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Bach und Glass auf dem Akkordeon

Sommermusik in Sankt Katharinen Bach und Glass auf dem Akkordeon

Bach auf dem Akkordeon: Die Leichtigkeit und Virtuosität, mit der Susanne Stock Werke von Sonntagabend in der Katharinenkirche präsentiert hat, war einfach beglückend. Die Entscheidung, für die Gegenüberstellung mit der Musik von Philip Glass Bach-Werke aus dem Wohltemperierten Klavier zu wählen, war nahezu genial.

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Susanne Stock spielt Bach und Glass auf dem Akkordeon.

Quelle: Foto: Volkmar Maloszyk

Brandenburg an der Havel. Quetschkommode, Schifferklavier und Schlimmeres wie Schweineorgel oder Blasebalg der Hölle – Bezeichnungen für ein Akkordeon gibt es viele. Dass man auf einem Akkordeon auch wunderbar klassische Musik spielen kann, das hat die Brandenburger Akkordeonistin am Sonntagabend bei ihrem Konzert in der Brandenburger Katharinenkirche bewiesen. Auf dem Programm stand kein Geringerer als Johann Sebastian Bach mit Präludien und Fugen aus seinem Wohltemperierten Klavier. Bach gegenüber gestellt hat die Musikerin Etüden von Philip Glass, dem Vertreter der Minimal Music.

Bach liebte Tasteninstrumente und stand Neuerungen immer sehr offen gegenüber. Hätte es das Akkordeon zu Bachs Lebzeiten (1685-1750) schon gegeben, der Barockkomponist hätte sicherlich Gefallen daran gefunden. Doch das Instrument wurde in Europa erst etwa hundert Jahre nach Bachs Tod erfunden. Für die Präludien und Fugen im Wohltemperierten Klavier hat Bach offen gelassen, auf welchem Instrument sie gespielt werden sollten.

Die Leichtigkeit und Virtuosität, mit der Susanne Stock die Bachwerke am Sonntagabend in der Katharinenkirche präsentiert hat, war einfach beglückend. Die Entscheidung, für die Gegenüberstellung mit der Musik von Philip Glass Bach-Werke aus dem Wohltemperierten Klavier zu wählen, war nahezu genial. Bach hat diese Kompositionen „zum Nutzen und Gebrauch der Lehrbegierigen Musicalischen Jugend“ geschrieben, wie er auf dem Titelblatt des Autographs vermerkt hat. Es fehlt ihnen der sonst für Bach so typische Pomp und Furor. Diese Werke haben eine gewisse Ähnlichkeit mit den Etüden von Glass, weil Bach hier ebenfalls sozusagen minimalistisch gearbeitet hat.

Der amerikanische Komponist Philip Glass (geboren 1937 in Baltimore) war zunächst stark von der Musik von Arnold Schönberg beeindruckt. Durch die Begegnung mit indischer und asiatischer Musik und dem asiatischen Rhythmus- und Zeitverständnis, die seine späteren Kompositionen sehr geprägt haben, hat er zur minimalistischen Musik gefunden. Als mäandernde Klanglandschaften könnte man die Etuden von Glass bezeichnen, die Susanne Stock ausgewählt hat und die dem Zuhörer viel Raum gelassen haben für Kontemplation.

Als ihre Lieblingsstücke – Perlen - hat Susanne Stock (Jahrgang 1980) ihre Programmauswahl bezeichnet. Sie hatte bereits mit vier Jahren den ersten Akkordeonunterricht. Später hat sie Akkordeon an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar studiert. Die gebürtige Dessauerin lebt in der Stadt Brandenburg und ist mit ihrem Instrument auf vielen Veranstaltungen und Stadtfesten zu erleben. Sie engagiert sich sehr für Neue Musik, die sie vielfach bei Konzerten spielt und in Projekten vermittelt.

Von Ann Brünink

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