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Beamte an der Grenze der Belastbarkeit

Innenminister will prüfen, ob es mehr Polizisten für Westbrandenburg geben soll Beamte an der Grenze der Belastbarkeit

Es wird knapp beim Polizei-Personal. Personalrat Jörg Volkhammer sprach von einer "Grenze der Belastbarkeit" im Wach- und Wechseldienst. Und dabei hat die Polizeidirektion West mit Potsdam und Brandenburg an der Havel gleich zwei Kriminalitätsschwerpunkte. Wenn die Polizeireform 2014 ansteht, soll das berücksichtigt werden.

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Innenminister Ralf Holzschuher

Brandenburg an der Havel. Der neue Innenminister Ralf Holzschuher kennt natürlich die Direktion West in Brandenburg an der Havel, über die Engpässe und Besonderheiten in der Region zwischen Havelland und Teltow-Fläming hat er sich nun ausführlich informiert.

"Die Polizeidirektion West hat in der Tat mehr Probleme als die anderen, wir stellen uns die Frage, ob das Personal reicht und werden gegebenenfalls in einigen Monaten nachsteuern durch Aufstocken", kündigt er an. Gleichwohl ist sich der Minister gemeinsam mit Polizeipräsident Arne Feuring und Direktionschef Peter Meyritz einig, dass die Sicherheit der Bevölkerung nicht in Frage steht und mit dem derzeitigen Personal gewährleistet ist. Noch. Personalrat Jörg Volkhammer sprach von einer "Grenze der Belastbarkeit" im Wach- und Wechseldienst, bedingt durch einen hohen Krankenstand von durchgehend zehn Prozent (siehe Infokasten). "Hier werden wir auch die Themen Personalreserve und Gesundheitsmanagement bearbeiten", sagt der Minister.

Verstärkt werde die Personalknappheit dadurch, dass aus der Polizeiinspektion Brandenburg jede Woche Unterstützungskräfte zu Einsätzen nach Potsdam beordert werden. "Teilweise werden Kollegen aus dienstfreier Zeit geholt. In der Inspektion Teltow-Fläming gibt es sieben Kollegen weniger als in den Zielzahlen fürs Jahr 2020 vorgesehen."

Die Polizeidirektion West insgesamt wird wegen planmäßiger Pensionierungen Anfang 2014 im Wachdienst und bei der Revierpolizei bereits die festgesetzte Personalstärke von 2020 erreicht haben. Das bedeutet Personalzuführungen und -umverteilungen, so hat es der Minister versprochen.

Die vielen Langfinger machen die Beamten krank

  • 1509 Mitarbeiter gibt es in der Polizeidirektion West. Durchschnittlich 149 Bedienstete (9,87 Prozent) fehlen täglich aufgrund von Krankheiten.
  • Das sind 26,97 Krankentage im Durchschnitt je Bedienstetem in den ersten neun Monaten des Jahres.
  • Etwas besser sieht es in der Polizeiinspektion Brandenburg mit 251 Bediensteten aus. Davon war jeder durchschnittlich 22,64 Tage krank in diesem Jahr.
  • Täglich fehlen 21 Mitarbeiter, das sind im Schnitt 8,36 Prozent.
  • 1321 Einbruchsdiebstähle gab es 2012 in Privatwohnungen und -häuser, davon 255 in der Inspektion Brandenburg, 290 im Havelland.
  • Im Jahr 2011 waren es insgesamt nur 1038 Wohnungseinbrüche.
  • In 2548 Fällen wurde zudem im vergangenen Jahr in und aus Firmen gestohlen, 477 im Gebiet der Brandenburger Inspektion, 495 im Havelland.

Die West-Direktion habe zudem weitere Besonderheiten, die es anderswo im Land nicht gibt: Mit Potsdam und Brandenburg sind gleich zwei Ballungsräume mit ihren "kriminalgeografischen Besonderheiten" zu überwachen. Zuständig sind die Beamten zudem für knapp 200 Kilometer Bundesautobahn (A2, A9, A10, A115). Das Autobahndreieck Nuthetal ist der verkehrsstärkste Knotenpunkt im Osten Deutschlands, die Ost-West-Achsen A2 und A10 gehören dazu.

Es gibt enge Verflechtungen zum Berliner Ballungsgebiet mit mehr Kriminalität, insbesondere bei Eigentumsdelikten. In Richtung Sachsen-Anhalt sind hingegen große Entfernungen zurückzulegen. Im Jahr 2012 fielen fast 31 Prozent aller Straftaten des Landes Brandenburg im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion West an (2011: fast 32 Prozent). Das deckt sich mit der Bevölkerungsverteilung wonach fast 31 Prozent der Bevölkerung im Westen wohnen. Somit ist die Polizeidirektion die einwohnerstärkste.

Alle diese demografischen, strukturellen und kriminalgeografischen Faktoren und Besonderheiten sollen beim für 2014 vorgesehenen Überprüfen der Polizeireform eine angemessene Berücksichtigung finden.

Von André Wirsing

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