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Brandenburg/Havel Auch AfD will Slawendorf in bester City-Lage
Lokales Brandenburg/Havel Auch AfD will Slawendorf in bester City-Lage
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18:21 12.11.2018
Ein Hauen und Stechen ist entbrannt um die Zukunft des Brandenburger Slawendorfes. Nun lehnt auch die AfD den Vorschlag der CDU rigoros ab. Quelle: Foto: Ina Schidlowski
Brandenburg/H

Erst die Linken, dann Teile der SPD nun die AfD: Gegen die vom CDU-Fraktionschef und potentiellen Landtagskandidaten Jean Schaffer in die Diskussion gebrachte Idee, das als ABM-Projekt gebaute Slawendorf zwischen Nicolaiplatz und Havel zu Gunsten eines guten Innenstadthotels abzureißen und womöglich an anderer Stelle bei Bedarf wieder zu errichten, stößt auf immer größeren Widerstand.

Auch bei der Alternative für Deutschland (AfD) ist das Projekt durchgefallen, wie der Afd_Fraktionsvorsitzende Axel Brösicke sagt: „Die von der CDU ins Spiel gebrachte Idee, das Slawendorf zu Gunsten eines Hotelbaus an einen anderen Standort umzusetzen, halten wir für nicht umsetzbar.“ Zum Einen stecke im Slawendorf „so viel Engagement und Herzblut, das sich dieses nicht einfach innerhalb weniger Wochen an einem anderen Standort versetzen lässt“ und damit im Falle des Abrisses für längere Zeit nicht zur Verfügung stehe.

Die AfD macht nicht mit

Zudem sei das Slawendorf „der zentrale Anlaufpunkt für Familien aus der Innenstadt und verbindet, gerade durch seine Lage, Familien aus Alt- und Neustadt.“ Über die Jahre sei es zu einem attraktiven und angenommenen sozialen Angebot geworden. Brösicke: „Ein neuer Standort hätte zwangsläufig auch erstmal zur Folge, das ein neuer Kundenkreis aufgebaut und das Angebot neu etabliert werden muss.“

Die Vorschläge der CDU, denen sich bisher nur die Freien Wähler anschlossen – gleichzeitig aber forderten „Hände weg vom Slawendorf“ – hält Brösickes Partei für die „üblichen, politischen Nebelkerzen“. Äußerungen, wonach das „eine Chance für das Slawendorf ist und man es dann mehr fördern und ausbauen könne, beeindrucken uns nicht“, sagt der Stadtverordnete. So werde von Seiten der Befürworter Geld versprochen, von dem man wisse, „dass man es Aufgrund der Haushaltslage nicht oder nicht dauerhaft hat.“

Idealer Standort zwischen Alt- und Neustadt

Wer das Slawendorf fördern, ausbauen oder entwickeln wolle „kann das auch am aktuellen Standort, wenn man denn will.“ Der AfD-Mann erinnerte an den „Märchenwald“ der BAS, der auch vor Jahren abgebaut wurde und lange Zeit verschwand. Brösicke: „Für mich als Kommunalpolitiker geht es hier um eine Hemmschwelle die ich nicht zu reißen bereit bin. Wenn wir anfangen, die günstigen Standorte sozialer Angebote für kommerzielle Zwecke in Frage zu stellen, was kommt als dann als Nächstes? Für ein Waldhotel den Krugpark umsetzen?“ Bei allem Verständnis für die nötige, touristische Entwicklung der Stadt: „Die Lebensqualität unserer Bürger sollten wir dabei nicht aus den Augen verlieren.“

Nachdem die CDU in der Vorwoche ihren Vorstoß veröffentlicht hatte, hatte die SPD-Fraktionsvorsitzende Britta Kornmesser – die wohl zur Wahl gegen Schaffer als Direktkandidatin für den Landtag antritt – erklärt, sie sei im Grundsatz bereit, über das Thema zu diskutieren.

Gegner formieren sich

In der Folge hatte der SPD-Kulturexperte Udo Geiseler auf das Gaspedal getreten und erklärt: Die Hotelbefürworter der CDU würden sich, wie die MAZ berichtete, auf ein Tourismusgutachten berufen, nachdem die Innenstadt ein Hotel brauche. „Wenn ich die Medienberichte dazu richtig verstanden habe, dann kann dieses laut Gutachten auf dem Packhof, am Wiesenweg oder auf dem Gelände des Slawendorfes entstehen. Der Packhof ist raus! Das Slawendorf wollen wir erhalten!“ Der Wiesenweg sei frei. Geiseler: Wo also „ist das Problem?“

Auch die Linke schoss über ihren Vorsitzenden Andreas Kutsche und die Kultur-Expertin der Partei Heidi Hauffe gegen die CDU-Pläne: Diese Idee werde als „Rohrkrepierer enden“.

Kein Interesse an der Betreibung des Dorfes

Das Slawendorf hat eine Größe von 1,4 Hektar, Zugang zur Havel sowie zwei Boote. Dazu kommen Übernachtungshütten mit 36 Betten und ein kleiner Gastronomiebereich in dem festen Verwaltungsgebäude, das zum Slawendorf gehört. Das Erlebnisdorf zwischen Jahrtausend- und Luckenberger Brücke war lange Zeit eines der Lieblingsprojekte der Brandenburger Lokalpolitik und der BAS. Der Versuch, einen Betreiber für das Gelände samt Slawendorf zu finden scheiterte mehrfach. In den vergangenen zehn Jahren hatte sich keine in der SVV vertretene Partei verstärkt um den Erhalt des Slawendorfes verdient gemacht.

Von Benno Rougk

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