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Brandenburg/Havel Aus dem Leben eines Gebäudereinigers
Lokales Brandenburg/Havel Aus dem Leben eines Gebäudereinigers
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00:17 27.10.2013
Hilmar Bolze bei der Arbeit. Quelle: André Wirsing
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MAZ: Wie lautet Ihre genaue Berufsbezeichnung, Fensterputzer?
Hilmar Bolze: Nein, offiziell Gebäudereiniger.

Haben Sie sich da spezialisiert aufs Glasreinigen?
Bolze: Gewissermaßen ja, ich habe es mir nämlich selbst angelernt. Als ich mich erfolgreich bei der Firma Schneiderklar beworben hatte, habe ich es ausprobiert und gesehen, dass es mir liegt.

Wie viele Quadratmeter Fensterflächen schaffen Sie so am Tag?
Bolze: Im Durchschnitt zwischen 150 und 200 Quadratmeter. Sind Autohäuser an der Reihe, werden es auch schon mal 500 Quadratmeter.

Bis in welche Höhen geht es denn bei Ihrem Job so hinauf?
Bolze: Kürzlich war die Friedenswarte dran, die ist 42,50 Meter hoch. Auch am Wobra-Geschäftshaus am Bahnhof habe ich schon auf der Hebebühne gestanden und geputzt.

Sie sind demnach also komplett schwindelfrei?
Bolze: Ja. Im Osten gab es damals noch die so genannten Höhentauglichkeitsstufen, meine ging bis 50 Meter. Ich würde mir auch höhere Gebäude zutrauen, beispielsweise in Berlin.

Haben Sie bestimmte Lieblingsobjekte zum Putzen?
Bolze: Nein.

Aber es muss doch besondere Objekte geben, bei denen die Sekretärin auch mal einen Kaffee durchs Fenster reicht.
Bolze: In Behörden beispielsweise passiert das in der Tat häufiger. Oder in Privathaushalten.

Wie ist denn das Verhältnis von gewerblichen und privaten Auftraggebern?
Bolze: Ich schätze, 70 Prozent gewerblich, 30 Prozent privat.

Haben Sie schon einmal etwas besonders Peinliches oder besonders Lustiges durch die Scheibe beobachtet?
Bolze: Bislang noch nicht. Obwohl, in einem Geschäftshaus in der Magdeburger Straße hing mitten im Sommer in einem Büro eine komplette Weihnachtsbeleuchtung. Das war schon komisch.

Apropos Sommer und Winter. Wann arbeiten Sie lieber?
Bolze: Absolut im Sommer, ich liebe die Wärme. Es darf allerdings nicht zu heiß sein, dann kann ich auch nicht putzen.

Inwiefern?
Bolze: Ab 30 Grad wird es kritisch. Da muss man schon schnell sein, sonst brennt das Putzwasser an den Scheiben an.

Und im Winter, bei welcher Temperatur müssen Sie aufhören?
Bolze: So bei minus sechs Grad. Aber da haben wir auch schon Frostschutzmittel im Wasser, sonst wird das nichts.

Das gleiche Mittel wie bei der Scheibenwaschanlage im Auto?
Bolze: Selbstverständlich.

Womit wir beim spannendsten Thema für alle Hausfrauen und -männer wären. Welches ist Ihr Geheimrezept?
Bolze: Da gibt es keines. Es genügt ein bisschen Fit im Wasser. Wir verwenden auch nur pH-neutrale Reiniger.

Was ist mit den „Geheimrezepten“, die kursieren, beispielsweise Teebaumöl im Wasser gegen die Schlieren oder Nachreiben mit Zeitungspapier?
Bolze: Ich sehe den Effekt nicht, glaube, es bringt auch nichts. Aber wenn es die Leute so kennen oder gehört haben . . .

Worauf kommt es denn wirklich an, damit die Scheiben schnell und gründlich sauber werden?
Bolze: Wichtig sind ein trockenes Microfasertuch und ein weicher Gummiabzieher. Im Einzelhandel gibt es allerdings nur die härteren Varianten.

Mussten sie auch schon nacharbeiten, wenn es dem Kunden nicht gefallen hat?
Bolze: Ja, das gab es auch schon. Der Kunde ist immer König.

Auch wenn sie davon überzeugt sind, dass die Scheibe sauber ist?
Bolze: Der Kunde ist König. Es wird noch einmal gemacht.

Gibt es Unterschiede beim Fensterglas? Lassen sich ältere Scheiben mit Sandkratzern schwerer putzen als neue?
Bolze: Ich finde, es verhält sich eher umgekehrt. Ganz neue Fensterscheiben haben eine Art Talkumschicht. Es dauert einige Zeit, bis man die herunter hat. Ich reinige lieber ein schon häufig geputztes Fenster, das geht viel einfacher.

Wer putzt bei ihnen zu Hause die Fenster:
Bolze: Immer ich. Geht ja auch viel schneller.

Interview von André Wirsing.

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