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Aufregung nach Krätze-Fall an Grundschule

Brandenburg an der Havel Aufregung nach Krätze-Fall an Grundschule

Macht der Stadtverordnete Norbert Langerwisch (Büfübü) aus Brandenburg an der Havel aus einer Milbe einen Elefanten oder sorgt er sich zu recht? Eine Grundschülerin hatte trotz Läuse- und Krätzebefalls weiter am Unterricht teilnehmen dürfen. Ein Arzt hatte dem Schulbesuch zugestimmt. Die Schulleiterin zerstreut alle Bedenken.

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Die Grimm-Grundschule in Brandenburg.

Quelle: Archiv

Brandenburg an der Havel. In einer Anfrage an die Oberbürgermeisterin beklagt der Stadtverordnete Norbert Langerwisch (Büfübü) sich darüber, dass eine Grundschülerin in Brandenburg an der Havel trotz Läuse- und Krätzebefalls weiter am Unterricht teilnehmen durfte. Laut Verwaltung hat ein Arzt seine Zustimmung zur Rückkehr des Mädchens in die Schule erteilt.

Der Kommunalpolitiker Langerwisch berichtet über eine Viertklässlerin der Gebrüder-Grimm-Schule, die mehrfach mit Läusen in die Schule gekommen sei und bei der am 8. Mai festgestellt worden sei, dass sie von der Krätzemilbe (Scabies) befallen ist. Die Mutter des Kindes sei offenbar guten Willens, aber mit der Bewältigung des Problems überfordert.

„Sowohl nach dem mehrfachen Feststellen der Läuse als auch nach der Feststellung von Krätze wurde seitens der Schule zugelassen, dass dieses erkrankte Kind weiter im Klassenverband unterrichtet wird“, bemängelt der besorgte Büfübü-Stadtverordnete. Er fürchtet, dass durch das erkrankte Mädchen andere Kinder angesteckt werden.

Angst vor Ansteckungsgefahr

Schulleiterin Birgit Schiller zerstreut solche Bedenken. Die Schule habe den Fall dem Gesundheitsamt gemeldet, die Eltern informiert und auch mit besorgten Müttern gesprochen, die sich an ihren Arbeitsplätzen keine Infektion leisten können. Deren Kinder seien dann sogar in einer Parallelklasse unterrichtet worden. Die Sorge, dass die Krätze in der Schule übertragen werden kann, sei unbegründet, betont die Schulleiterin und findet sich durch das städtische Gesundheitsamt bestätigt.

Experten: Kein gravierendes Krätzeproblem

„Es gibt kein gravierendes Krätzeproblem“, versichern die Gesundheitsexperten und Schulverwalter der Stadt. In dem einen Fall hätten Schule, Eltern, behandelnder Arzt und Gesundheitsamt im Austausch miteinander gestanden. Die Erklärung des Gesundheitsamtes lautet: „In der Regel wird die Skabies nur durch direkten Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen. Dabei gilt jedoch: Da sich Krätzemilben nur langsam bewegen, setzt eine Übertragung einen großflächigen, längeren, kontinuierlichen und unmittelbaren Haut-zu-Haut-Kontakt voraus. Dementsprechend sind Handschütteln, Begrüßungsküsse, Umarmungen von Menschen, die an Skabies erkrankt sind, ohne größeres Risiko“.

Anstecken könnten sich demnach Mitglieder einer Familie oder Wohngemeinschaft, also Paare, eng vertraute Geschwister, Eltern mit Kleinkindern sowie pflegebedürftige Menschen deren Betreuer und Pfleger. Ein genereller Ausschluss von engen Kontaktpersonen ist nach Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts nicht erforderlich.

Vorsorgliche Untersuchung des von Krätze befallenen Kindes

Das von Krätze betroffene Kind in der Grimm-Schule und auch die engen Kontaktpersonen aus der Wohngemeinschaft seien rein vorsorglich behandelt wurden. Die Schülerin durfte aufgrund einer ärztlichen Beurteilung zurück in ihre Klasse. Sie längerfristig aus dem Unterricht zu nehmen, dazu habe keine Veranlassung bestanden.

Generell gilt: Bei Krätze sowie bei Läusebefall müssen die Betroffenen die Gemeinschaftseinrichtung über die Erkrankung informieren. Diese benachrichtigt das Gesundheitsamt und muss krankheits- und personenbezogene Angaben machen.

Zum Thema Kopflausbefall gibt es auf der Internetseite der Stadt weitere Informationen Der Pfad dorthin: Leben, Gesundheit, Wissenswertes, Kopflausbefall. Fragen beantwortet die Fachgruppe Gesundheit, 03381/58 53 06.

Von Jürgen Lauterbach

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