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Aus Hotel-Dampfer Packhof wird eine Yacht

Streit nach BUGA in Brandenburg an der Havel Aus Hotel-Dampfer Packhof wird eine Yacht

Nachdem die Premero Immobilien GmbH aus Hamburg sich als potenzieller Projektentwickler für den Packhof Anfang Juli durchgesetzt hatte, sollten die Akteure ihren Entwurf nachbessern. Das haben sie getan: Nämlich komplett über den Haufen geworfen.

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Das Packhof-Areal bei der BUGA in Brandenburg an der Havel.

Quelle: STG Brandenburg

Brandenburg/H. Völlig überraschend hat die Spitze der Premero Immobilien GmbH am Mittwochabend komplett neue Pläne für das mögliche Bebauen des 29 000 Quadratmeter großen Packhofareals der Bewertungskommission aus Verwaltung, Volksvertretung und Experten vorgelegt. So wurden die für Wellness und Konferenzen geplanten Bereiche in dem künftigen Vier-Sterne-Hotel völlig eingedampft und auch der Flächenverbrauch für die Zimmer dramatisch reduziert (siehe Infokasten).

Damit reduziert sich die Baumasse um mehr als ein Drittel – statt eine zweiflügeligen Baus mit einer rechtwinkelig verlaufenden Zimmerachse in einem symbolischen Schiffskörper sind zwei Gebäudeteile in stumpfem Winkel in Form eines Bumerangs angeordnet. Es bleibe aber bei geplanten 120 Zimmern plus zwei Suiten. Der über Uferweg und Wasser ragende Gebäudeteil ist damit ersatzlos weggefallen. Bemüht um sprachliche Bilder sagte Premero-Chef Thorsten Schütte: „Aus dem Haveldampfer ist eine feine Luxusyacht geworden.“ Viel mehr Platz soll dem Wohnen auf dem Areal eingeräumt werden. „Wir haben die Gewichtung umgedreht, ohne unsere Idee der Sichtachsen zu verraten.“ Die natürliche Sichtachse von der Jahrtausendbrücke zum Dom bleibe ohnehin, Schütte geht es aber auch um die Sichtbeziehungen innerhalb des neuen Quartiers. So gebe es im Erdgeschoss des Hotels Aufbrüche, ebenfalls in den Wohngebäuden von denen die meisten im Doppelpack mit der jeweils offenen Seite eines „U“ einander gegenüberstehen und kleine Stadtplätze umrahmen, von denen jeweils auch immer Niederhavel und Näthewinde zu sehen sein sollen.

Verringerte Baumassen

Die Baumassen wurden deutlich verringert im Vergleich zum ersten Entwurf. Der Hotelbau sollte 17,40 Meter hoch sein – jetzt sind es 10,70 an den Flügeln und mit aufgesetztem Staffelgeschoss in der Mitte 14 Meter.

Zum Vergleich: Der Stadtwerke-Neubau ist 10,50 Meter hoch, die Häuser an der Packhofstraße bis zu 18,90 Meter.

Das automatische Parkhaus schrumpft von 15 auf 8,30 Meter Höhe. Statt 450 passen 234 Pkw hinein. Rund ums Hotel sollten 53 Kurzzeitparkplätze angeordnet werden, übrig sind 14.

Bei der Hotel- und Parkhaus-Nutzfläche ging es runter von 17.571 auf 10.414 Quadratmeter, das Hotel allein hat nur noch 7631 Quadratmeter Geschossflächen.

Die Flächen für den Wellness-Trakt wurden von knapp 5000 auf 350 Quadratmeter reduziert. Für Konferenzen gibt es statt 3000 nur noch 700 Quadratmeter für eine Gesamtkapazität von maximal 200 Teilnehmern.

Die Wohnbauflächen wachsen an von 11.344 auf maximal 29.400 Quadratmeter Geschossflächen. Dann läge das Verhältnis von Gewerbe- und Wohnflächen nach Premero-Berechnungen bei 26:74 Prozent.

Angesprochen auf die genaue Gestaltung entgegnet Schütte impulsiv: „Wir haben uns an einem Investorenwettbewerb und nicht bei einem Architektur-Casting beteiligt.“ Später relativierte er die Aussage, sprach davon, viel Holz und Glas bei den Fassaden verwenden zu wollen und weniger als zuerst gedacht Terrakotta-Platten.

Gut 150 Zuhörer verfolgen die Sitzung der Bewertungskommission in der Johanniskirche

Gut 150 Zuhörer verfolgen die Sitzung der Bewertungskommission in der Johanniskirche.

Quelle: Malosyk

Nachdem die erste Abstimmung der Bewertungskommission am 7. Juli noch mit 8:5 für den alten Premero-Entwurf durchgegangen ist, wurde es nun noch deutlicher: Neun Gremiumsmitglieder stimmten für den neuen Entwurf, zwei dagegen, zwei enthielten sich. Bürgermeister Steffen Scheller revidierte auch seine vor Tagen gemachte Aussage, dass man erst ab dem Oktober/November die Stadtverordneten einbeziehe. Vielmehr kündigte er am Mittwoch an, am 28. September der SVV einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebaungsplan vorlegen zu wollen.

Info Ausführlicher Bericht am Freitag.

Von André Wirsing

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