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Brandenburg/Havel Auf Nahrungssuche im Brandenburger Wald
Lokales Brandenburg/Havel Auf Nahrungssuche im Brandenburger Wald
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14:09 18.04.2016
Kräutersammler in Aktion. Quelle: Jürgen Krumnow
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Brandenburg/H

Auf zwei ganz unterschiedliche Wege der Nahrungssuche haben sich jetzt die Brandenburger begeben. Eine Gruppe, es war die absolut größte, hat wie üblich die Einkaufszentren überrannt. Die andere Gruppe, sie stellte mit etwa 50 Frauen und einigen Männern eine Minderheit dar, hat die schon einige tausend Jahre alte Form der Suche beziehungsweise des Sammelns von Nahrungsmitteln gewählt. Sie haben am Nachmittag an der Kräuterwanderung des Naturschutzzentrums Krugpark teilgenommen.

Noch ehe sich die Sammler auf den Gang durch das Grün machten, hat Andrea Kausmann als Hausherrin des Naturschutzzentrums mit kräuterbelegten Häppchen und Sirup und Likören aus Kräutern der Sammellust den Boden bereitet. Es brauchte nicht mehr des Arguments, dass es allein in Europa etwa 1500 essbare Pflanzen gibt. Noch ehe der Trupp unter der Führung von Sigrid Weigmann als der kundigen Kräuterfrau so richtig im Wald war, ließ sie die noch jungen Blätter der Rotbuche kosten. Blätter essende Leute, ein gewöhnungsbedürftiger Anblick.

Doch das Bücken nach den Pflanzen, Riechen, Schmecken und Einsammeln begann ja erst. Auf dem etwa drei Kilometer langen Pfad öffnete Sigrid Weigmann innerhalb der 90 Minuten vielen die Augen für das, was der Frühling am Wegesrand ausgebreitet hat. Giersch, das Zeug, das jeder Gärtner wie Brennnessel mit Vehemenz bekämpft, Vogelmiere, das Gelumpe, das jeden Gartenbesitzer zornig macht, und Löwenzahn, der sich kaum bändigen lässt, werden an diesem Nachmittag wie viele andere Pflanzen rehabilitiert.

In Doppelfunktion als Heil-und Küchenpflanze ist ihr guter Ruf unbestritten, aber eben nicht überall erkannt. Allein die Brennnessel ist so ein Tausendsassa. Sie hilft gegen Arthrose, Arthritis, Prostatabeschwerden und Blasenprobleme, wird in der Küche als Salat oder zur Verfeinerung von Speisen benutzt. Sigrid Weigmann hatte viele Beispiele parat, die von den Teilnehmern der Wanderung eifrig notiert und diskutiert wurden.

Unter ihnen Marie Müller, die diese Wanderung gewissermaßen zur Festigung ihrer bisherigen Erfahrungen nutzte. Sie zeigte sich überzeugt, dass viele im Wald und auf den Wiesen wachsende Kräuter gegenüber den im Supermarkt gekauften Pflanzen wegen ihrer natürlichen Inhaltsstoffe und einem Mehr an Vitaminen die Gewinner sind.

Die Organisatoren der Wanderung traten dann noch einen letzten Beweis an. Mit Teilnehmern bereiteten sie Speisen zu. Auf der Tageskarte standen Bärlauchpesto, Frühlingsschnecken mit Bärlauch und Brennnesseln, Vogelmiere-Käsesuppe, Wildkräuterquark und andere Spezialitäten. Gern waren sie dem Leitspruch des Kräuterpfarrers Johann Künzle (1857-1945) gefolgt, von dem dieser Satz stammt: „Wenn die Menschen das Unkraut nicht nur ausreißen, sondern aufessen würden, wären sie es nicht nur los , sondern würden auch noch gesund.“

Info: Das Naturschutzzentrum bietet in den nächsten Wochen folgende Veranstaltungen an:

Vogelstimmenwanderung am 1. 5. von 8-10 Uhr,

Krugparkfest zum Weltumwelttag am 4.6 von 14 bis 20 Uhr

Waldferienspiele vom 21.7 bis 2.9. jeweils von 9. 30 bis 12.30

Eine –Welt-Nacht am 19.8. von 18 bis 24 Uhr.

Eine Pilzwanderung im Herbst ist in der Planung

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