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Brandenburg/Havel Auf der Suche nach dem gemeinen Waldmops
Lokales Brandenburg/Havel Auf der Suche nach dem gemeinen Waldmops
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06:50 27.04.2017
Der berühmte Waldmops hielt zur Buga 2015 in Brandenburg Einzug. Quelle: Benno Rougk
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Brandenburg/H

„Es war 1972, da hat der bekannte Zoologe Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow der Weltöffentlichkeit erstmals seine Forschungen zum gemeinen Waldmops vorgestellt.“

Frank Brekow steigt gleich ins Thema ein. Es ist eine ungewöhnliche Führung, die er im Auftrag der Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft Brandenburg (STG) anbietet: die Waldmops-Führung. Konnten Brandenburger und Touristen die bronzenen Hunde zuvor nur mittels Karte selbst erkunden, geht das ab Ende April in einer zweistündigen geführten Tour.

Frank Brekow (M.) weist die Gästeführer in die neue Waldmopsführung ein. Am Wochenende geht es dann richtig los. Quelle: Annika Jensen

Sie beginnt am Stadtmodell auf dem Neustädtischen Markt, in dessen Nähe, nämlich vor der Touristinformation, schon der erste Mops wartet. Danach geht es weiter zum Bootsanleger am Pfaffe-Kai, zum Mühlentorturm, zur Augenklinik am Packhof, über die Jahrtausendbrücke, durch den Humboldthain und endet nach einem Besuch bei dem Hund auf der Treppe an der Cafébar wieder am bronzenen Stadtmodell auf dem Neustädtischen Markt.

Jetzt gab es schon mal eine Fortbildung für die Gästeführer. Eine Gruppe von 17 Teilnehmern macht die Tour mit Frank Brekow. Die meisten von ihnen hatten sich im Zuge der Buga 2015 zu Gästeführern ausbilden lassen. Brekow erklärt seinen Schülern, die Führung werde sowohl die historische Waldmopsforschung vorstellen, die durch von Bülow initiiert und voran getrieben wurde, als auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Forschung.

Der Waldmops in Brandenburg

In einem Sketch von 1972 porträtierte Vicco von Bülow den Waldmops erstmals. Das Tier sei ein Nachfahre eines mächtigen Waldbewohners, der einst durch Europa streifte, zwischen Ural und Fichtelgebirge. Rücksichtlos wurde er jedoch zurückgezüchtet, so dass er heute gefahrlos und konsumgerecht sei. Um an den großen Humoristen zu erinnern, wurde in Brandenburg das weltweit erste Waldmopszentrum errichtet. Schließlich wurde Loriot in der Havelstadt geboren. Ganze 30 bronzene Waldmöpse sollen Teil des Forschungszentrum werden. Derzeit sind 22 in der Stadt ausgewildert. Das Projekt entstand im Zuge der BUGA. Kreiert wurden die Figuren von der Künstlerin Clara Walter. Die Realisierung einer Figur kostet 4500 Euro.

Brekow bleibt ernst. Ohne auch nur ein angedeutetes Lächeln oder Augenzwinkern erzählt er von dem natürlichen Fressfeind des Hundes, dem Havelzander, von der vermutlich neuen Spezies in Brandenburg, die vermehrt am Wasser zu finden ist – Näheres muss die Forschung aber noch herausfinden – oder von den 80 Litern Wasser, die so ein Waldmops am Tag trinkt.

Die Führung umfasst den Besuch von 16 der derzeit 22 ausgewilderten Waldmöpse. Zu jedem der Tiere weiß Brekow bereits Bekanntes und Neues zu berichten. Auch aus dem Leben Loriots, der aufgrund seiner Forschungsarbeit mehr als bekannter Zoologe und Tierpsychologe denn als Humorist gesehen wird, erfahren die Teilnehmer der Führung viel. „Dieses Exemplar ist etwa 45 Jahre alt“, sagt Brekow und zeigt auf den Waldmops an der St. Gotthardtkirche. „Das zeigt sich daran, dass er in Richtung der Südkapelle der Kirche seine Nase in die Luft streckt. Der Hund ist nämlich noch dem großen Zoologen begegnet und hat seinen Geruch aufgenommen. Nun erschnuppert er den Ort, an dem von Bülow am 30. Dezember 1923 getauft wurde.“

Die zukünftigen Experten der Waldmopsrunde sind begeistert von der Führung. Die possierlichen Tierchen in den Mittelpunkt einer Führung durch die Innenstadt zu stellen, finden sie toll. „Die zwei Stunden sind genau die richtige Länge, um sich nur mit den Hunden zu beschäftigen“, sagt Christa Müller.

Für alle neugierigen Brandenburger und Nicht-Brandenburger Waldmopsfans gibt es die Führung einmalig kostenlos am Samstag, 29. April, um 10 Uhr. Treffpunkt ist das Stadtmodell.

Von Annika Jensen

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