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Baufirma prellt die Sozialkassen um Millionen

Brandenburg an der Havel Baufirma prellt die Sozialkassen um Millionen

Die Baufirma Puplaki kennt in Brandenburg an der Havel zwar niemand. Doch in dem einzigen Jahr ihres Bestehens soll sie fast 80 Leute beschäftigt und bundesweit fünf Millionen Euro umgesetzt haben. Allerdings soll der Geschäftsführer die Sozialkassen dabei zwölf Monate lang um fast 2,3 Millionen Euro geprellt haben. Deshalb war er vor dem Amtsgericht Potsdam angeklagt.

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Quelle: dpa

Brandenburg/H. Die Baufirma Puplaki aus der Kurstraße kennt zwar offenbar niemand. Doch in dem einzigen Jahr ihres Bestehens in Brandenburg/Havel soll sie fast 80 Leute beschäftigt und bundesweit fünf Millionen Euro umgesetzt haben. Allerdings soll der Geschäftsführer die Sozialkassen dabei zwölf Monate lang um fast 2,3 Millionen Euro geprellt haben. Deshalb er vor dem Amtsgericht Potsdam angeklagt.

Fatmir T. (Name geändert) ist 41 Jahre alt und lebt seit 22 Jahren in Brandenburg/Havel. Bis zum Jahr 2013 war der Eisenflechter meist arbeitslos oder hatte Gelegenheitsjobs. Eines Tages will der Kosovo-Albaner seinen Landsmann Dragan in einer Gaststätte kennengelernt haben. Wenig später war Fatmir T. Geschäftsführer der Puplaki GmbH mit Hauptsitz in der Kurstraße 68.

Seit Donnerstag sitzt der nicht sonderlich gut deutsch sprechende Familienvater auf der Anklagebank des Amtsgerichts Potsdam. Der Staatsanwalt wirft ihm vor, von Januar bis Dezember 2014 die Lohnbuchhaltung manipuliert und dabei jeden Monat Arbeitsentgelt vorenthalten und veruntreut zu haben: in der Summe 2 257 206,84 Euro

Fatmir T. bestreitet die Vorwürfe nicht. Schuld sei besagter Dragan aus dem Kosovo. Doch wie der Mann mit kompletten Namen heißt, wie und wo er zu erreichen ist, weiß der Angeklagte angeblich nicht. „Ich kann den Richtigen nicht benennen, dann muss ich eben ins Gefängnis“, sagt er im Gerichtssaal.

Tatsächlich droht dem hoch aufgeschossenen, etwas unbedarft wirkenden Mann angesichts des Millionenbetrugs Gefängnis. Amtsrichterin Bettina Thierfeldt hält es aber für denkbar, dass Fatmir T. nicht der dicke Fisch ist, sondern nur das Werkzeug war. „Vielleicht trauen Sie sich nicht auszupacken“, mutmaßt sie und fügt hinzu: „Wir würden lieber den Hintermann einsperren als Sie.“ Auch der Staatsanwalt ist nicht überzeugt, dass T. der Haupttäter ist. Vielleicht leistete er nur Beihilfe oder begriff gar nicht, wie es wirklich lief in der Firma.

Gewiss scheint nach den Ermittlungen, dass die Puplaki GmbH alles mit Bargeld abwickelte. Die fast 80 Arbeiter erhielten ihren Lohn bar. Geschäftsführer Fatmir T. durfte sich einen Teil vom Gewinn abheben. Das meiste Geld sei jedoch bei Dragan gelandet, versichert Pflichtverteidiger Horst-Holger Winzer. Sein Mandant sei inzwischen mit 562 000 Euro verschuldet. Fatmir T. ist nicht gut zu sprechen auf seinen damaligen Geschäftspartner Dragan. „Wenn ich ihn sehe, bringe entweder ich ihn um oder er mich“, versichert der Angeklagte.

Zum nächsten Prozesstermin werden Zollermittler und einstige Arbeiter der Brandenburger Firma als Zeugen vernommen. Die Puplaki GmbH, deren Geschäftsfelder Eisenflechten, Trockenbau und Abrissarbeiten waren, ist im Handelsregister inzwischen gelöscht.

Von Jürgen Lauterbach

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