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Brandenburg/Havel August Julius Wredow – der spendable Bewahrer
Lokales Brandenburg/Havel August Julius Wredow – der spendable Bewahrer
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00:19 14.12.2017
Das markante Gebäude der Wredowschen Zeichenschule (links hinter der Kapelle) in der Jacobstraße – Ansichtskarte um 1915. Quelle: Sammlung Hesse
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Brandenburg/H

Die gute Tat des Gönners wirkt bis heute. August Julius Wredow (1804-1891) gab viel Geld, um Handwerkern in seiner Geburtsstadt Brandenburg eine künstlerische Weiterbildung zu ermöglichen. 1878 ging die Schule in der Jacobstraße an den Start. Ihre Aufgabe erfüllt sie immer noch. Die Wredowsche Zeichenschule ist in und um Brandenburg an der Havel eine feste Säule in der künstlerischen Bildung. Welche Intention legte der Stifter in sein großes Projekt? Diese Frage ist ein Aspekt in dem jetzt erschienenen Buch „August Julius Wredow, Leben und Vermächtnis – eine Annäherung“.

Tobias Öchsle, künstlerischer Leiter der Wredowschen Zeichenschule und neben Wolfgang Rose Autor des neuen Buches, betont den Untertitel „eine Annäherung“. Denn nach wie vor seien sehr wenig Quellen bekannt, die Licht in das Leben und Wirken von Wredow bringen.

Schriftenreihe der Wredow-Stiftung

Der unlängst erschienene zweite Band der Schriftenreihe heißt „August Julius Wredow / Leben und Vermächtnis – eine Annäherung“. Die Beiträge stammen von Tobias Öchsle und Wolfgang Rose. Erschienen ist das 160 Seiten starke Buch im Berliner bebra-verlag, kostet 18 Euro und ist im Buchhandel erhältlich.

Offiziell wollen Stiftung Verlag das Buch beim Neujahrsempfang der Zeichenschule am 27. Januar vorstellen. Beginn ist um 17 Uhr.

Der Auftaktband der Schriftenreihe galt 2016 der Wredow-Stiftung in Brandenburg an der Havel.

Der dritte Band wird mit der Jakobskapelle beschäftigen. Das Kirchlein neben der Zeichenschule heißt im Volksmund seit über 100 Jahren „Verrückte Kapelle“, weil es für den Straßenausbau um mehrere Meter verrückt worden ist.

Mehr zur Zeichenstiftung im Internet unter www.stiftung-wredowsche-zeichenschule.de

Dass er die Zeichenschule ausgerechnet in Brandenburg realisierte, obwohl er schon lange aus der Stadt fortgezogen war, gehört noch zu den nicht aufgeklärten Zusammenhängen. Wredow war zehn Jahre alt, als die Mutter mit Sohn August und Tochter Luise nach Berlin zog. „Er hatte aber immer den Bezug zur Verwandtschaft nach Brandenburg“, sagt Öchsle. Ein Beispiel ist die Großmutter. Wredow schuf im Alter von 15 Jahren eine Büste von der alten Dame. Diese Arbeit gelang dem Jugendlichen so gut, dass sie ihm Türen in der Berliner Kunstwelt öffneten. Der junge Wredow wurde an der Akademie der Künste in Berlin aufgenommen.

Wredow in Italien - aus dem Skizzenbuch von Johann Baptist Kirner, um 1834. Quelle: Wredow-Stiftung Brandenburg

Die Familie sei dem Künstler immer wichtig gewesen, unterstreicht Öchsle. „Bevor er für seine Arbeiten Bestätigung auf dem Kunstmarkt erfahren, hat ihn die Familie bestätigt.“ Auch wenn es nicht viele Werke sind, die von ihm bekannt sind.

Mitte des 19. Jahrhunderts ging eine besondere Handwerkerbewegung an den Start. „Ihr Ansinnen war es, alte Handwerke zu bewahren“, sagt Öchsle. Die Automatisierung der Arbeitswelt war mit der sogenannten Industriellen Revolution in vollem Gange. Handwerker aller Art wollte man mit den Mittel der Kunst vertraut machen. „Es gibt ein ästhetisches Raumempfinden – das kann auch ein Klempner erfahren, damit er Rohre nicht einfach quer durch das Zimmer verlegt“, betont Öchsle.

Ob Wredow die Automatisierung zuwider war und er deshalb die Ausbildung der Handwerker förderte, „ist eine These“, sagt Öchsle. Es sei Wredow ums Bewahren gegangen. Innovation könne nur entstehen, „wenn man das Alte kennt“, hebt Öchsle hervor. Gleichwohl gehört Bildhauer Wredow auch zu den Profiteuren der neuen Zeit. Allein schon die Erfindung der Eisenbahn und die sehr schnelle Vernetzung Europas sorgte dafür, dass der begehrte Marmor schneller und günstiger etwa von Italien nach Deutschland gebracht werden konnte.

Tobias Öchsle, künstlerischer Leiter der Wredowschen Zeichenschule Brandenburg an der Havel. Quelle: Heiko Hesse

Stifter wie Wredow hält Tobias Öchsle auch heute „für mehr als nötig – gerade wenn es um kulturelle Belange geht“. Solange Kunst und Kultur eine freiwillige Leistung sei, „ist es ein Segen, wenn ein wohlhabender Mensch mit Kapital kommt und fördert“.

Doch nicht Geld allein macht glücklich: Die Kunstsammlung Wredows, die er in die Stuftung einbrachte, umfasst gut 16000 Werke, darunter viele wahre Schätze.

Von Heiko Hesse

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