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Brandenburg/Havel Auch Talente müssen üben
Lokales Brandenburg/Havel Auch Talente müssen üben
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10:59 29.10.2013
Lehrer Matthias Bröde zeigt seiner Schülerin, wie es klingen muss. Quelle: Ina Schidlowski
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Brandenburg an der Havel

Matthias Bröde, 53, Berufsmusiker aus Berlin, sitzt auf einem weißen Klappstuhl. Seine Augen konzentrieren sich auf Paulines Finger und sein Fuß wippt im Takt. Durch die geschlossene Glastür dringt ein „Smoke on the Water“ von den Gitarren nebenan. In einem anderen Raum erklingt eine Geige. „Soll ich es dir noch einmal vorspielen?“, fragt Matthias Bröde seine neunjährige Schülerin. Er schiebt die Brille hoch und spielt das Übungsstück „Im Kahn“. Dann kommt Paulines Einsatz. „Sehr gut“, sagt ihr Lehrer. Die zarten Kinderfinger hüpfen gekonnt über die Tasten, während der Blick schnell vom Notenblatt zum Klavier wechselt.

Immer mittwochs treffen sich die beiden in der Hauptstraße 23 in Brandenburg an der Havel. Als er vor einem Jahr aus Barcelona nach Berlin kam, bewarb sich Matthias Bröde an der Freien Musikschule in Brandenburg und unterrichtet seit dem jeden Mittwoch und Donnerstag insgesamt 17 Schüler im Fach Klavier. An der Musikhochschule in Karlsruhe hat er klassisches Klavier studiert. Ein Jazzstudium an der Kölner Musikhochschule schloss sich an.

„Eigentlich wollte ich als Kind immer Trompete spielen“, erinnert sich der Mann mit dem dunklen, zum Zopf gebundenen Haar und dass er während der Schulzeit auch mal Waldhorn ausprobiert hat. Heute orientiert er sich an Toots Thielemans. Der 91-jährige belgische Komponist und Jazz-Mundharmonikaspieler spielte schon mit vielen Jazzgrößen und wurde mit höchsten Auszeichnungen geehrt. Doch auch Bröde ist auf diesem Gebiet kein Unbekannter. Bereits während des Klassikstudiums begann er Mundharmonika zu spielen. Einfach mal ohne Noten spielen, das reizte ihn besonders. Er gründete unter anderem das Matthias Bröde Chamber Trio, veröffentlichte zuletzt das Album „Instict to play“ unter dem Namen „Bröde Vier“ und gewann den diesjährigen WDR-Jazzpreis in der Kategorie Improvisation. „Mit seinem feinsinnigen kammermusikalischen Jazz holt er die Mundharmonika in den Fokus der Jazzöffentlichkeit“, sagt der WDR über den Komponisten und Jazzmusiker.

Immer wieder malt der Lehrer Matthias Bröde kleine Hinweise in Paulines Notenheft. „Das wird schon“, macht er ihr Mut. Noch einmal Hände ausschütteln, gerade hinsetzen, einatmen, ausatmen und das ganze Stück etwas langsamer spielen. Pauline arbeitet sich durch das kleine Probenstück „Pointed“. „Na super“, sagt ihr Lehrer zufrieden. Dann zeigt er ihr eine einfache Improvisationsübung. Ohne Noten. Pauline spielt es nach. „Weißt du, was improvisieren ist?“, fragt Bröde, während seine Augen lustig durch die Brille funkeln und erklärt dann: „Wenn man etwas spielt, was nicht aufgeschrieben ist.“

Talent, sagt der Musiklehrer, dieses Wort spreche er relativ ungerne aus, denn es sei eine Überbewertung von vorhandenen Fähigkeiten. Vielmehr zählen die äußeren Umstände, wie die Unterstützung der Eltern und das Üben. Schon während seines Studiums begann der Musiker zu unterrichten. Die Arbeit mit Schülern gefällt ihm. Mal ist es anstrengend, ein anderes Mal hat er wieder viel Freude. Doch Ärger steht in seinem Gesicht geschrieben, wenn er über die Kulturpolitik nachdenkt. Im Bereich musikalische Bildung werde viel getan, sagt er, immer neue Musikhochschulen entstehen, die Chancen als Berufsmusiker zu arbeiten seien dagegen vergleichsweise gering.

Von Ina Schidlowski

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