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Brandenburg/Havel Studenten sollen AKW beschützen
Lokales Brandenburg/Havel Studenten sollen AKW beschützen
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16:52 13.07.2018
Es wird künftig mehr AKW auf der Welt geben, die gegen Angriffe gesichert werden müssen. Quelle: Daniel Karmann/dpa
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Brandenburg/H

Diese Studienrichtung ist erklärungsbedürftig: „Nukleare Sicherheit“. Innerhalb des Masterstudienganges „Security Management“ (Sicherheitsmanagement) bietet die Technische Hochschule Brandenburg THB ab dem kommenden Wintersemester die neue Profilrichtung an.

THB-Präsidentin Burghilde Wieneke-Toutaoui hat sich deshalb selbst die Zeit genommen, das neue Master-Profil in den Gremien vorzustellen, „ich habe selber alle Lehrmaterialien gelesen und bin zuvor vier Mal in Wien gewesen, um mich davon zu überzeugen, dass alles seine Ordnung hat“. Die österreichische Hauptstadt ist Hauptsitz der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO (englisch: International Atomic Energy Agency, IAEA) – eine autonome wissenschaftlich-technische Organisation, die innerhalb des Systems der Vereinten Nationen einen besonderen Status hat.

Ziel der Lehre ist es, einen Beitrag zum weltweit sicheren Betrieb nuklearer Anlagen sowie zum sicheren Umgang mit nuklearem Material, etwa in medizinischen Einrichtungen, zu gewährleisten, indem hochqualifiziertes Personal ausgebildet wird. Die THB-Chefin übersetzt in verständliches Deutsch: „Im Wesentlichen geht es nicht um die rein technischen Prozesse, die in Atomkraftwerken ablaufen. Es geht um Datensicherheit und Hacker-Abwehr, es geht um Organisationsfragen wie Abläufe, Zutritts- und Zugriffsberechtigungen, um simple Einbruchssicherungen sowie um Risiko- und Bedrohungseinschätzungen. Kurz gesagt, um alle Gefahren, die es neu auf der Welt gibt.“ Auch Fragen des Gebots der Nichtweitergabe von Atomwaffen-fähigen Systemen (im Englischen bekannt unter „Non-Proliferation“) seien Studieninhalte.

Längst kein Orchideen-Fach mehr

Nukleare Sicherheit ist im speziellen Fall auch Daten- und Einbruchssicherheit, mit der Bedrohung steigt die Nachfrage. Als „Orchideen-Fach“ für Nerds kann man dies nicht mehr abtun.

Etwas mehr als 40 Interessenten gibt es für die neue Master-Profilrichtung, Problem ist in einigen Fällen die Finanzierung.

Mittlerweile interessieren sich auch andere Hochschulen für solche Studiengänge.

Die THB hofft auf ihren Vorsprung durch ihre Erfahrung aus einem bereits realisierten Pilotprojekt von 2014/15 und durch ihre Kontakte zur IAEA.

An wen richtet sich nun das Studienangebot? Nicht in erster Linie an Experten aus den Hochindustrieländern, sondern eher an Akademiker, Mitarbeiter staatlicher Regulierungsbehörden sowie Sicherheitsbeauftragte von nuklearen Anlagen und medizinischen Einrichtungen in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Die THB hat dazu in Potsdam ein Institut for Security und Safety (Sicherheit und Schutz) ISS unter Vorsitz des im Ruhestand befindlichen THB-Professors Friedrich L. Holl gegründet. ISS-Forschungsstipendiat Marco Macori beschreibt ein Beispiel für die Zielgruppe: „Für das Nach-Öl-Zeitalter werden weltweit erhebliche Investitionen in Kernkraftanlagen erwartet, insbesondere in den heutigen Schwellenländern. Als Beispiel dient der Erdölexporteur Nigeria. Das Land hatte 1970 50 Millionen Einwohner, 2020 werden es wohl 200 Millionen sein und für 2100 wird mit bis zu 730 Einwohnern gerechnet.“ Das bedeute einen riesigen Energiebedarf, der in vielen Ländern nur über Kernenergieanlagen abgedeckt werden könne. Die IAEA möchte diese wenigstens sicher betreiben lassen und sponsert pro Semester vier bis fünf Stipendiaten.

Ein solcher Masterstudiengang über eineinhalb Jahre kostet pro Teilnehmer 16.958 Euro –es ist ein reines Bezahlstudium. Einige Teilnehmer bekommen den Bildungsgang von ihren Staaten, Behörden und Unternehmen finanziert. Eigentlich sollte der erste Studiengang schon zum Sommersemester starten, doch da war bei vielen Teilnehmern die Finanzierung noch nicht sicher, jetzt soll es aber zum Wintersemester definitiv beginnen.

Die neuen Studenten werden aber nicht neben den „Ersties“ zur Immatrikulationsfeier in den Bänken des Audimax sitzen. Ihr Studium basiert auf gemischtem und elektronischem Lernen. Es ist ein reines Fernstudium, dass sich vorwiegend im Internet abspielt. Vorlesungen, Tutorials (Übungen und Einzelunterricht) gibt es per Video, „zum großen Teil im 1:1-Unterricht über Skype wegen der verschiedenen Zeitverschiebungen“, erläutert Burghilde Wieneke-Toutaoui, „wir haben ja schon gute Erfahrungen damals mit der Virtuellen Fachhochschule gemacht. Die komplette Technik ist hier vorhanden.“

Von André Wirsing

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