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Balgerei um Busparkplätze

Am Nicolaiplatz tobt Streit wegen knapper Stellflächen Balgerei um Busparkplätze

Parkplätze sind ein knappes Gut, besonders die für Reisebusse. Am Nicolaiplatz ist jetzt ein Streit um die Flächen entbrannt. Denn in ihrer Not weichen immer mehr Anlieger mit ihren Wagen auf die als Bus-stellflächen ausgewiesenen Areale aus. Für Brandenburgs Politessen ist das Areal deshalb ein ergiebiges Revier.

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Quelle: MAZ

Brandenburg an der Havel. Rom, Paris, Brandenburg: Parkplätze sind ein knappes Gut, besonders die für Reisebusse. Am Nicolaiplatz in der Havelstadt ist jetzt ein Streit um die Flächen entbrannt. Denn in ihrer Not weichen immer mehr Anlieger mit ihren Wagen auf die als Busstellflächen ausgewiesenen Areale aus. Wegen der Bauarbeiten sind die Anwohnerparkplätze nämlich knapp geworden. Für Brandenburgs Politessen ist das Areal deshalb ein ergiebiges Revier. Die Damen vom Ordnungsamt verteilen dort offenbar besonders munter Strafzettel an Falschparker.

Die zur Kasse Gebetenen fühlen sich nun „vom Ordnungsamt abgezockt“, wie MAZ–Leserin Heike Töpfl sagt. Vor allem deshalb, weil auf den Busparkplätzen kaum Busse zu sehen seien.

„In meiner Verzweiflung, irgendwo muss ich ja mein Auto hinstellen, habe ich so einen leeren Busparkplatz genutzt und prompt habe ich in 24 Stunden zwei Strafzettel erhalten“, berichtet Heike Töpfl. „Die Mitarbeiter vom Ordnungsamt gehen wohl nur noch auf diesem Parkplatz im Kreis und verteilen Strafzettel“, argwöhnt sie.

Heike Töpfl wohnt am Rosenhag und hat einen Anwohnerparkausweis E, wie sie sagt. So ein Papier kostet nach Auskunft aus dem Rathaus 32,50 Euro pro Jahr. Doch die Stellflächen im E-Bereich, also auch an der Stadtverwaltung und an der Gedenkstätte, seien häufig mit den Wagen der Behördenmitarbeiter zugestellt, berichtet Heike Töpfl.

Schnöde „abkassiert von der Stadt“ fühlt sich auch Christine Schüler. „Wir sind derartig verärgert darüber, was man mit uns macht, dass ich mich schon im Rathaus beschwert habe, leider ohne Ergebnis“, klagt die Zahnärztin. „Locker 20 bis 30 Autos mehr könnten auf den Busparkplätzen stehen.“ Christine Schüler betreibt eine Gemeinschaftspraxis am Nicolaiplatz.

Im Rathaus indessen gibt man sich erstaunt über die Empörung der betroffenen Anwohner. „Es entspricht nicht den Tatsachen, dass die Busparkplätze nicht genutzt werden“, erklärt Stadtsprecher Guido Zimmer auf Anfrage der MAZ. Ganz im Gegenteil: „Brandenburg an der Havel ist zu einem wichtigen Reiseziel für Touristen aus dem In- und Ausland geworden“, so Zimmer. „Dabei nimmt der Reiseverkehr mittels Reisebus einen großen Anteil ein.“

Deshalb gehe man nun auch verstärkt gegen die Falschparker auf den Busparkflächen vor, erklärt Zimmer. Denn immer wieder müssten die Busfahrer jetzt nach freien Flächen für ihre Fahrzeuge suchen. „Dass dort Busse eher selten parken, liegt also wohl auch daran, dass sie dort wegen der Falschparker nicht stehen können.“ Im Übrigen sei es so, sagt er, dass die Anwohner mit einem E-Ausweis „gar kein Recht auf einen Parkplatz“ erwerben würden.

Die verärgerten Bürger können sich mit diesen Antworten nicht zufrieden geben. „Wenn die Stadt solche umfangreichen Baumaßnahmen unternimmt und die Parkplatzsituation so verschärft, dann muss sie doch dafür Sorge tragen, dass nicht sinnlos Parkplätze blockiert werden, für Busse, die nicht kommen“, sagt Heike Töpfl. An die von Stadtsprecher Zimmer ausgemachten Massen von Reisebussen wollen sie und ihre Nachbarn ohnehin nicht so recht glauben. „Ich führe Strichliste“, berichtet Christine Schüler. „Busse stehen dort fast nie.“

Einen Hoffnungsschimmer auf Entspannung der Situation gibt es dennoch. Nach den Plänen des Stadtentwicklungsbeigeordneten Michael Brandt (CDU) sollen ab dem 4. November zumindest wieder Straßenbahnen über den Nicolaiplatz rollen (die MAZ berichtete).

Von Hermann M. Schröder

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