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Auslandsgeschäft im Landesvergleich schwach

Brandenburg an der Havel Auslandsgeschäft im Landesvergleich schwach

Nach dem jüngsten Überblick der IHK Potsdam bildet die Stadt Brandenburg landesweit das Schlusslicht beim Export. Der Auslandsumsatz hatte im Stichjahr 2015 im verarbeitenden Gewerbe in Brandenburg/Havel einen Anteil von nur 10,4 Prozent. Im Landesdurchschnitt ist er dreimal, beim Spitzenreiter Ostprignitz-Ruppin sogar fünfmal höher. Aber das ändert sich.

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Gabarro in Hohenstücken liefert überall hin Stahldraht für Einkaufswagen, Spülmaschinen und viele andere Gebrauchsgegenstände.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Auf den ersten Blick ist das Ergebnis wenig erfreulich. Nach dem jüngsten Überblick der IHK Potsdam bildet die Stadt Brandenburg landesweit das Schlusslicht beim Export. Der Auslandsumsatz hatte im Stichjahr 2015 im verarbeitenden Gewerbe in Brandenburg/Havel einen Anteil von nur 10,4 Prozent. Im Landesdurchschnitt ist er dreimal, beim Spitzenreiter Ostprignitz-Ruppin sogar fünfmal höher. Aber das ändert sich.

Dass die großen Unternehmen in der Stadt weltweit Geschäfte machen ist bekannt. ZF liefert Getriebe zu BMW und Jaguar bis in die USA, die Riva-Elektrostahlwerke definieren ganz Europa als Binnenmarkt. Heidelberger Druck, das Voestalpine-BWG-Weichenwerk und die GBM Gleisbaumechanik sind international aufgestellt.

Aber auch eine ganze Reihe kleiner und mittlerer Betriebe handeln ihre Produkte weit über Deutschland hinaus. Die auf Bahntechnik spezialisierte BIP-Industrietechnik auf dem Görden beispielsweise ist außer in Afrika in allen Kontinenten geschäftlich aktiv. Das spanisch-deutsche Unternehmen Gabarro in Hohenstücken liefert überall hin Stahldraht für Einkaufswagen, Spülmaschinen und viele andere Gebrauchsgegenstände.

Volkmar Franz hat vor rund 15 Jahren begonnen, Startanlagen für Kanu- und Ruder-Regattastrecken zu bauen. Inzwischen exportiert das Unternehmen Imas Startanlagen und Maschinenbau die selbst entwickelte Start-Ziel-Technik samt Software, Zeitmesssystem und Anzeigetafeln in mehr als 30 Länder aller Kontinente. Denn irgendwo auf der Welt findet immer eine Welt- oder andere internationale Meisterschaft mit hohen Ansprüchen statt.

Die Stadt kennt deutlich mehr solcher Betriebe, die über Deutschland und Europa hinaus aktiv sind. Gleichwohl findet sich Brandenburg/Havel noch hinter der Lausitz und der Uckermark wieder im landesweiten Ranking der IHK Potsdam zum Auslandsumsatz im verarbeitenden Gewerbe 2015, in dem nur Cottbus und Frankfurt/Oder nicht berücksichtigt sind.

Die städtische Wirtschaftsförderung, die über wenig Informationen über das Auslandsgeschäft heimischer Unternehmen weiß, vermutet, dass in der Stadt viele Unternehmen ansässig sind, welche unter der im IHK-Gutachten statistisch relevanten Mitarbeiterzahl liegen, somit unberücksichtigt bleiben, aber dennoch bekanntermaßen exportieren. Belastbare Zahlen nennt das städtische Amt dazu allerdings nicht.

Im Übrigen weisen die Wirtschaftsexperten der Stadt im Auftrag des Bürgermeisters darauf hin, dass die wenig exportorientierte Gesundheitswirtschaft den stärksten Wirtschaftszweig in der Stadt stellt und das verarbeitende Gewerbe samt Verkehr und Logistik mit einem Anteil von rund 18 Prozent erst an zweiter Stelle steht.

Mit 38 Unternehmen wurde laut der Wirtschaftsförderung im Bezugsjahr 2015 ein Gesamtumsatz von mehr als 851 Millionen Euro erzielt, davon gut 88 Millionen Euro im Ausland. Dies entspreche den im IHK-Gutachten ausgewiesenen 10,4 Prozent. Allerdings liege der Auslandsumsatz verglichen mit 2014 schon um fast 90 Prozent höher.

Die Wirtschaftsförderer registrieren eine positive Entwicklung. Denn sie haben zwischen 2013 und Oktober 2017 insgesamt 41 ILB-Förderanträge betreut, darunter 20, die dem verarbeitenden Gewerbe zuzuordnen sind. Fast die Hälfte (45 Prozent) der Antragsteller hätten angegeben, Absatzmärkte in der EU oder weltweit zu bedienen.

Tatsächlich deuten auch jüngste IHK-Zahlen auf eine zunehmende Bedeutung des Exports von Betrieben in der Stadt hin. „Aktuell unterhalten 67 Unternehmen aus Brandenburg/Havel Auslandsgeschäfte“, berichtet Jens Ullmann, IHK-Fachbereichsleiter International.

Von Jürgen Lauterbach

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