Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Rosenmontags-Baby Eliska macht die Narren froh

Brandenburg an der Havel Rosenmontags-Baby Eliska macht die Narren froh

Aus drei Stunden werden fünf, wenn die Brandenburger Karnevalsvereine KCH und BKC gemeinsam im Stahlpalast eine Party zu Rosenmontag feiern. Und der KCH feiert auch aus einem anderen Anlass: Pünktlich kam das erste Rosenmontags-Baby in der Geschichte des Vereins zur Welt.

Voriger Artikel
Rosenmontag: Narren lassen es gemeinsam krachen
Nächster Artikel
Zank um die neue Skaterhalle geht weiter

Pünktlich um 22.40 Uhr kam am Rosenmontag die kleine Eliska als neues KCH-Mitglied zur Welt.

Quelle: privat

Brandenburg/H. Die Hauptdarstellerin war gar nicht dabei bei der närrischen Party von Karnevalsclub Havelnarren und Brandenburger Karnevalsclub 1964 am Rosenmontagabend im Stahlpalast. Konnte sie auch gar nicht: Eliska ist 49 Zentimeter groß und 2995 Gramm schwer – pünktlich um 22.40 Uhr erblickte sie als jüngstes KCH-Mitglied das Licht der Welt und ist somit das allererste Rosenmontagsbaby in der 49 Jahre währenden Geschichte des Vereins.

c42891a0-10b9-11e8-9039-e4d533068ab6

Eine wilde Mischung aus Party und Karnevalssitzung gibt es immer, wenn die beiden örtlichen Karnevalsvereine KCH und BKC in Brandenburg an der Havel gemeinsam feiern. Das Programm dauerte fünf statt geplanter drei Stunden. Das Glück komplettierte dann das erste Rosenmontagsbaby des KCH – Eliska kam um 22.40 Uhr als jüngstes Mitglied zur Welt.

Zur Bildergalerie

Nun kann sie es mit der singenden Legende Margit Sponheimer halten: „Am Rosenmontag bin ich geboren...“ sie muss lediglich in der zweiten Zeile das „Mainz am Rhein“ durch Brandenburg an der Havel ersetzen. Die Eltern Sylvana und Marek jedenfalls sind überglücklich, der Papa fiel wegen seines Aufenthaltes im Kreißsaal beim Männerballettauftritt aus und wurde flugs durch Trainerin Sabrina Koch ersetzt.

Um 22.40 Uhr erblickte Eliska das Licht der Welt

Nicht einkriegen konnte sich deren Papa und Präsident Hans-Günter Koch: „Wir haben so gehofft, dass es klappt. Ich bin happy, heute kann uns gar nichts mehr passieren.“ Der ganze Club habe mitgefiebert, per E-Mail Wetten abgeschlossen auf den Geburtszeitpunkt – bis zum späten Nachmittag waren es 181 Mails im KCH-Postfach mit einem Einsatz von jeweils fünf Euro . Die gut 900 Euro kommen nun dem jungen Glück zugute.

Ein halbes Dutzend Karnevalisten von BKC und KCH hatten am Rosenmontag und am Fastnachtsdienstag Geburtstag – die närrische Party dauerte bis weit nach Mitternacht. Nicht nur die Wiegenfeste feiern sie gemeinsam – nunmehr im dritten Jahr. Die Partys werden zelebriert wie katholische Gottesdienste: Aufstehen, singen, hinsetzen – immer wieder. Angereichert von „Einer geht noch rein“ und Narhalla-Marsch.

Sechs Jecken haben Geburtstag – die Feieranlässe gehen nicht aus

Ein Medley aus den besten Darbietungen beider Vereine – zusammen sind sie stark. Auch auf die Gefahr hin, dass sich der Autor jetzt viele Feinde in beiden Lagern macht: Die Sänger des KCH und die Garden des BKC, die Tanzformationen Cube (mittlerweile mit dem 4. Landesmeistertitel in Folge für den KCH) und die BKC-Showtanzgruppe, Matta & Liesbett und Renate & Editha – sie alle in einem Verein wären unschlagbar. Da taucht im erst dritten Jahr der junge Tim Blankenhorn beim BKC auf, wirbelt mit geschätzt 120 Kilogramm Lebendgewicht wie ein Flummi über die Bühne und gibt mit seinen Showeinlagen der klassischen Büttenrede ein modernes und mitreißendes Format.

Die zehn Jahre alte Prinzessin Jette traut sich mangels männlicher Begleitung allein auf die Bühne und zieht in Brandenburger Landdeutsch über den BKC-Elferrat her, der ihr möglichst keinen neuen Prinzen aussuchen soll: „Auf die ihr Russisch-Roulette lass’ ich mich gar nicht erst ein.“ Die Männer müssen eben etwas aushalten auch bei Matta & Liesbett: „Danke für die Blumen von der Tanke!“ Enthusiastisch gefeiert werden von Beginn an alle, niemand kommt ohne Zugabe von der Bühne – aus geplanten drei werden fünf Stunden Programm.

Niemand kommt ohne Zugabe von der Bühne

Auf eine super erfolgreiche Saison blicken zwei entspannte Präsidenten zurück. „Es war vom ersten bis zum letzten Tag fantastisch. Es ist schwierig, die Erfolge vom Vorjahr jedes Mal zu toppen. Aber wir haben 20 Prozent mehr Karten verkauft und kommen auf einen Schnitt von 400 Gästen pro Veranstaltung“, schwärmt „El Presidente“ Koch vom KCH. Auch das statt Weiberfastnacht bereits zum achten Male zelebrierte Kneipentheater „Kerleval verrückt“ habe sich etabliert und 404 Zuschauer angelockt.

Zum 50. Jubiläum im kommenden Jahr werde bereits jetzt am Programm gestrickt – es werde wahrscheinlich um Ritter und Hexen gehen, verrät der Präsident. Auch seine BKC-Amtsschwester Jacqueline Damus ist voll des Lobes. „Unser Motto ,Da stimmt die Chemie’ war in jeder unserer zehn Veranstaltungen zu spüren. Wir wussten zu Beginn des Abends nie, was passieren wird, doch die gute Stimmung zog sich jedes Mal vom Saal auf die Bühne und umgekehrt, wir haben oben und unten, vorne und hinten gefeiert, es war nur bombig.“

Mund-zu-Mund-Propaganda sorgt für vollen Saal

Nach anfänglich schleppendem Kartenverkauf und der Angst um den Nachfrageeinbruch zur Ferienzeit habe sich das Problem durch positive Mund-zu-Mund-Propaganda schnell aufgelöst. „Unsere Location lässt maximal 360 Plätze zu, wir hatten einen Schnitt von etwas mehr als 330, das ist schon gut.“

Nicht nur die schönen Dinge einen die beiden Clubs. Ein Mädchen aus der Weißen Garde des BKC hatte sich bei einem der ersten Auftritte am Knie verletzt. Da hilft der Orthopäde vom KCH ganz schnell. Beim KCH hatte sich die Werderaner Karnevalsprinzessin aufs Kleid getreten, ist unglücklich gestürzt und erlitt einen offenen Fußbruch. Schnell wurde sie abgeschirmt, Matthias Pichelbauer im Mephisto-Kostüm versorgte sie ärztlich, organisierte den Abtransport zu Kollegen im Krankenhaus.

So ist das Leben. Der Untertitel der Rosenmontagsparty stimmt generell: Eine Stadt. Eine Leidenschaft. Ein Abend.

Von André Wirsing

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel
5a29d74e-dc22-11e7-9eba-5da84ef1d449
Brandenburg/Havel damals und heute

Die Stadt Brandenburg an der Havel ist mehr als tausend Jahre alt. Besucher können auch heute noch viel Historisches entdecken. Die MAZ hat im Archiv gestöbert, sehenswerte Fotos gefunden und lädt hier zu einem Stadtbummel „Damals und heute“ ein.

f7fa4c6c-0fd8-11e8-9039-e4d533068ab6
Babys aus Brandenburg/Havel und Umland

Die Geburt eines Kindes ist das größte Glück und der bewegendste Moment im Leben vieler Menschen. Die MAZ begrüßt die kleinen Erdenbürger in der Stadt Brandenburg und dem Umland – und feiert die Ankunft der Zwerge mit einer fortlaufend aktualisierten Bildergalerie.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg