, stand bei der 5. Auflage des „Eine Welt Festes“ am Freitag jedoch ein echter Wolkenbruch entgegen.

Mit viel Improvisationsgeist der Organisatoren und Enthusiasmus des Publikums wurde das vielfältige Programm mit einsetzendem Regen ins Trockene verlegt. Info-Stände und die Versorgung mit kulinarischen Leckereien aus aller Welt wurde ins Hauptgebäude des Naturschutzzentrums verlegt und die Umweltpyramide wurde zur Bühne für die auftretenden Künstler.

Kinder der Fontane-Grundschule eröffneten das sechsstündige Musik- und Tanzprogramm mit Trommelrhythmen. Danach ging es unterem anderem mit den Drunkabillys weiter, die mit einer Mischung aus Folk und Rockabilly echte Irish-Pub-Atmosphäre aufkommen ließen. Omar Ramadan, vor einigen Jahren als Flüchtling aus Syrien nach Brandenburg gekommen, präsentierte orientalische Geigenmusik. Im Zick-Zack ging es musikalisch über die Weltkarte, von argentinischen Tangomelodien, zu der das Publikum selbst das Tanzbein schwingen konnte, über Folklorelieder vom Balkan bis hin zu amerikanischem Folk und brasilianischen Sambarhythmen.

Auch der Havelgarten präsentiert sich zur Eine-Welt-Nacht im Krugpark

Auch der Havelgarten präsentiert sich zur Eine-Welt-Nacht im Krugpark. Mit dabei Aya und Ghena (v. li.), die beiden Syrierinnen bieten einheimische Speisen, wie selbst gemachte Weinblätter oder Oregano-Sesam-Taler an.

Quelle: Rüdiger Böhme

Hinter den Eine-Welt-Nächten steht die Idee, ganz ungezwungen ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen, über kulturelle Grenzen hinweg. „Wir gehen alle gerne italienisch, chinesisch oder griechisch essen, aber wenn jemand aus einem anderen Land in die eigene Nachbarschaft zieht, sind die meisten erst einmal skeptisch“, stellte Andrea Kausmann fest. Kunst, Kultur und kulinarische Leckerbissen waren am Samstag gute Anknüpfungspunkte für das bunt gemischte Publikum, das sich zahlreich im Krugpark versammelte.

Vom Regen geflüchtet und in die Pyramide des Krugparks gezogen, zeigten die „Drum Kid´s“ der Fontaneschule, wie sie die afrikanischen Tromm

Vom Regen geflüchtet und in die Pyramide des Krugparks gezogen, zeigten die „Drum Kid´s“ der Fontaneschule, wie sie die afrikanischen Trommeln beherrschen.

Quelle: Rüdiger Böhme

Für einen Blick über den Tellerrand sorgten auch die Infostände, die unter anderem den Fairtrade-Gedanken und tatkräftige Hilfe für Menschen in der Dritten Welt in den Fokus rückten.

Der Brandenburger Verein Pro Kids Gambia engagiert sich seit 16 Jahren in vier Schulen des kleinen westafrikanischen Landes und die Mitglieder waren auch am Samstag wieder auf der Suche nach neuen Patenschaften, die Kindern den Schulbesuch ermöglichen. „Im Laufe der Jahre konnten wir schon 400 Pateneltern vermitteln, die mit einem jährlichen Beitrag von 50 Euro einem Grundschulkind in Gambia den Schulbesuch möglich machen“, erklärte Susanne Rathmann, die selbst Lehrerin an der Fontane-Grundschule ist. Als Dankeschön und als Sicherheit, dass ihr gespendeter Geldbetrag wirklich ankommt, bekommen die Paten Fotos, Briefe und Zeugnisse von ihren Patenkindern. „Außerdem reisen Mitglieder des Vereins jedes Jahr nach Gambia und übergeben persönlich die Spenden der Paten und zusätzliche Geldmittel, aus denen wir in den letzten Jahren schon neue Schulgebäude finanzieren konnten“, erklärte Rathmann. Die größte Belohnung sei der Schulerfolg der Kinder, denn manche Pateneltern konnten ihre gambischen Schützlinge schon bis Schulabschluss und bis in den erfolgreichen Berufseinstieg begleiten.

Von Christine Lummert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel
5a29d74e-dc22-11e7-9eba-5da84ef1d449
Brandenburg/Havel damals und heute

Die Stadt Brandenburg an der Havel ist mehr als tausend Jahre alt. Besucher können auch heute noch viel Historisches entdecken. Die MAZ hat im Archiv gestöbert, sehenswerte Fotos gefunden und lädt hier zu einem Stadtbummel „Damals und heute“ ein.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg