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Asklepios behandelte 800 Schlaganfälle in 2016

Brandenburg an der Havel Asklepios behandelte 800 Schlaganfälle in 2016

Der neue Chefneurologe des Asklepios-Fachklinikums in Brandenburg an der Havel würde gern eine ambulante Schlaganfallsprechstunde anbieten. Doch so einfach nicht. Denn die ambulante Versorgung ist in erster Linie die Aufgabe niedergelassener Ärzte. Die Zahl der Behandelten in seiner Klinik waren im letzten Jahr indes hoch.

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Stephan Schreiber

Quelle: Jürgen Lauterbach

Brandenburg/H. Der neue Chefneurologe des Asklepios-Fachklinikums auf dem Görden würde gern eine ambulante Schlaganfallsprechstunde anbieten und seine rund 60 Zuhörer im Gesundheitszentrum am Hauptbahnhof unterstützen dieses Ziel von Stephan Schreiber (48). Doch so einfach nicht. Eine Klinik kann nicht ohne weiteres ambulante Angebote machen und damit das Feld der niedergelassenen Ärzte beackern.

Schlaganfall, das Thema geht viele Menschen an. 800 stationäre Aufnahme wegen eines Schlaganfalls verzeichnen die Neurologen des Brandenburger Asklepios-Klinikum im Jahr – Tendenz steigend. Stephan Schreiber, seit August Chefarzt in Brandenburg/Havel, berichtete daher in der Reihe „Wissen am Hauptbahnhof“ über neue Behandlungsmöglichkeiten in der Region.

Schlaganfälle treffen oft Menschen in höherem Alter, 50 Prozent der Betroffenen sind älter als 70 Jahre. Männer rührt der Schlag öfter als Frauen, zu den Hauptrisiken gehören Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Übergewicht, Rauchen und Alkohol. Die meisten Behinderungen haben ihre Ursache in einem Schlaganfall, der nach dem Herz-Kreislauf-Versagen die häufigste Todesursache ist.

Mehr zu Schlaganfällen

In Deutschland erleiden pro Jahr etwa 260 000 Menschen einen Schlaganfall.

Nach dem ersten Schlaganfall steigt das Risiko, einen zweiten Schlaganfall zu erleiden, um 50 Prozent.

„Normal verrückte Pubertät, ist das noch normal?“, so lautet der Titel der nächsten Veranstaltung am Donnerstag, den 27. April um 16 Uhr im Konferenzraum des Gesundheitszentrums am Hauptbahnhof in Brandenburg/Havel (3. Etage. Referentin ist Jugendpsychiatrie-Chefärztin Annegret Eckhart-Ringel (Asklepios-Klinikum Brandenburg).

Stephan Schreiber spricht am 22. Juni über das nachlassende Gedächtnis.

Stephan Schreiber, Professor an der Berliner Charité, schilderte seinen Zuhörern häufige Folgen eines Schlaganfalls, darunter halbseitige Lähmungen, Gefühlsstörungen und Kraftlosigkeit, eine gestörte oder verwaschene Sprache sowie Gesichtsfeldstörungen.

Der Chefneurologe berichtete von einem Patienten, der mit einer solchen einseitigen Gesichtsfeldstörung in seinem Auto die nächstgelegene Klinik suchte. Er verpasste den Abzweig nach links und landete im Nachbarort, war also zu weit gefahren. Auf dem Rückweg, erblickte er den gesuchten Abzweig, denn aus dieser Fahrtrichtung lag er rechts und damit im Gegensatz zur Hinfahrt innerhalb seines Gesichtsfeldes.

Jede Sekunde zählt

Jede Sekunde zählt.

Quelle: dpa

Schreiber machte als häufigste Ursache des Schlaganfalls mit 80 Prozent der Fälle verstopfte Blutgefäße im Gehirn aus. Seltener, aber immer noch verbreitet seien Blutungen im Gehirn durch gerissene Gefäße. Der Arzt machte die Gefahr aufmerksam, Symptome zu ignorieren, wenn sie nach kurzer Zeit wieder verschwänden.

Solche „Wetterleuchten“ seien Vorboten auf einen womöglich bevorstehenden Schlaganfalls. Ein erste leichte Attacke im Gehirn erhöhe die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Wiederholung – dann womöglich mit schlimmeren Konsequenzen.

Wie wichtig zeitnahe Versorgung ist, wussten die meisten Zuhörer, nicht jedoch die Zahlen dazu. In Fällen, in denen sich die Verstopfung der Gefäße mit blutverdünnenden Medikamenten wieder auflösen lassen, liegt die sinnvolle Frist für eine solche Therapie bei viereinhalb Stunden. Daher steigt das Risiko eines zusätzlichen Schadens.

Der Nutzen einer Öffnung der Gefäße mit einem zwei bis drei Millimeter dünnen Katheters endet meist nach sechs bis sieben Stunden. Diese Eingriff, denn Neuroradiologen vornehmen, gehört in Brandenburg/Havel seit 2015 zum Behandlungsspektrum.

Stephan Schreiber beschrieb den Zuhörern die Ausstattung seiner Klinik und die Reihenfolge, in der therapeutische Hilfen dort greifen – von der Aufnahme und möglichen Reanimation über die Stroke-Unit-Intensivüberwachung bis frühen Reha-Phase zur Vermeidung einer erneuten Attacke im Gehirn.

In Brandenburg/Havel, so wurde deutlich, fehlt eine Versorgung im Korridor zwischen den niedergelassenen Ärzten und der stationären Aufnahme. Bei manchen Menschen wäre es sinnvoll, dass Ärzte sie zur ambulanten Abklärung auf den Görden schicken könnten. Für anderen neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose gibt es eine richtige Sprechstunde bei Asklepios, für den Schlaganfall jedoch bisher nicht.

Ein besonderes Problem schilderte ein Zuhörer. Er hatte Symptome eines Schlaganfalls. Seine Ehefrau wählte die Notfallnummer. Sie beschrieb die Symptome aber nicht genau genug, so dass der Mitarbeiter der Rettungsstelle nicht den Verdacht hegte, dass ein Schlaganfall vorliegen könnte. Er empfahl nur einen zeitnahen Arztbesuch.

Der Bürger fuhr daraufhin selbst ins Asklepios-Fachklinikum, wo er behandelt wurde, weil beim ihm die Vorstufe eines Schlaganfalls festgestellt wurde. Stephan Schreiber riet dazu, am Notruftelefon Symptome wie Lähmungserscheinungen möglichst genau zu benennen.

Von Jürgen Lauterbach

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