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Brandenburg/Havel Ausländer sollen Stadt bereichern
Lokales Brandenburg/Havel Ausländer sollen Stadt bereichern
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08:15 01.11.2013
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Brandenburg an der Havel

Dierk Lause war der einzige, der als Unternehmer am Dienstagabend beim Auftaktgespräch „Jobinitiative Stadt Brandenburg an der Havel“ das Wort ergriff. „Ich kann nicht fassen, was Sie mit der Jobinitiative erreichen wollen“, sagt der Chef eines 40-Mitarbeiter-Betriebes. Zugleich nannte er eine Schwachstelle in vielen Handwerksbetrieben. Lause: „80 Prozent der Handwerksunternehmen haben keine längerfristige Personalplanung.“

Die IHK Potsdam hatte zu dem Jobinitiative-Auftakt ins Lighthouse eingeladen. Erschienen waren etwa 50 Kommunalpolitiker, Behördenvertreter und Unternehmer. Mit dem Auftaktgespräch reagiert die IHK auf eigene Befragungsergebnisse, denen zufolge Unternehmen in der Stadt in ihrer Personalplanung sehr vorsichtig sind. Der IHK-Präsident fordert für Unternehmen der Stadt ein Konzept, das die berufliche Bildung und Ausbildung im Fokus hat. Er warnte vor einem weiteren Rückgang gewerblicher Unternehmen.

„Wir müssen Jugendliche und junge Familien dafür begeistern hier zu bleiben“, sagte Stimming. Zugleich wurde deutlich, dass die Rahmenbedingungen dafür gar nicht schlecht sind. Der IHK-Präsident selbst lobte den „Weitblick“ der Stadtführung, die die Schulsanierung angeschoben habe. Norbert Langerwisch (SPD) erinnerte an den hohen Wohnungsleerstand, aus der Stadt könne also ein Wohnstandort gemacht werden.

Jobinitiative oder Rohrkrepierer

Kommentar von Jürgen Lauterbach

Es ist zwar schön, dass alle Gutes wollen und auch mal darüber geredet haben, so wie am Dienstag auf Einladung der IHK. Doch damit sich die „Jobinitiative“ nicht im Nebel verliert oder zum Rohrkrepierer wird, muss der nächste Schritt folgen. Es braucht klare Ansagen und ein erkennbares Handeln. Denn selbst Referenten des Auftaktgesprächs wussten nicht so recht, wofür sie eigentlich da sind. Wer Kräfte bündeln will, muss wissen, welche Kräfte gemeint sind und wozu sie sich bündeln sollen. Wenig von dem, was am Dienstag gesagt wurde, war falsch. Das Problem dabei: Viel mehr als die schon seit zwei Jahrzehnten richtige Erkenntnis, dass Brandenburg den Wegzug junger Leute stoppen muss, attraktive Arbeitsplätze und ein gutes Umfeld benötigt, war während des Jobinitiative-Auftakts nicht rauszuhören. Nach heutigem Stand bringt dieser Ansatz nichts Neues. Aber mal sehen – ich lasse mich gern Lügen strafen.

Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) wies darauf hin, dass es in kaum einer anderen deutschen Stadt so gute Kinderbetreuung gebe wie in Brandenburg, sogar bis in den späteren Abend hinein. Scheller sprach sich für die Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland aus. „Ich liebe meine Bürger in der Stadt ja auch, aber bei einem Ausländeranteil von nur zwei Prozent könnte ein solcher Zuzug eine Bereicherung sein“, sagte der Bürgermeister. Allerdings reiche es nicht aus, sie nur anzuwerben. Man müsse Neubürger willkommen heißen und im Alltag unterstützen. Brandenburger Anwerbeversuche in Polen seien schwierig geworden, sagte IHK-Bildungsexperte Wolfgang Spieß zu dem Thema Zuwanderung.

Auf eine Schwäche des Wirtschaftslebens in der Stadt wies Wolfgang Stein hin, der im Auftrag der Städte Brandenburg, Rathenow und Premnitz das Projektbüro Westbrandenburg leitet. Die meisten Existenzgründer der Fachhochschule Brandenburg ließen sich in Berlin oder Potsdam nieder. Gründer, die in Brandenburg bleiben, täten dies nicht aus „rationalen Erwägungen, sondern weil sie von hier sind“.

Von Jürgen Lauterbach

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