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Bagger gegen baulustige Biber

Litzenbach bei Steinberg fließt wieder Bagger gegen baulustige Biber

Ein Biber hat aus dem Litzenbach bei Steinberg (Amt Ziesar) eine Seenlandschaft gemacht. Weil das Hochwasser eine Landesstraße gefährdete, durften in dieser Woche drei Dämme teilweise abgetragen werden. Umziehen muss die streng geschützte Art nicht. Ein Katz- und-Maus-Spiel zwischen Biber und Bagger ist die Folge.

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Nach dem Wasserabfluss bleibt zwischen Litzenbach und Landesstraße eine stinkende Schlammlandschaft zurück. Für die Bäume kam die Aktion gerade noch rechtzeitig.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Steinberg. Autofahrer haben es schon bemerkt. Der entlang der Landesstraße 93 verlaufende Litzenbach fließt wieder in seinem alten Bett. Das vom Biber angestaute Wasser hat sich vom auf Steinberger Territorium gelegenen Straßenkörper zurückgezogen und stellt nun keine Gefahr mehr für die Böschung dar. Möglich wurde der teilweise Abbau von drei Dämmen der streng geschützten Art durch eine Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde in Abstimmung mit den anerkannten Naturschutzverbänden. Auch der Naturschutzbeirat des Landkreises musste im Vorfeld grünes Licht geben.

Ganzjährig geschützt

Der fast sieben Kilometer lange Litzenbach ist als Bestandteil des als besonders wertvoll angesehenen FFH-Gebietes mit dem Namen Buckau und Nebenfließe ausgewiesen.

Wie der Wolf steht der Biber unter strengem Schutz. Der Damm-Rückbau bei Steinberg ist eine Ausnahme wegen der Straße. Landwirte müssen vernässte Flächen hinnehmen.

Der einst vom Aussterben bedrohte Elbe-Biber hat sich in Brandenburg explosionsartig vermehrt. Sein Auftreten am Faulen See (Gränert) hat über Jahre Gerichte beschäftigt.

Artenschützer Christian Kurjo von der Kreisverwaltung sagte der MAZ: „Um den Straßenunterbau nicht zu gefährden war es in diesem Fall wichtig den Wasserdruck vom Bauwerk zu nehmen. An eine Umsiedlung des Bibers ist jedoch nicht gedacht.“ Unangetastet bleibt auch die eigentliche Biberburg auf der südlichen Straßenseite, wo sich die ehemaligen Lehmkuten befinden. Ein Areal, dass zur Bücknitzer Gemarkung gehört. So kann es passieren, dass der in Golzow ansässige Wasser- und Bodenverband Plane-Buckau immer wieder mit dem Bagger anrücken muss, um das vom Biber angehäufte Astwerk zu beseitigen. Bis März soll die Entwicklung beobachtet werden.

Verbandsgeschäftsführer Ronald Hoffmann

Verbandsgeschäftsführer Ronald Hoffmann.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Möglicherweise könnte der Einbau eines Drainagerohres Sinn machen. Dieses würde den Abfluss trotz eines neuen Dammes gewährleisten, so Kurjo. In einer Stellungnahme hatte der Landesbetrieb Straßenwesen auf die von den Biberbauten ausgehenden Gefahren für die L 93 hingewiesen.

„Es könnte zum Beispiel zu Auffrierungen der Fahrbahn kommen, wenn sich immer höher angelegte Maulwurfsgänge mit Wasser füllen“, sagte Straßenmeister Mike Magaschütz der MAZ. Gefährlich wäre der überschwemmte Abschnitt nördlich der Fahrbahn im Falle eines Unfalls. Würde ein Auto unterhalb der Böschung auf dem Dach landen, könnten die Insassen regelrecht ertrinken. Außerdem warnte der Landesbetrieb vor einer nachlassenden Standfestigkeit der im Wasser stehenden Bäume.

Der Litzenbach fließt wieder

Der Litzenbach fließt wieder.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Verbandsgeschäftsführer Ronald Hoffmann ist gespannt, wie es mit dem Katz- und Mausspiel zwischen seinen Leuten und dem Biber weitergeht. „Ob sich das Tier von der Aktion in seiner Bautätigkeit abbringen lässt, weiß niemand“, so Hoffmann. In der Verbandskasse sind jährlich 10 000 Euro für durch Biber bedingte Zusatzarbeiten eingeplant. Bis jetzt hat der Wasser- und Bodenverband diese Summe noch nicht ausgeschöpft. Das könnte in diesem Jahr erstmalig passieren. Jeder Euro darüber hinaus wird zur Hälfte vom Land übernommen.

Vor dem Rückbau der Biberdämme bildete der Litzenbach eine Seenlandschaft

Vor dem Rückbau der Biberdämme bildete der Litzenbach eine Seenlandschaft.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Der Litzenbach ist für den Wasser- und Bodenverband Plane-Buckau nur einer von vielen Biberstandorten im Verantwortungsbereich. Der Nager ist längst an der Plane, an der Temnitz, im Sandfurtgraben oder im Baitzer Bach in Richtung Neschholz angekommen. Die Tiere machen sich auch über Staubauwerke her, wo die Eichenbohlen angefressen werden. „Wir müssen alle Staue mit Blech beschlagen“, berichtet Verbandsgeschäftsführer Hoffmann.

Von Frank Bürstenbinder

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