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Brandenburg/Havel „Der Klassiker: Erst besetzt – und dann geht keiner ran“
Lokales Brandenburg/Havel „Der Klassiker: Erst besetzt – und dann geht keiner ran“
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15:03 31.01.2019
Ein Bild mit Seltenheitswert? In einer Facharzt-Praxis nimmt eine Sprechstundenhilfe telefonisch Termine auf. Quelle: epd
Brandenburg/H

Wer einen Termin beim Arzt vereinbaren oder ändern will, kennt es: Das Telefon in der Praxis klingelt und klingelt – und niemand geht ran. Nicht wenige MAZ-Leser haben in der Vergangenheit diese Erfahrung gemacht. Das bestätigt die Flut an Reaktionen auf die Berichterstattung vom Mittwoch.

Viele diskutieren auf der MAZ-Seite über die Gründe

Vor allem auf der Facebook-Seite der MAZ diskutieren die Brandenburger. Woran liegt es, dass im Gesundheitszentrum am Hauptbahnhof – und offensichtlich nicht nur dort – eine telefonische Terminabsprache so oft nicht möglich ist? Ist es Ignoranz? Überlastung der Mitarbeiter? Hier eine Auswahl der Wortmeldungen im Netz:

„Die meisten bemühen sich. Können aber auch nicht mehr als arbeiten! Alle Praxen sind völlig überlastet“, meint Sabrina Krüger. Und erntet Zuspruch von Michaela Musehold, die sagt: „Das ist leider bei sehr vielen Ärzten so mittlerweile.“ Heike Zastrow setzt sogar noch einen drauf: „Das ist überall so – nicht nur im Gesundheitszentrum.“

Das Gesundheitszentrum am Bahnhof hat mit einer verbreiteten Unsitte zu kämpfen: Wenn Patienten anrufen, geht (fast) niemand ans Telefon. Für jeden Termin müssen sich die Kranken selbst hinbemühen.

Gepostet von MAZ Brandenburg am Mittwoch, 30. Januar 2019

MAZ-Leser Frank Böttcher-Sommerfeld hat eine Theorie, was der Grund für die mangelhafte Erreichbarkeit sein könnte: „Das Problem sind die Praxis-Schließungen auf dem Land. Die Rechnung ist jetzt sehr hoch. Aber wegen einem Termin, der erst in zwei bis sechs Monaten erfolgt, in die Praxis zu fahren, ist schon frech. Was ist mit den Patienten, die auf den Bus angewiesen sind, und nur wegen einem Termin eine Weltreise unternehmen müssen?“, fragt er.

Meldungen zwischen Ironie und Realismus

„Noch viel schlimmer ist, dass neuerdings beim Kardiologen in der Hauptstraße gar keine Termine mehr am Telefon gemacht werden“, berichtet Raba Bara. Und Angelus Jiménez ergänzt süffisant: „Der Klassiker bei öffentlichen Einrichtungen: erst ist besetzt, gleich danach geht keiner ran.“

Die Personalsituation in den Arztpraxen hierzulande hat Henrik Schall als Hauptproblem ausgemacht: „Jammern auf hohem Niveau. Hat jemand von euch schon mal in einer Praxis gearbeitet? Wenn eine medizinische Fachangestellte vorne die Patienten begrüßt und abfertigt und eine ständig die Behandlungsräume vorbereitet, wer soll da ans Telefon gehen? Natürlich sollte man dann, während man einen Patienten bearbeitet, noch ans Telefon gehen? Die Praxen haben Sprechstundenzeiten. Wenn es einem schlecht geht, sollte man dort früh morgens auftauchen!“

Das möchte Uta Taege so nicht stehen lassen: „Termine haben durchaus ihren Sinn! Patienten, denen es schlecht geht, können nicht ewig sitzen und warten. Patienten, die im Arbeitsprozess stehen, ebenso wenig. Es ist eine Frage der Haltung gegenüber den Patienten!“

Warum nicht einfach via Internet?

Abhilfe schaffen könnte eine Online-Terminvergabe, wie es sie in größeren Städten bereits gibt, sagt Petra Waschke: „Warum kann man nicht online Termine machen? Das entlastet die Mitarbeiter und den Patienten. Gutes Beispiel: das Nervenzentrum in Potsdam, da kann man selbst auf die Webseite der Praxis gehen und sich eintragen und man bekommt eine Mail.“

Kerstin Bo arbeitet laut eigener Aussage selbst in einer Brandenburger Praxis. Sie sagt: „Wir gehen immer ran. Selbst, wenn wir im Patientengespräch sind. Bei Kontakt mit anderen Praxen machen wir allerdings leider auch ziemlich oft diese Erfahrung .“

Von Philip Rißling

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