Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Babysitter-Dienst nun auch in Potsdam
Lokales Brandenburg/Havel Babysitter-Dienst nun auch in Potsdam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:46 03.01.2015
Nicole Gratz in ihrem Büro im „Gründungskosmos“ der Fachhochschule Brandenburg. Seit zwei Jahren ist ihre Firma am Markt. Quelle: J. Steiner
Brandenburg an der Havel

Nicole Gratz ist Erziehungswissenschaftlerin, Soziologin – und Babysitterin. Die 35-jährige gebürtige Brandenburgerin hat einen Babysitterdienst in der Havelstadt, Potsdam und Berlin aufgebaut. Seit gut zwei Jahren ist er am Markt. Um selbst das Gespür für das Hüten kleiner Kinder nicht zu verlieren, betreut Nicole Gratz jetzt einen neun Monate alten Jungen. Sie habe von einem Gastronom den Tipp bekommen, der kellnere ab und zu in seinem Hotel, um sich in die Anliegen der Belegschaft besser einfühlen zu können. „So mache ich das jetzt auch“, sagt Nicole Gratz.

Einen Stamm von etwa neun Babysittern hat Nicole Gratz inzwischen, dazu knapp ein Dutzend Eltern. Mittlerweile trägt sich „Kinderzeit“, wie sie ihren Dienst genannt hat. Das Prinzip ist einfach: Nicole Gratz stellt den Kontakt zwischen Babysittern und Eltern her, die sich eine Betreuung für ihr Kind wünschen. Sie schaut, dass beide Parteien auch zusammenpassen. Die Babysitter haben zuvor bei ihr eine Schulung erhalten. Die Eltern zahlen den festen Stundensatz an die Betreuerin und eine Monatspauschale von rund 29 Euro an Nicole Gratz.

Der Stundensatz beträgt in Brandenburg 8,50 Euro, in Potsdam neun und in Berlin 10 Euro. Nicole Gratz meldet die Babysitter als Mini-Jobber bei der Bundesknappschaft an. Dadurch sind die Kosten beim Finanzamt absetzbar und die Babysitter haftpflichtversichert. „Der Bedarf ist auf jeden Fall da bei den Familien“, sagt die Soziologin. „Doch ich habe auch immer wieder Anfragen von Leuten, die sich das dann doch nicht leisten können.“

Die meisten Eltern nutzen den Babysitterdienst, um die Zeit zwischen Kindergartenschließung und Rückkehr von der Arbeit nach Hause zu überbrücken. Dann, wenn die Mutter bis 19 Uhr arbeitet, der Kindergarten aber bereits um 17 Uhr seine Pforten schließt. Andere buchen die Kinderbetreuung, wenn es noch keinen Platz in einer Krippe gibt. „Nur reinweg wegen der Freizeit kommt keine Anfrage“, berichtet Nicole Gratz. Bis auf ein Paar, das gerne zwei, drei Mal im Monat doch gerne ausgehen würde. In Berlin hat Nicole Gratz nur ein Kundenpaar. Seit dem Sommer streckt sie jedoch auch nach Potsdam die Fühler aus. Dort wohnen drei ihrer Babysitter. Sieben Jahre hat Nicole Gratz selbstfremder Leute Kinder gehütet, während ihres Studiums war das.

Info

Informationen: Wer mehr erfahren möchte sucht im Internet unter www.kinderzeit-gratz.de

Daher weiß sie um den Bedarf von Babysittern und welche Rechte und Pflichten sie hat. Sie sei überrascht gewesen, dass viele Eltern noch nicht mal nach dem Personalausweis fragten. Daher absolvieren ihre Kinderbetreuer entsprechene Kurse. Daneben bietet Nicole Gratz noch Kurse für Erzieherinnen, Eltern, Großeltern, lehrt Entspannungstechniken und Babymassage.

Sie ist gut vernetzt in der Stadt. Für die Berliner Camino gGmbH hat sie in Hohenstücken von 2012 an ein zweijähriges Mentoren-Projekt für Jugendliche aus sozialbenachteiligten Familien koordiniert. Noch bis März hat sie ihr Büro im Gründungskosmos, das die Fachhochschule Brandenburg in einem früheren Klinikgebäude am Marienberg Existenzgründern anbietet.

Aufgewachsen ist Nicole Gratz in Hohenstücken, studiert hat sie in Potsdam. Brandenburg den Rücken kehren, kommt für sie nicht in Frage. Sie gründet gerade mit Freunden einen Verein, um Kinderprojekte durch Fördergelder vorantreiben zu können.

Von Marion von Imhoff

Das Städtische Klinikum engagiert sich seit rund zehn Jahren auch dort, wo zuvor nur niedergelassene Ärzte tätig waren. Das Gesundheitszentrum am Hauptbahnhof versorgt 15.000 Menschen im Quartal und beschäftigt 170 bis 180 Mitarbeiter.

05.01.2015
Brandenburg/Havel Bilanz nach einem Jahrzehnt mit Hartz IV - Havelstadt profitierte von der Reform

Hartz IV in seinen Anfängen vor zehn Jahren: ein neues unausgereiftes Sozialsystem, eine knapp besetzte neue Behörde, Menschenschlangen auf den Fluren, Widersprüche und Klagen, die ungewohnte Zusammenarbeit von Kommunal- und Bundesverwaltung und schließlich der verspätete Umzug ins neue Brennabor-Behördenhaus in der Kirchhofstraße.

05.01.2015
Brandenburg/Havel Demenz: Bei Alltagsbegleiterin in guten Händen - Capri Fischer sind seine Welt

Wenn Friedrich Rietz gut drauf ist, versucht er seiner Ziehharmonika ein paar Töne zu entlocken. Seine Welt sind die Capri Fischer und Freddy Quinn. Petra Brodöhl hört zu. Beide kennen sich von früher, als sie über ihre Hunde auf der Straße ins Gespräch kamen. Doch daran kann sich der 78-Jährige nicht mehr erinnern. Er leidet an Demenz.

02.01.2015