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Auf Zeitreise mit Ex-Genesis-Star

Ray Wilson on Tour Auf Zeitreise mit Ex-Genesis-Star

Zwei Jahre lang war er einst Mitglied der Band Genesis, heute tourt er mit den alten Klassikern der Band durch Europa. Am Donnerstag stand Ray Wilson auf der Wasserbühne der Regattastrecke in Brandenburg an der Havel – und holte die 300 Besucher mit alten Genesis-Klassikern ebenso ab wie mit seinen Solostücken. Das Publikum hielt es nicht lange auf den Sitzen.

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Den größten Zuspruch erhielt Ray Wilson in Brandenburg an der Havel natürlich für die alten Genesis-Klassiker.

Quelle: Foto: Philip Rissling

Brandenburg an der Havel. 2003 oder 2004 muss es gewesen sein, aber Ray Wilson erinnert sich noch gut. Oder auch nicht, denn „ziemlich betrunken“ sei er damals im Plauer Brauhaus bei seinem ersten Besuch in Brandenburg an der Havel gewesen. Das selbst gebraute Bier habe ihm gleichermaßen die Sinne vernebelt und doch auch dafür gesorgt, dass der Auftritt in der kleinen „Kneipe Pur“ in Erinnerung blieb.

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Zwei Jahre lang war er einst Mitglied der Band Genesis, heute tourt er mit den alten Klassikern der Band durch Europa. Am Donnerstag stand Ray Wilson auf der Wasserbühne der Regattastrecke in Brandenburg an der Havel – und holte die 300 Besucher mit alten Genesis-Klassikern ebenso ab wie mit seinen Solostücken. Das Publikum hielt es nicht lange auf den Sitzen.

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Und erst das Publikum: „Es war sehr eng und heiß, hatte aber genau deshalb einen ganz besonderen Charme“, meint sich der 46-Jährige zu erinnern. Zwölf, dreizehn Jahre später goutieren viele, die am Donnerstagabend zur Wasserbühne an der Brandenburger Regattastrecke gekommen sind, diese und andere kleine Anekdötchen, die der Sänger zwischen seinen Songs immer wieder einstreut.

Nie mit Collins auf der Bühne

Zwei Jahre lang ist der Schotte Ray Wilson Mitglied der Band Genesis, von 1997 bis 1999. Die ganz große Zeit der zu diesem Zeitpunkt schon fast drei Jahrzehnte weltweit erfolgreichen Formation neigt sich da schon langsam, aber sicher dem Ende entgegen. Entgegen der landläufigen Meinung stößt Wilson erst dazu, als das Gesicht der Band, Superstar Phil Collins, sich schon verabschiedet hat. Der sieht es angeblich gar nicht gern, dass die Gruppe mit Wilson weitermacht. Ein Verhältnis zur mittlerweile wiedervereinigten Band besteht heute nicht.

Trotzdem hat Ray Wilson am Donnerstagabend viel Liebe für seine Ex-Mitstreiter Mike Rutherford und Tony Banks im Gepäck und auch Collins ist für ihn mehr Inspiration denn Rivale. Was irgendwie auch logisch ist, tourt Wilson mit drei Mitstreitern, zu denen sein Bruder Steve zählt, doch mit den größten Genesis-Klassikern im Gepäck durch Europa.

Zwar hat er in den vergangenen 20 Jahren auch diverse Soloalben veröffentlicht, die Brandenburger holt er aber – natürlich – vorrangig mit den Genesis-Hits der 60er, 70er und 80er ab. „Invisible touch“, „Follow you, follow me“, „Land of confusion“ – lange dauert es nicht, bis sich die ersten Konzertbesucher von ihren Sitzen erheben, mittanzen, -singen und freudig in Erinnerungen schwelgen. Wenn die Band in Originalbesetzung schon nicht in die Havelstadt zu bekommen ist, dann tut es eben auch ein Ehemaliger. Da ist der Brandenburger pragmatisch, auch wenn Wilson keinerlei Aktien an den alten Megahits hat.

Genesis funktioniert auch heute noch

Dass diese bei dem vorwiegend über 40-jährigen Publikum aber auch anno 2015 noch wunderbar funktionieren, beweist das Konzert am Donnerstagabend. Wilson punktet zwar eher mit dem riesigen Repertoire an Hits denn mit raumgreifender Stimme oder überwältigender Bühnenpräsenz. Doch das ist mehr als in Ordnung.

Denn Genesis-Songs funktionieren auch 48 Jahre nach Bandgründung wunderbar live – und letztlich ist es den meisten wohl auch egal, wer sie auf der Bühne performt.

Ray Wilson zumindest erfüllt seinen Job an der Regattastrecke. Die 300 Gekommenen feiern in wunderbarer Kulisse eine anderthalbstündige Party im Geiste der eigenen Jugend. Es dürften nicht Wenige sein, die an diesem Abend selig ins Bett fallen – und sich schon heute auf den nächsten Besuch eines Tribut-Künstlers freuen. Vielleicht schaut demnächst ja eines der zahlreichen Ex-Mitglieder von Jethro Tull oder Pink Floyd vorbei.

Von Philip Rißling

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