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Brandenburg/Havel Auf der Ofenbank mit Aussicht bleibt der Rücken warm
Lokales Brandenburg/Havel Auf der Ofenbank mit Aussicht bleibt der Rücken warm
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17:07 27.02.2019
Wolfgang Zander und Alf genießen die Wärme an ihrem Rücken. Quelle: Jürgen Lauterbach
Brandenburg/H

 Der kleine Alf rekelt sich behaglich auf der Holzbank und drückt sein Hinterteil sanft gegen den Ofen. So schlummert der kleine Hund von Wolfgang und Beate Zander aus Plaue auf seinem Königsplatz ein. Er wacht auf, wenn es ihm mit der Zeit zu warm wird dahinten. Dann springt Alf auf und kühlt seinen kleinen Körper auf den Fußbodenfliesen.

Das Ehepaar, das im Haus gegenüber dem Restaurant Seeblick wohnt, hat eine Idylle geschaffen mit Blick aufs Wasser und den einladenden Garten, an dem auch Biber, Fuchs, Eichhörnchen, Waschbär und Wildschwein als Gelegenheitsgäste ihre Freude haben.

Zu der Idylle trägt die Stimmung in der Diele bei, die den Blick freigibt auf die Natur draußen. Dort wo Alf sich so gern lümmelt, fühlen sich auch die Gäste der Zanders wohl – vor allem im Winter. Der mit Holz geheizte, breite braune Ofen wärmt den Rücken und füllt mit seiner Ausstrahlung die gesamte Diele bis hoch zur Treppe ins Obergeschoss.

Das Vorbild war vor 35 Jahren in der Zeitschrift Das Magazin abgebildet. Danach ließ sich das Ehepaar Zander aus Plaue einen eigenen Kachelofen setzen. Noch heute heizt er unverdrossen. Von der Bank blickt man in die Natur.

Mit dem Einzug im Jahr 1983 hat das Ehepaar Zander sich sein Haus so schön eingerichtet, das damals vom Verfall bedroht war. Zu jener Zeit blätterte Beate Zander in der bekannten Monatszeitschrift Das Magazin. Ihr Blick fiel auf das Foto eines grün gekachelten Ofens. Ein solches Stück sah sie vor ihrem geistigen Auge auch in den eigenen vier Wänden.

Die Familie nahm Kontakt auf zu dem bekannten Ofenbauer Böttcher in Wusterwitz, zeigte ihm das Bild und bat ihn, einen solchen Ofen zu setzen. Der Meister sagte zu: „Mach ich.“

Über die Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) besorgte der Ofenbauer die Kacheln, berichtet Wolfgang Zander, der vor seinem Ruhestand unter anderem als Betreuer und Schichtbereichsleiter im Walzwerk gearbeitet hat und nach der Wende in der Bausanierung tätig war.

Nach oben hin heller

Nicht grün wie im Prospekt, sondern braun sind die Kacheln, die der Fachmann seinerzeit setzte, und zwar nicht in einem einheitlichen Farbton. „Nach oben hin werden die Kacheln heller, das soll so sein, weil Flammen nach oben hin auch heller leuchten“, erklärt der Hausherr. Eine Besonderheit ist dabei die einzelne, etwas dunklere Kachel links oben in der Ecke.

Nach einer Woche waren alle Kacheln verbaut, stand der Ofen, mit dem die Kinder des Ehepaares aufgewachsen sind. Der Ofenbauer berichtete seinen Kunden nach getaner Arbeit, dass die eigene Frau nun auch einen solchen gekachelten Ofen haben wolle.

500 Mark haben Material und Arbeitszeit damals gekostet. Für den Erbauer gab es noch 50 Mark Trinkgeld und einen Schnaps oben drauf.

Von der Küche aus beheizt

Die Stelle vor dem Ofen rief förmlich nach einer Ofenbank, die Wolfgang Zander mit seinem Sohn Yves zusammengebaut hat, zur Freude von Generationen von Besuchern. Und natürlich der Bewohner, die aus ihrer Diele weit mehr gemacht haben als sonst üblich.

Beheizt wird der Ofen von hinten, von der Küche aus. Ausschließlich mit Holz. Einmal im Jahr schaut der Schornsteinfeger nach dem Rechten. Probleme hat es mit dem gut 35 Jahre alten Wärmespender nie gegeben.

Während der Hausherr erzählt, ist der kleine Alf aufgesprungen und kehrt zurück auf die warme Bank gleich neben Herrchen. Der Blick aufs Wasser ist ihm einerlei. Die Augen sind bald wieder geschlossen.

Kachelöfen sollen erhalten bleiben

Seit einigen Wochen präsentiert die MAZ Kachelöfen, die überwiegend in Privathäusern stehen und eine mehr oder weniger bewegte Geschichte haben.

Ausgangspunkt der Artikelreihe ist die aktuelle Kachelofen-Ausstellung im Archäologischen Landesmuseum, die noch bis zum 17. März im Brandenburger Paulikloster läuft.

Gleich mehrere Kachelöfen stehen in dem Haus in der Wilhelmsdorfer Landstraße, das die Mutter des Kommunalpolitiker Michael Raith unlängst erworben hat. Das Haus mit der Backsteinfront ist etwa 1900 gebaut worden.

Von den schönen Öfen will sich die neue Eigentümerin nicht trennen. „Wir versuchen, möglichst alle Öfen zu erhalten“, sagt Michael Raith. Ein grün gekachelter Ofen ist sogar schon in Betrieb. Er wurde auf Gas umgerüstet und hat seine Heizpremiere bei den neuen Eigentümern gut bewältigt.

Von Jürgen Lauterbach

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