Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Asklepios investiert erneut fünf Millionen Euro

Brandenburg an der Havel Asklepios investiert erneut fünf Millionen Euro

Vor zehn Jahren privatisierte das Land Brandenburg seine drei Landeskliniken. Zehn Jahre danach zieht der Asklepios-Konzern angesichts von Millionen-Investitionen eine positive Bilanz. Gemessen an den damals gesteckten Zielen nennt auch Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) die Privatisierung „erfolgreich“. Doch gibt es auch Grund zur Unzufriedenheit.

Voriger Artikel
Stahl-Stadion: Flutlichtmasten fallen endgültig
Nächster Artikel
Bensdorf sorgt sich um den Weltfrieden

Kindergesichter bitte pixeln

Quelle: AFK Brandenburg

Brandenburg/H. Vor zehn Jahren hat das Land Brandenburg seine drei Landeskliniken privatisiert, 2300 Beschäftigte schieden aus dem Landesdienst aus. Zehn Jahre danach zieht der Asklepios-Konzern angesichts der Millionen-Investitionen eine positive Bilanz. Gemessen an den damals gesteckten Zielen nennt auch Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) die Privatisierung erfolgreich. Mit einigen Entwicklungen ist sie aber nicht so zufrieden.

Daniela Wolarz-Weigel, Geschäftsführerin der drei Asklepios-Fachkliniken im Land, hat mit ihrem ärztlichen Direktor in Brandenburg Felix Hohl-Radke Steigerungen bei Betten und Investitionen vorzuweisen nach zehn Jahren privater Trägerschaft. Die drei Asklepios-Kliniken in Brandenburg/Havel, Lübben und Teupitz haben seit der Übernahme 100 Betten mehr, bestätigt das Ministerium. Das entspreche einem Zuwachs von 15 Prozent.

Die Zahl der Tagesklinikplätze nahm laut Landesregierung von damals 85 Plätzen auf 240 zu, ein Zuwachs von 182 Prozent. Damit sei ein entsprechender Zuwachs an Arbeitsplätzen einher gegangen.

Das Ziel der Arbeitsplatzsicherheit wurde damit aus Sicht der Landesregierung ebenso erreicht wie das Ziel, die Versorgungssicherheit aufrecht zu erhalten.

Der private Träger schaffte es, wie vereinbart, den Investitionstau aufzulösen. Dazu hatte sich der Asklepios-Konzern im Kaufvertrag verpflichtet. Bilanz beider Seiten: Die Verpflichtungen in Höhe von etwa 39 Millionen Euro wurden vollständig erfüllt, stellt das Gesundheitsministerium fest.

16 500 Patienten sind der bisherige Höchststand

An ihren drei Krankenhäusern im Land erwirtschaftet die Asklepios Fachkliniken Brandenburg GmbH etwa 125 Millionen Euro im Jahr.

Mit knapp 16 500 behandelten Patienten hat das Asklepios-Fachklinikum den bisherigen Höchststand erreicht.

Die Fachkräftequote liegt bei 81,2 Prozent und damit etwas höher als vor der Privatisierung.

Die Zahl der Auszubildenden ist seit 2005 von 44 auf aktuell 50 gestiegen.

25 Prozent der Führungskräfte sind in den drei Asklepios-Fachkliniken weiblich. In anderen Krankenhäusern sind es laut „Focus“ 16 Prozent.

70 Arbeitsverhältnisse sind befristet. 2005 waren es 94.

Leiharbeitnehmer gibt es nach Auskunft der Geschäftsführung nicht mehr beziehungsweise nur noch bei akuten Personalnotlagen für kurze Zeit. 2016 hatte der Leiharbeiter-Anteil bei 8,2 Prozent gelegen, 2005 bei 21,2 Prozent.

Die Personalkosten liegen bei durchschnittlich 57 000 Euro pro Mitarbeiter.

Das Unternehmen setzt jährlich 5,7 Millionen Euro an Eigenmitteln für Investitionen ein. Wäre das nicht nötig, könnte die GmbH 100 Mitarbeiter mehr einstellen, rechnet Geschäftsführerin Wolarz-Weigel vor.

Geschäftsführerin Daniela Wolarz-Weigel rechnet vor, dass ihr Unternehmen an den drei Klinikstandorten mehr als 100 Millionen Euro investiert habe, davon drei Viertel aus Eigenmitteln. Durchschnittlich investiere Asklepios pro Jahr 9,5 Millionen Euro.

Zu den Großprojekten der jüngeren Vergangenheit auf dem Görden gehören der Neubau der Gerontopsychiatrie, die Modernisierung mit Anbau für die Kinder- und Jugendpsychiatrie und die Investitionen in die neue Sporthalle, in die Physiotherapie und Ergotherapie sowie in Sanierungen.

Im kommenden Jahr soll für rund fünf bis sechs Millionen Euro ein weiterer zwei- bis dreigeschossiger Neubau errichtet werden für die Psychiatrie, und zwar in der Nähe des Klubhauses.

Die Zahl der stationären und teilstationären Betten ist in Brandenburg/Havel von 764 vor zehn Jahren auf inzwischen fast 1000 gestiegen bei einer Auslastung von 93,8 Prozent. Diese Tendenz, führt Chefarzt Hohl-Radke auch auf die deutschlandweit gestiegene Akzeptanz psychiatrischer Krankenhäuser zurück.

Daniela Wolarz-Weigel betont den sozialen Ansatz im Unternehmen: „Wir ermöglichen Mitarbeitern, die durch persönliche Ereignisse keine Tätigkeit im Schichtdienst verrichten können, mindestens temporär besondere Arbeitszeitmodelle, die der sozialen Situation Rechnung tragen.“

Brandenburgs linke Gesundheitsministerin Diana Golze ist zwar zufrieden, wie Asklepios den Vertrag mit dem Land erfüllt hat, äußert aber Kritik an der damaligen Privatisierungspolitik. Man hätte sich 2005/2006 auch andere Ziele setzen können, etwa die Beibehaltung aller Klinikbeschäftigten im Tarifvertrag oder die Verhinderung des Outsourcing bestimmter Klinikbereiche.

„Das hat man damals aber unterlassen“, bedauert die Linken-Politikerin. Auf der anderen Seite sagte sie in der nicht öffentlichen Sitzung des Landtag-Fachausschusses auf dem Brandenburger Klinikgelände: „Wenn man die Resultate an den damals gesteckten Zielen misst, war der Verkauf erfolgreich.

Von Jürgen Lauterbach

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg