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Auch der Hausmeister kümmert sich ums Klima

Klimaschutz im Kommunalen Auch der Hausmeister kümmert sich ums Klima

Auch wenn in China oder Indien die Klima-Dreckschleudern arbeiten, kann sich jeder Einzelne auch fragen, was er tun kann, damit es weniger Überschwemmungen und mehr Winter gibt. Der grüne Fußabdruck ist auch Privatsache.

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Umbau: Das Blockheizkraftwerk in Delitzsch konnte wegen des erfolgreichen Energiesparens verkleinert werden.

Quelle: Manfred Lüttich

Brandenburg/H. Die sächsische Kleinstadt Delitzsch ist energieautark – sie verbraucht rechnerisch viel weniger Energie als sie selbst durch Photovoltaik, Windkraft und Biomasse erzeugt. Natürlich ist das ganze nur ein theoretischer Wert, ganze Monate muss sie überschüssige Energie rausschaffen und in einigen Wochen muss sie auch Energie zusätzlich erzeugen oder kaufen. Doch es ist ein – mehrfach ausgezeichneter – Anfang. So wurde beispielsweise bei den Stadtwerken Delitzsch schon vor vier Jahren das alte Blockheizkraftwerk durch zwei Miniatur-BHKW ersetzt. Maßgeblich beteiligt war an den Umgestaltungen Stadtwerkechef Gunter Haase, der nunmehr als Technischer Geschäftsführer zu den Brandenburger Stadtwerken zurückgekehrt ist. Auch hier soll das Unternehmen eine Vorreiterrolle einnehmen beim Umsetzen des Klimaschutzkonzeptes, das im Laufe dieses Jahres von einem renommierten Planungsbüro geschrieben wird. „Im Wesentlichen geht es um das Einsparen von Kohlendioxid, also den Verzicht auf fossile Brennstoffe. Anschauen müssen wir uns dabei nicht allein die Energieerzeugung, die macht nur zehn Prozent aus. Es geht auch um die Themen Wärme und Mobilität.“

Ein großes Problem entsteht daraus, dass es zwar mittlerweile – hochsubventioniert – riesige Mengen erneuerbarer Energie gebe, diese aber nicht immer verfügbar sind, wenn sie gerade gebraucht werden. Es fehlt an Speichern, bislang werden die entsprechenden Forschungen wie Investitionen jedoch nur unzureichend gefördert. Eine kleine Ausnahme gab es in Delitzsch, da floss Geld für einen Speicher. Mit einem Riesen-Tauchsieder mit drei Meter langen Heizspiralen wurde mit Hilfe überschüssiger Energie Wasser verdampft und als Fernwärme gespeichert und bei Bedarf ins Netz gespeist.

Solar-Bundesliga

Der so genannte European Energy Award, mit dem besonders energieeffiziente Kommunen ausgezeichnet werden, ist zwar in Sachsen und Sachsen-Anhalt populär, aber bislang noch nicht in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern.

Es gibt sogar eine Solar- und eine Bioenergie-Bundesliga.

Dennoch hat die Stadt jetzt erstmals Fördermittel von etwa 170.000 Euro bekommen für das Erstellen des kommunalen Klimaschutzkonzeptes.

Das Papier soll bis Ende Dezember fertig sein.

Das beauftragte Büro hat ähnliche Konzepte bereits für 45 deutsche Städte erarbeitet.

Eingeschlossen sind auch öffentliche Debatten und Akteurskonferenzen.

Das ginge auch eleganter, etwa mit einer Hydrolyseanlage: Dort wird Wasser und Kohlendioxid zu Methan (CH 4), das Gas lässt sich problemlos lagern und später verbrennen – und dabei entsteht noch nicht einmal zusätzliches Kohlendioxid.

Noch ist dies Zukunftsmusik, bis dahin helfen auch kleine Schritte. „Das geht ja bis hinunter zum Hausmeister, der kontrolliert, wie die Heizungen in öffentlichen Gebäuden gefahren werden. Ein Grad Raumtemperatur macht sechs Prozent Heizenergie aus“, sagt Haase.

Zuerst müssen Verwaltungen, Stadtwerke und Wohnungsgesellschaften mitmachen beim Klimaschutz durch Energiesparen, später benötigt man ein Einbeziehen der Bevölkerung. In dem Programm „Wege zur urbanen Stadt“ müsse für jede Kommune neu eine gesamtenergetische Betrachtung angestellt werden hinsichtlich, Bevölkerungs-, Flächen-, Gebäude- oder Verkehrsstrukturen. Ein flächendeckendes Carsharing mit Elektromobilen und Ladestruktur würde beispielsweise zwar in Berlin passen, aber nicht in Brandenburg/H. Und schon gar nicht in Delitzsch.

Von André Wirsing

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