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Bau der neuen Gedenkstätte verzögert sich

Schau über Brandenburger Zuchthaus Bau der neuen Gedenkstätte verzögert sich

Elf Jahre rangen das Land Brandenburg und die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten um ein neues Dokumentationszentrum über den Strafvollzug unter den Nationalsozialisten und der DDR. Dann kam im vorigen Jahr der Durchbruch. Doch wann die neue Gedenkstätte eröffnen wird, steht noch immer nicht fest.

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Günter Morsch leitet die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Quelle: privat

Brandenburg/H. Der Baubeginn für das neue Dokumentationszentrum über die Geschichte des Strafvollzugs in Brandenburg an der Havel verzögert sich. Wie Günter Morsch, Leiter der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, am Freitag der MAZ sagte, habe die Landesregierung vorige Woche eine Kostensteigerung von 80 000 Euro genehmigt. Das bestätigte Martin Sand, Sprecher des brandenburgischen Kulturministeriums.

Hintergrund ist eine Änderung des Konzeptes. Ursprünglich sollte allein das frühere Direktorenhaus neben der Justizvollzugsanstalt Brandenburg bis zum Dachgeschoss für die Dauerausstellung über die Geschichte des Strafvollzugs unter den Nationalsozialisten und in der DDR genutzt werden. „Die Planungen waren schon weit fortgeschritten“, so Morsch. Es seien aber Verzögerungen entstanden, „wir wollen unbedingt auch einen Zugang für Behinderte schaffen“, sagte Morsch. Dafür wäre der kostenintensive Bau eines Fahrstuhls nötig gewesen.

Nun wird das Dokumentationszentrum nur noch im Erdgeschoss und ersten Stock des Gebäudes zu sehen sein und in einem modernen quadratischen Erweiterungsbau im Garten, der von der Straße her nicht zu sehen sein werde. „Ich gehe von einem Baubeginn in diesem Jahr aus“, sagte Morsch der MAZ. Ob das Dokumentationszentrum nächstes Jahr eröffnet werde, könne er jetzt noch nicht sagen. Die Ausschreibungen für die Bauleistungen würden jetzt beginnen,

In dieser früheren Direktorenvilla neben der Justizvollzugsanstalt Brandenburg entsteht ein Dokumentationszentrum über die Geschichte des Straf

In dieser früheren Direktorenvilla neben der Justizvollzugsanstalt Brandenburg entsteht ein Dokumentationszentrum über die Geschichte des Strafvollzugs.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Die Kostensumme für das Dokumentationszentrum liegen nun statt bei 340 000 Euro bei „knapp 420 000 Euro“, so Morsch. „Im Laufe des Junis können wir sagen, ob das Dokumentationszentrum 2017 eröffnen wird.“

Am Ausstellungskonzept, das das Berliner Büro Tatwerk umsetzen wird, arbeitet ein Stiftungsteam bereits. „Da sind wir ganz gut im Plan.“ Ausführender Architekt ist der Brandenburger Uli Krieg.

Werner Speidel erinnerte bei einer Festveranstaltung an der Gedenkstätte in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg an das Schicksal seines von de

Werner Speidel erinnerte bei einer Festveranstaltung an der Gedenkstätte in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg an das Schicksal seines von den Nazis ermordeten Bruders.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Das frühere Direktorenhaus mit einem 1687 Quadratmeter großen Garten steht seit langem leer. Bis 1988 wohnten dort die Leiter des früheren Zuchthauses in der Anton-Saefkow-Allee 38. Das von Land und Bund finanzierte Dokumentationszentrum soll veranschaulichen, was Häftlinge in der Zeit des Nationalsozialismus und der DDR erleiden mussten. Es wird die schon vorhandene Gedenkstätte in der Justizvollzugsanstalt ergänzen. Hinter den Gefängnismauern ist die Hinrichtungsstätte zu besichtigen, an der zwischen 1940 und 1945 an der Guillotine 2030 Männer geköpft wurden.

Anlässlich des 71. Jahrestages der Befreiung des Zuchthauses Brandenburg durch die Sowjetarmee vor wenigen Tagen erinnerte Werner Speidel an seinen Bruder Sigurd Speidel. Als Zeuge Jehovas hatte sich Sigurd Speidel geweigert, Kriegsdienst zu leisten. Er wurde daher zum Tode verurteilt und am 27. Januar 1943 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet. Schicksale wie diese werden an der neuen Gedenkstätte dokumentiert in Briefen, Aufzeichnungen, Fotos und Schautafeln.

Von Marion von Imhoff

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