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Brandenburg/Havel Auf die Forelle, fertig, los!
Lokales Brandenburg/Havel Auf die Forelle, fertig, los!
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14:40 08.05.2016
Volle Konzentration am Forellenteich. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Rottstock

„Noch zehn Sekunden!“ An die 40 begeisterte Forellenangler stehen bei Kaiserwetter bereit zum Drill. Gleich werden sie ihre Köder auswerfen. Der Unterfangkescher liegt in Griffweite. Ein letztes Mal wandern die Gedanken zum Gerät. Ist die Rute optimal? Passt die Hakengröße? Bringt mir meine Posenmontage Erfolg? Doch für einen Wechsel ist es jetzt zu spät. Über den Forellenhof Rottstock erschallt das Startsignal zur Colmic Cosmo Trout Trophy (CTT). Ein Angel-Event, dass jährlich Forellenangler aus Deutschland und den Niederlanden in seinen Bann zieht.

An zwei vom kühlen Wasser des Gesundbrunnenbachs durchflossenen Teichen stehen sich die Sportfischer gegenüber. Je zwei Mann bilden ein Team. Aus Gründen der Chancengleichheit werden die Angelplätze alle zehn Minuten gewechselt. Mit einem gemütlichen Ansitzangeln hat die Trophy nichts zu tun. Der Spaß soll nicht zu kurz kommen, doch wer sich nicht an Regeln hält, muss schlimmstenfalls mit einer Disqualifizierung rechnen.

Schöne Portionsfische: Strecke mit Regenbogenforellen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Fischen mit Drilling ist tabu. Ein rotierendes Spinnerblättchen vor dem Einzelhaken als Bewegungsreiz für das empfindliche Seitenlinienorgan der Salmoniden tut es auch. Es gibt sogar Taschenkontrollen vor dem Start. Denn wer sich heimlich Fische mitbringt, um auf mehr Strecke zu kommen, fliegt raus. Die Sieger werden nach einem Punktesystem berechnet. „Wer schon in der ersten Runde viel Angelglück hat, muss am Ende nicht automatisch ganz vorn landen“, erklärt Chef-Organisator Gerhard Maxelon aus Hannover.

Am Start: Die Saarländer Björn Unverricht (l.) und Gunnar Huwig. Quelle: Frank Bürstenbinder

Werden die Köder erst einmal durch das Wasser gezogen, geht es Schlag auf Schlag. Bienenmaden erweisen sich als besonders fängig. Alternativ funktionieren auch Fleischmaden oder ein Tauwurmstück. Wo das Wasser brodelt ist wieder eine Regenbogenforelle auf den Leckerbissen hereingefallen. Wie bei dem Wolfsburger Daniel Cunz und Michael Becker aus dem nordrhein-westfälischen Meinerzhagen. Das Duo war schon mehrfach in Rottstock. „Die Anlage ist super. Hier geht es familiär zu. Und gefangen wird auch“, schwärmt Cunz nicht zu unrecht, wie sich am Ende herausstellte.

Forellenangler beim Platzwechsel in Rottstock. Quelle: Frank Bürstenbinder

An Land geht es waidgerecht zu. Die gekescherten Fische werden zunächst betäubt und dann mit einem Stich ins Herz getötet. Theoretisch ist für jeden Teilnehmer genügend Fisch im Teich. Forellenhof-Betreiber Matthias Engel hat die Teiche am Sonnabend so besetzt, dass auf einen Angler im Vormittags- und im Nachmittagsdurchgang je 20 hungrige Forellen kommen. Die meisten Sportfischer nehmen ihren Fang mit nach Hause. „Mit den Forellen füllen wir unseren Räucherofen“, berichten die beiden Saarländer Björn Unverricht und Gunnar Huwig. Sie haben den weiten Weg nach Brandenburg auf sich genommen, um den Forellenhof Rottstock kennenzulernen. Ihr Urteil: „Wir sind begeistert und kommen gerne wieder.“ Angelsport als Sympathieträger und Wirtschaftsfaktor in Potsdam-Mittelmark.

Spannung am Forellenteich: Es gab keine langen Fangpausen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Wer trotzdem leer ausgeht, hat allen Grund nervös zu werden. Dann werden blitzschnell vormontierte Ruten gewechselt. Andere Schnüre, andere Farben, andere Montagen müssen her. Und zwar bevor den Forellen die Beißlust ausgeht. Deshalb schleppen alle Angler beim Platzwechsel ganze Ruten-Batterien mit sich herum. Für jede Situation gibt es das richtige Hightech-Geschirr. Die Leidenschaft Angeln kann schnell in die Tausende gehen. Am Ende stehen die Gesamtsieger fest: Martin Sander und Gunnar Reckert waren am ersten Teich erfolgreich. Bei den Nachbarn lagen Daniel Cunz und Michael Becker vorn. Auch der Forellenhof-Betreiber ist zufrieden: „Als einzige Angelanlage in den neuen Bundesländern gehört Rottstock zu den Gastgebern der CTT. Das bestätigt uns in der guten Arbeit, die wir im Forellenhof tätigen“, so Matthias Engels.

Von Frank Bürstenbinder

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