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Brandenburg/Havel Ausgetanzt: Die THB wirft Zumba- und Bailaro-Sportler raus
Lokales Brandenburg/Havel Ausgetanzt: Die THB wirft Zumba- und Bailaro-Sportler raus
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11:01 28.10.2018
Seit mehr als zehn Jahren trainieren die Bailaro- und Zumba-Gruppen in der Turnhalle der Hochschule. Nun hat die THB kurzfristig gekündigt, weil die Sportler angeblich den Fußboden kaputt machen. Quelle: TSA e.V.
Brandenburg/H

Mehr als zehn Jahre lang war alles schick. Doch auf einmal sollen einzig die mehr als hundert Brandenburger Zumba- und Bailaro-Sportler Schuld daran sein, dass der gut 40 Jahre alte Parkettboden der Hochschul-Turnhalle kaputt geht. Eine Woche gibt die TH Brandenburg dem Verein „Trend-Sport-Akademie“ (TSA) Zeit, sich etwas anderes zu suchen. Denn der Rauswurf gilt nach aktuellem Stand zum 1. November.

Beate Orlowsky powert sich seit vielen Jahren aus in den Mittwochskursen von Doreen Charlet und ihrer Tochter Lilly. Zumba und die Brandenburger Erfindung Bailaro sind schweißtreibend, dafür brauchen die Trainingsteilnehmer Power und Energie. Doch die Anstrengung macht auch Spaß, deshalb kommen so viele regelmäßig.

Die Bailaro-Trainer Doreen Charlet, Tobias  Willems und Lilly Charlet aus Brandenburg an der Havel. Quelle: JACQUELINE STEINER

Über die Jahre hat Beate Orlowsky wie andere Tänzer zudem Freundschaften geschlossen in den Mittwochskursen des Vereins in der Campussporthalle der Brandenburger Hochschule. „Das Training gehört für mich einfach dazu“, sagt Beate Orlowsky.

Um so entsetzter sind sie und ihre Mitstreiter über die Hiobsbotschaft vom vergangenen Mittwoch. Trainerin Doreen Charlet, die ihre Zumba- und Bailaro-Leute seit mehr als einem Jahrzehnt in eben jener Sporthalle liebevoll antreibt, eröffnete den beiden Gruppen, dass sie ab November nicht mehr in die Hochschulturnhalle kommen dürfen.

Bailaro: Fitness und Unterhaltung

Doreen und Lilly Charlet haben mehrere hundert Teilnehmer wöchentlich in ihren Bailaro-Kursen in Brandenburg/Havel.

Bei Bailaro handelt es sich um ein Fitness-Konzept mit Unterhaltungscharakter. Es verbindet intensives Muskel- und Herzkreislauftraining mit stimmungsvollen Musik- und Tanzstilen.

Bailaro-Trainer geben einen choreografierten Grundschritt vor. Außerdem sorgen sie für gute Stimmung im Kurs und animieren die Teilnehmer zum Mitsingen.

Die Stadtverwaltung wirbt auf ihrer Internetseite damit, dass die Stadt Brandenburg an der Havel die Geburtsstadt des Fitnesstrends Bailaro sei.

Wer mitmachen will, muss keine Mitgliedschaft eingehen oder sich zeitlich verpflichten. Teilnehmer zahlen dem Verein TSA pro Kursabend einen festen Betrag: in der Regel vier Euro.

THB-Kanzler Steffen Kissinger hat dem Verein Knall auf Fall gekündigt und nur diesen Fitnesssportlern die weitere Nutzung untersagt, obwohl auch viele andere Sportgruppen den dortigen Hallenboden beanspruchen.

Die Hochschule lastet dem Verein TSA an, dass er mit seinem bewegungsfreudigen Trainingsprogramm den Hallenboden ruiniere. Als Grund des Rauswurfs nennt der Kanzler „die Einleitung von Schwingungen durch kollektiv rhythmische Bewegung der Zumba- und Bailaro-Kurse auf dem Parkettboden“.

Die Holzkonstruktion unter dem Parkettboden, welche die Schwingungen auffängt, sei so alt wie der gesamte Boden, stamme wahrscheinlich also aus der 1970-er Jahren. Bei einer Vielzahl der Parkettstäbe seien die Federn gebrochen.

Weil der zuständige Landesbetrieb kein Geld für die 22.000 Euro teure Sanierung bewilligt, fürchtet Kanzler Kissinger mit seiner Fachabteilung bei „weiterer rhythmischer Nutzung“ den Totalschaden. Verbunden wäre das mit einer Vollsperrung, was auch die Fußballer und die vielen anderen Sportgruppen in der Halle treffen würde.

Hochschulsprecher Stefan Parsch räumt ein, dass die kurzfristige Kündigung vielleicht unglücklich gelaufen sei. Die Fachabteilung habe den 1. November in den Kündigungsentwurf hineingeschrieben und der Kanzler habe dann dieses Datum übernommen.

THB-Präsidentin Burghilde Wieneke-Toutaoui betont bei zahlreichen Gelegenheiten, wie sehr sie die Hochschule als einen Teil der Stadt Brandenburg und ihrer Bewohner ansieht. Über den Rauswurf der Bailaro- und Zumba-Tänzer war sie bisher nicht informiert.

Letzter Kenntnisstand der Präsidentin war, dass die Zusammenarbeit von Hochschule und Trend-Sport-Akademie mit ihren Zumba- und Bailaro-Angeboten sogar ausgebaut werden sollte.

Die Hochschulsportbeauftragte stand in engen Kontakt zu Doreen Charlet mit dem Ziel, dass THB-Fitness-Tanzgruppen zusätzlich ins Leben gerufen werden und das beliebte Fitnesstraining für Hochschulangehörige zu besonders günstigen Konditionen angeboten wird.

Das Projekt hätte sich mit dem Rauswurf allerdings erledigt. Ob es dabei bliebt, wird sich zeigen. Die Präsidentin will sich ab Montag mit dem Thema befassen.

Von Jürgen Lauterbach

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