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Brandenburg/Havel Auf der Deponie brennt noch eine Fackel
Lokales Brandenburg/Havel Auf der Deponie brennt noch eine Fackel
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21:01 04.09.2017
In dem Rohr über der Gassammelstation wird das Methan-Luft-Gemisch bei Temperaturen von mehr als 1000 Grad Celsius verbrannt. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H./Fohrde

25,2 Millionen Euro musste die Stadt ansparen für die Rekultivierung und Nachsorge der Deponie Fohrde – das heißt, für alle absehbaren Kosten über einen langen Zeitraum, sagt Bürgermeister Steffen Scheller (CDU).

Und die Deponie kostet weiterhin Geld – sei es für das Auffangen und Entsorgen des Kondensatwassers, sei es fürs Beseitigen der Vandalismusschäden: Immer mal wieder sind auf der Rückseite des Areals zur Bahnstrecke hin die Zäune aufgeschnitten, weil es Jüngeren hier gefällt, mit dem Enduro-Moped Motocross zu spielen oder weil andere unbedingt ihre Hunde hier spazieren zu führen.

Dabei ist es nicht ganz ungefährlich. 31 vertikale Gasbrunnen (Dome) gibt es, in ihnen werden Methan, Kohlendioxid und Stickstoff aufgefangen. Fällt ein Mensch hinein und kann sich nicht selbst befreien, kann er vom Methan auch schnell bewusstlos werden. Zudem bildet es zusammen mit Luft auch explosive Gemische. Methan ist beispielsweise auch 25-mal klimaschädlicher als Kohlendioxid. In geringen Dosen entstehen auch Benzol und Toluol – also aromatische Kohlenwasserstoffe.

Der Müll ist im Erdreich gut eingepackt: Unter dem Abfall gibt es eine 40 Zentimeter dicke Schicht aus Elektroofenschlacke und Ziegelmaterial, darüber kommen eine 50 Zentimeter starke Steinschicht und eine Kunststoff-Dichtungsbahn sowie eine Dränmatte für die Entwässerung. Über dem Abfall gibt es noch einmal eine 1,20 Meter dicke Schicht aus gewaschenem Sand, Unter- und Oberboden sowie Grasansaat. Das Regenwasser wird aufgefangen und über Schlammfangbecken in ein Versickerungsbecken geführt. Somit ist der Abfall dicht verschlossen, lediglich über die Gasdome sollen die Gase kontrolliert aufgefangen werden, erläutert Ricarda Löffler von der Fachgruppe Umwelt im Rathaus die Sicherungsmaßnahmen. „Diese wurden Ende 2007 abgeschlossen.“

1,6 Millionen Tonnen Abfall in Fohrde

Die Deponie Fohrde war lediglich von 1980 bis 2005 in Betrieb.

Hier landete vor allem unbehandelter Abfall, lediglich Schrott und Glas wurden aussortiert.

Insgesamt sind hier 1,6 Millionen Tonnen Abfall abgelagert.

Zwei Drittel des Volumens kam erst nach 1990 zusammen, vor allem Verpackungsabfälle ließen die Müllmenge schnell wachsen.

Die Nachbehandlung und Rekultivierung ist auf einen Zeitraum von 30 bis 100 Jahren ausgelegt, die Vorschriften dazu werden laufend geändert.

Von 2010 bis 2013 gab es schon einmal den Betrieb eines kleinen Blockheizkraftwerkes, der damals wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt werden musste.

Seit 2013 der Betrieb des Blockheizkraftwerkes eingestellt wurde (siehe Infokasten), werden die aufgefangenen Gase in einer Hochtemperaturfackel bei 1098 Grad Celsius abgebrannt, damit es keine giftigen Rückstände gibt, die in die Luft entweichen. „1000 Grad sind gesetzliche Pflicht, wir haben im Gemisch noch einen Methananteil von 30 Prozent und einen Gasdruck von 25 Millibar“, sagt Fachgruppenleiterin Kirstin Ohme. Der ganze Prozess werde durch eine Firma fernüberwacht, einmal im Monat werden die Dome, Rohre und Verbrennungsanlage gewartet.

Unabhängig davon wird das Deponiekondensat, das entsteht beim Abkühlen des Deponiegases, wenn dieses aus dem Inneren an die Oberfläche kommt, wird in speziellen Behältern aufgefangen und mobil über das Klärwerk Briest entsorgt, bestätigt Friederike Schallehn, die den Bereich Abwasser beim Versorger Brawag verantwortet. „Wie bei jeder mobilen Entsorgung ist dafür die ganz normale Aufleitgebühr zu entrichten .“

Mittlerweile gibt es auch in der Energiebranche neue Technologien, mit denen auch Gase verarbeiten werden können, die weniger als 50 Prozent Methananteil haben. Um die Kosten etwas zu senken, nicht weiter nur warme Luft raus zu pusten und wegen rechtlicher Vorschriften des Landesamtes für Naturschutz bemüht sich die Umweltverwaltung gerade um einen Interessenten, der dennoch wieder ein kleines Blockheizkraftwerk betreibt. Nötig sind dafür eine kleine Anlage und ein sogenannter Tandem-Mischer als Hilfsgerät, der die Brennfähigkeit des Gas-Luft-Gemisches herstellt. „Uns wäre es schon recht, wenn er kostenneutral arbeitet. Der Betreiber lebt von den Erträgen von dem Strom, den er ins öffentliche Netz einspeist, das zählt zu den erneuerbaren Energien. Dafür gibt es auch noch einmal kleinere Gelderträge. Uns entstehen dafür keine weiteren Kosten. Das wäre eine gute Lösung für alle“, sagt Kirstin Ohme.

Von André Wirsing

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