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Brandenburg/Havel Aufstand gegen die erbärmlichste Straße der Stadt
Lokales Brandenburg/Havel Aufstand gegen die erbärmlichste Straße der Stadt
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13:14 01.07.2018
Für behinderte Menschen ist die Fortbewegung auf der Potsdamer Landstraße eine Qual. Doch sie kommen nicht um sie herum. weil sie dort wohnen und arbeiten. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

In der Potsdamer Landstraße voranzukommen ist für 227 behinderten Menschen, die dort leben und arbeiten, ein Trauerspiel. Für solche, die auf den Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, ist es ein Ding der Unmöglichkeit.

Damit sich etwas ändert, haben Menschen mit Behinderungen aus Fliedners Wohnstätten und der Lebenshilfe-Werkstatt im Rathaus eine Forderungsliste mit 546 Unterschriften an Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) übergeben.

Im Rathaus übergibt Holger Glöckner während der Stadtverordnetenversammlung die 546 Unterschriften an Oberbürgermeister Steffen Scheller. Quelle: Jürgen Lauterbach

Die Übergabe fand statt am Mittwoch während der Bürgerstunde in der Stadtverordnetenversammlung (SVV). Der Rathauschef, von der Aktion überrascht, nahm die Liste freundlich entgegen, als der kleinwüchsige Holger Glöckner mit dem Papier in der Hand auf ihn zukam.

Holger Glöckner, der sich auf dem Weg zur Arbeit täglich durch das löchrige Kopfsteinpflaster quält, weiß so gut wie seine Mitstreiter, wovon er seit vielen Jahren redet, ohne dass sich Entscheidendes bewegt hätte.

Die Stadt soll die Potsdamer Landstraße nach Jahren des Problemaussitzens so sanieren, dass keine Unfälle passieren. Die weder wenig noch langsam befahrene Holperpiste soll barrierefrei werden, erwarten Anwohner und dort arbeitende Frauen und Männer.

Mehr als 200 Menschen betroffen

Denn in dieser laternenfreien Straße liegen eine Wohnstätte, in der 58 behinderte Frauen und Männer leben, die Lebenshilfewerkstatt, in der 120 Menschen mit Behinderung arbeiten, sowie weitere etwa 50 Brandenburger, die im Förder- und Beschäftigtenbereich oder auch in der Garten- und Landschaftspflege tätig sind.

„Barrierefrei sieht anders aus“, so fassen Holger Glöckner und André Gapinski vom Wohnbeirat das Grundproblem aus, ehe sie die Mängel aufzählen.

Kein Weg führt für sie nach oben. Riesenumwege sind nötig, um zur Bushaltestelle oder Tankstelle an der B 1 zu kommen. Quelle: JACQUELINE STEINER

Dazu gehören große Löcher und Unebenheiten auf der Straße und am Straßenrand, ein fehlender Rad- und Fußweg, höchste Sturzgefahr sogar für nicht behinderte Menschen, ein 20-jähriges, aber folgenloses Verwaltungswissen über den erbärmlichen Zustand, die Planlosigkeit, was die Erneuerung der Straße und des Weges zum Bus angeht, der nur über eine steile Treppe zu erreichen ist, die Rollstuhlnutzer nicht überwinden können. „Wir haben Briefe an die Oberbürgermeisterin und an das Bauamt geschrieben, aber nichts ist passiert seit 20 Jahren“, kritisiert André Gapinski. „Immer sagen sie, dafür ist kein Geld da.“

Das Pflaster schaukelt Rollstuhlfahrer durch

Unterstützt werden die aufbegehrenden Bürger vom Behindertenbeirat und Sozialarbeiterinnen der Einrichtungen. Susann Plew von Fliedners und Carola Breuer von der Lebenshilfe, haben die Behindertenvertreter ins Rathaus begleitet. Plew: „Seit 22 Jahren arbeite ich jetzt für Fliedners, und schon immer holper ich hier zur Arbeit.“

Vor allem macht sich die Sozialarbeiterin Gedanken um die Rollstuhlfahrer, die auf dem alten Pflaster durchgeschaukelt werden, wie es sich Nichtbehinderte kaum vorstellen könnten.

Auch Profiautofahrer sind verärgert. Menschen mit sehr schweren Behinderungen, die im Förder- und Bildungsbereich Unterstützung erfahren, werden morgens dorthin und abends wieder nach Hause gefahren.

„Ich muss extrem aufpassen“

Silvia Grimmsmann, für Öffentlichkeitsarbeit beim Fliedner-Träger „Lafim“ zuständig, zitiert einen der Fahrer: „Ich muss extrem aufpassen. Schritttempo ist eigentlich schon zu schnell. Ich sichere die Menschen gut ab, aber das ist eigentlich kein Zustand.“

Von Jürgen Lauterbach

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