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BSRK: Vorstand versucht Probleme zu lösen

Krisensitzung beim größten Sportverein der Stadt Brandenburg BSRK: Vorstand versucht Probleme zu lösen

Die Krisensitzung beim BSRK-Vorstand endet mit einem kämpferischen „Weiter so!“ Der verbleibende Drei-Mann-Vorstand will die finanziellen und personellen Probleme alleine in den Griff bekommen, die Bedrohung durch eine mögliche Insolvenz des größten Sportvereins in Brandenburg an der Havel scheint nicht akut. Und plötzlich hat der Verein auch unerwartet Glück.

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650 Sportler in 14 Sparten sind im BSRK organisiert.

Quelle: Markus Alert

Brandenburg an der Havel. Die finanziellen und organisatorischen Probleme des Brandenburger Sport- und Ruderklubs BSRK will der Vorstand gemeinsam mit den Mitgliedern aus eigener Kraft in den Griff bekommen. Das ist das Ergebnis einer Krisensitzung vom Donnerstagabend – sie war notwendig geworden, nachdem Vorsitzender Thomas Krüger und Jugendwart Mayk Reunig ihren Rücktritt erklärt hatten (MAZ berichtete) und hohe Rechnungen von der Evangelischen Schulstiftung beim Verein eingegangen waren.

40 Prozent der Betriebskosten

Die Mitglieder werden am 19. August zur Liquidität des Vereins und zu den Personalien informiert, sagt der neue 1. Vorsitzende Eberhard Görn. „Wir werden bei diesen Prozessen vom Stadtsportbund unterstützt, das hat uns am Donnerstag dessen Vorsitzender Werner Jumpertz zugesagt.“ Der verbliebene Rumpfvorstand mit Görn, Kassenwart Dan Hindorf und Sportwart Jürgen Wagner wolle den BSRK vorerst weiter führen. Zudem gelte es, bis Mitte August, die Rechnungen der Schulstiftung über mehr als 44.000 Euro kritisch zu überprüfen. Experten bezeichnen die Summen als deutlich überhöht. Zwar hat sich der Verein vor zwei Jahren vertraglich verpflichtet, für das Nutzen der Sporthalle am Grillendamm 40 Prozent der Betriebskosten zu tragen, doch dürften nicht pauschal alle Aufwendungen umgelegt werden.

Eine akut drohende Insolvenz sieht der Vorstand ohnehin nicht, die Liquidität sei gesichert. Es gebe noch genügend Barbestände, zudem ist dem Verein gerade unerwartet Vermögen zugefallen. Ein jüngst verstorbener Hausbesitzer vom Molkenmarkt hat sein Vermögen jeweils zur Hälfte an die Leukämiestiftung und an den BSRK vermacht. Das voll vermietete Haus darf zwar fünf Jahre lang nicht verkauft werden, bei einem Schätzwert von 350 000 Euro darf sich der Verein theoretisch die Hälfte als Vermögen in die Bücher schreiben. Selbst wenn die BSRK-Verbindlichkeiten fällig werden, könnte ein Überbrückungskredit aufgenommen werden.

Keine Sonderbehandlung der Stadt

Die Stadt wird sich kaum über die in der Sportförderrichtlinie festgelegten Beteiligung von zehn Prozent an den Betriebskosten engagieren, sagt Bürgermeister Steffen Scheller. „Das wäre auch nicht gerecht gegenüber den anderen Vereinen, selbst wenn der BSRK der größte Klub ist.“ Es habe nie eine Zusage der Stadt gegeben, die Hallen-Betriebskosten darüber hinaus zu übernehmen, er sei bei den entscheidenden Verhandlungen dabei gewesen. Der BSRK hat mit der Stadt über die Sportstätten am Grillendamm und an der Krakauer Straße einen Pachtvertrag. Die evangelische Schulstiftung mit Domgymnasium und Grundschule verfügte über keine geeignete Sportstätte, also trat der BSRK eine Fläche ab, die Stadt schloss mit der Stiftung einen Erbbauvertrag. Der Klub habe aber auch andere Flächen zwischenzeitlich für Bowlingbahn und Ruderhaus an den Investor Bodo Gripp abgegeben. Dieser revanchiert sich im Gegenzug finanziell beim BSRK, zieht Scheller Parallelen.

Stadtsportbundchef Jumpertz ist davon überzeugt, dass der Verein seine Probleme in den Griff bekommt. „Ich rege auch ein Spitzengespräch mit der Stadt an. Sollten sich BSRK und Schulstiftung nicht einig werden, müssen wir darüber reden, ob die Kinder im Winterhalbjahr möglicherweise in städtischen Hallen unterkommen. Das kann aber nur die letzte Möglichkeit sein.“

Von André Wirsing

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