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Badeunfall im Marienbad: Junge wiederbelebt

Brandenburg an der Havel Badeunfall im Marienbad: Junge wiederbelebt

Dramatische Szenen am Sonntag im Marienbad in Brandenburg an der Havel: Plötzlich treibt im Kinderschwimmbecken ein Siebenjähriger bewusstlos im Wasser. Ein Mädchen entdeckt den leblosen Jungen. Eine zufällig anwesende Kinderärztin kann ihn wiederbeleben.

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Spielende Kinder im Kinderschwimmbecken. Hier trieb am Sonntag ein kleiner Junge bewusstlos im Wasser.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Ein Badeunfall hielt am Sonntagmittag die Gäste des Marienbades in Brandenburg an der Havel in Atem. Gegen 13.15 Uhr entdeckte hier ein Mädchen einen leblos im Kinderschwimmbecken treibenden Jungen. Ihrem Einsatz ist es wohl zu verdanken, dass dieser den Badeunfall überlebte.

Denn die Kleine, deren Alter auch der Polizei unbekannt ist, reagierte schnell und machte einen 44-Jährigen darauf aufmerksam, der sich in der Nähe aufhielt. Auch der Mittelmärker reagierte unmittelbar, er zog den Siebenjährigen aus dem 1,35 Meter tiefen Becken, das sich im Außenbereich des Marienbades befindet.

44-Jähriger reagiert blitzschnell

Inzwischen war eine zufällig anwesende Kinderärztin herbeigeeilt. Sie übernahm die Wiederbelebung des regungslosen Kindes. Die Rettungsmaßnahmen fruchteten, der Junge erlangte sein Bewusstsein wieder und war schnell wieder ansprechbar.

Der diensthabende Schwimmmeister des Marienbades alarmierte währenddessen die Rettung, die den kleinen Jungen anschließend ins Krankenhaus fuhr. Dort wurde er stationär aufgenommen.

Kinderärztin ist zufällig vor Ort und greift ein

Der Siebenjährige war am Sonntag mit seinen Eltern im Schwimmbad zu Gast. Der Vater gab bei der Befragung durch die Polizei an, seinen Sohn nur kurz aus den Augen gelassen zu haben, um sich seinem zweiten Kind zu widmen. Die Polizei hat noch am Sonntag pro forma eine Anzeige wegen Verletzung der Fürsorgepflicht gegen die Erziehungsberechtigten aufgenommen. Weitere Ermittlungen sollen nun eine mögliche Mitschuld der Eltern klären.

Polizei nimmt Anzeige gegen Eltern auf

Ob die Angestellten des Marienbades sich während des Vorfalls korrekt verhielten, war am Montag indes unklar. Polizeisprecher Heiko Schmidt sagte der MAZ dazu: „Wir sind weit entfernt davon, dem Schwimmmeister zum jetzigen Zeitpunkt einen Vorwurf zu machen.“ Die weiteren Ermittlungen müssten nun klären, inwieweit Bedienstete des Bades die Szenerie hätten einsehen können und ob sich daraus eine mögliche Mitschuld an dem Badeunfall ergibt.

Für Badchef Jens Grosser haben die Angestellten am Sonntag nichts falsch gemacht. Der diensthabende Schwimmmeister sei unmittelbar von dem am Kinderbecken stationierten Rettungsschwimmer über den Unfall informiert worden und habe unverzüglich die Rettungskräfte gerufen. „In dem Moment, als das Unglück passierte, war das Becken sehr voll“, verteidigte Grosser seinen Mitarbeiter.

Es sei nur löblich, dass andere Badegäste so schnell eingriffen. „Die Hauptsache ist, dass es dem Jungen wieder besser geht.“ Der Badeunfall soll nach MAZ-Informationen durch einen epileptischen Anfall des Siebenjährigen ausgelöst worden sein.

Von Philip Rißling

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