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Backsteinplatten in Rogäsener Kirche entdeckt

Überraschender Fund Backsteinplatten in Rogäsener Kirche entdeckt

Der Archäologe Wolfgang Niemeyer aus Brandenburg hat im Auftrag der Kirchengemeinde Wusterwitz-Bensdorf seit einigen Wochen seinen Arbeitsplatz in der Rogäsener Dorfkirche, die seit dem vorigen Herbst wieder ein Dach hat. Als die Handwerker die alten Steinzeug-Fußbodenfliesen entfernten, traten darunter ältere Backsteinbodenplatten zutage.

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Wolfgang Niemeyer bei der Dokumentation des Ziegelfußbodens.

Quelle: Nack

Rogäsen. Der Archäologe Wolfgang Niemeyer aus Brandenburg hat im Auftrag der Kirchengemeinde Wusterwitz-Bensdorf seit einigen Wochen seinen Arbeitsplatz in der Rogäsener Dorfkirche, die seit dem vorigen Herbst wieder ein Dach hat. Als die Bauhandwerker die alten Steinzeug-Fußbodenfliesen entfernten, traten direkt darunter ältere Backsteinbodenplatten zutage.

„Sie stammen spätestens aus dem 18. Jahrhundert und sind vermutlich umverlegt worden“, sagt Niemeyer. Die Art dieser Verlegung sei in der Zeit um Mitte des 19. Jahrhunderts üblich gewesen. Der überwiegende Teil der Platten ist geschädigt. Höchstens jede zehnte sei intakt. Eine einzige hat ein Muster, das Tannenbäumchen ähnelt. „Das ist ein so genannter Feierabendziegel wie sie in den Ziegeleien damals Sitte waren“, erklärt er.

Platten stammen aus dem 18. Jahrhundert

Solche Steine sollten Glück bringen. Der historische Ziegelfußboden, der sich an einigen Stellen gesenkt hat, ist in kompletter Ausdehnung erhalten. Nur wo die Kirchenbänke standen, ist er ausgespart. Dort befand sich vermutlich ein Holzboden. Nach der archäologischen Freilegung hat Niemeyer die historischen Backsteinplatten grafisch dokumentiert – im Maßstab 1:20 verkleinert. „Die Vermessung ist eine reine Dokumentation des Ist-Zustandes“, erklärt der Fachmann. Eine Beschreibung folge noch.

Die archäologische Begleitung war Auflage der Unteren Denkmalschutzbehörde. „Wenn man bedenkt, dass auf diesem Boden und den Fliesen ganze Generationen gelaufen, getauft und getraut wurde, ist das schon interessant“, sagt Niemeyer, der es für wichtig hält, solche Gebäude zu erhalten. Die raue, aber imposante Ästhetik im Inneren mit dem Feldsteinmauerwerk habe Charme.

Imposanter Feldsteinbau

Die Dorfkirche in Rogäsen ist ein spätromanischer Feldsteinbau aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts mit spätgotischem Westturm.

Der Turm wurde vor gut zwölf Jahren mit Hilfe von „Dach und Fach“ -Fördermitteln saniert.

Das Dach wurde 1978 offenbar wegen des Hausschwamms abgetragen. Zum Schutz der Mauerkrone trug man eine Betonschicht auf. Seit Herbst 2015 hat die Kirche wieder ein Dach.

Das Rogäsener Gotteshaus wurde im 13. Jahrhundert als Feldsteinkirche errichtet und verschiedentlich baulich verändert. So sind 1680 die kleinen romanischen Fenster vergrößert und der Chor verlängert worden. 1897 wurden die Apsis angebaut und der Fachwerkturm verkleidet. Das Dach war 1978 nach Aufforderung der staatlichen Bauaufsicht abgetragen worden. 40 Jahre Stand die Rogäsener Kirche als Ruine da. In die neue Dachkonstruktion sind mit Hilfe des Sonderprogramms Denkmalschutz des Bundesministeriums für Kultur und Medien rund 160 000 Euro geflossen.

Im 13. Jahrhundert errichtet

Dieses Budget hat neben der Elektroinstallation auch noch die 13 neuen schlichten Holzfenster hergegeben, die vor einigen Wochen von der Firma Heine aus Roßdorf eingebaut wurden. Ursprünglich war nur ein provisorischer Notverschluss mit Brettern geplant. Mit dem neuen Fußboden beginnt die Brandenburger Sanierungsfirma Altenkirch und Tomaschewski voraussichtlich nach Pfingsten. „In Abstimmung mit der Denkmalpflege soll es nun wieder ein roter Ziegelboden werden“, erklärt die zuständige Architektin Heidrun Fleege.

Die erhaltenen historischen Backsteinplatten sollen als Referenz integriert werden. Diese Maßnahme sei eine der letzten, dann wäre der Raum nutzbar.

„Noch hat der Gemeindekirchenrat nicht darüber beschlossen“, sagt Pfarrer Holger Zschömitzsch, der auf die Juni-Sitzung verweist. Im Gespräch ist, das Rogäsener Bauwerk sowohl für gottesdienstliche Handlungen als auch für weltliche und kulturelle Veranstaltungen zu nutzen.

Von Claudia Nack

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