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Beetzseedörfer wollen Mittelmärker bleiben

MAZ-Umfrage Beetzseedörfer wollen Mittelmärker bleiben

Die Menschen in den Beetzseedörfern möchten am liebsten keine Veränderung der Kreisgrenzen. Alles soll so bleiben wie es ist, sagen 67 Prozent der Teilnehmer einer MAZ-Umfrage. Nur 4 Prozent favorisieren einen Wechsel ins Havelland. Die Gemeinden sollen ihre Selbstständigkeit behalten. Seit 1993 bildet die Region den Nordzipfel von Potsdam-Mittelmark.

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Bagow gehört zu den Dörfern rund um den Beetzsee.

Quelle: Dirk Fröhlich

Amt Beetzsee. Zwei Wochen lang haben die Bewohner der Dörfer rund um den Beetzsee ihre Heimat noch besser kennengelernt. Jeden Tag aus der Vogelperspektive dank der Luftaufnahmen unseres Fotografen Dirk Fröhlich. In zwölf Ausgaben wurde in der Reihe „MAZ zu Hause in ...“ aus allen Ortsteilen der Gemeinden Beetzsee, Beetzseeheide, Päwesin und Roskow berichtet. Ab dem 17. Oktober geht es dann in unserer Reihe mit den Brandenburger Stadtteilen weiter.

Was die Orte zu beiden Seiten des Beetzsees so lebenswert macht und welche Probleme es gibt, spiegelt auch die MAZ-Umfrage wider. Zu vier Fragen wurden jeweils vier Beantwortungsmöglichkeiten gegeben. Ein aktuelles Thema treibt die Menschen in den Beetzseedörfern derzeit besonders um – die von der Landesregierung geplante Kreisgebietsreform. Eine große Mehrzahl der Umfrageteilnehmer hat kein Verständnis für eine neuerliche Umstrukturierung. So haben sich 67 Prozent dafür ausgesprochen, die bisherigen Kreisgrenzen unverändert zu lassen. Für einen Wechsel der Beetzseedörfer ins Havelland sprachen sich lediglich vier Prozent der Teilnehmer aus. Offenbar haben sich viele Menschen längst mit der nördlichen Randlage ihrer Orte in einem Landkreis Potsdam-Mittelmark arrangiert. Viel wichtiger ist ihnen, dass die Eigenständigkeit der 2002 fusionierten Kommunen nicht noch weiter eingeschränkt wird. 13 Prozent ist das Thema egal. Sie befürchten, dass die Bürger ohnehin nicht gefragt werden. Immerhin können sich 15 Prozent der Umfrageteilnehmer die Umwandlung des gesamten Amtes Beetzsee in eine Großgemeinde vorstellen, um die Kräfte der noch fünf selbstständigen Kommunen in Zukunft zu bündeln.

Mit dem öffentlichen Personennahverkehr gehen die Leute in den Beetzseedörfern eher hart ins Gericht. Für 42 Prozent der Umfrageteilnehmer ist man auf dem Lande ohne Auto aufgeschmissen. Für sie sind die Busangebote ein Witz. Für mehr Busverbindungen in den Ferien sprachen sich 29 Prozent aus. 27 Prozent halten die Busanbindung ihres Dorfes, insbesondere nach Brandenburg, für ausreichend. Die Pünktlichkeit der Überlandbusse wird nicht beklagt.

Was die öffentliche Ordnung und Sauberkeit angeht, sind 50 Prozent im Großen und Ganzen mit ihren Heimatorten zufrieden. Jedoch sind 23 Prozent der Meinung, dass es in den Dörfern noch schöner sein könnte, wenn jeder vor seiner Haustür kehren würde. Für 17 Prozent ist Hundekot im öffentlichen Bereich das größte Problem. Das Ordnungsamt müsste mehr unternehmen. Illegale Müllablagerungen in Wald und Flur prangern 13 Prozent der Teilnehmer an.

Die landschaftliche Schönheit der Beetzsee-Region würde eine überwältigende Mehrheit als touristisches Ziel empfehlen. Nämlich 84 Prozent. Knapp die Hälfte allerdings mit einer Einschränkung: Touristen sollten keine überzogenen Ansprüche haben. Dann kann man am Beetzsee gut Urlaub machen. Sechs Prozent würden die Region nur im Sommer empfehlen. Acht Prozent gar nicht. Moniert werden unter anderem geschlossene Gaststätten und fehlende Radwegverbindungen abseits vom Beetzseeradrundweg.

An Themen, die die Bürger über diese Fragen hinaus beschäftigen, herrscht rund um den Beetzsee kein Mangel. In Roskow gibt es Klagen über Geruchsbelästigung durch Putendung und zu wenig Polizeipräsenz. In Butzow wird der Zustand der geschlossenen Gaststätte am Ortseingang beklagt. Gefordert wird eine deutliche Tempoabsenkung auf der Landesstraße in Höhe des Campingplatzes. Auch in Weseram wird die ehemalige Gaststätte als Schandfleck empfunden. Außerdem soll für den Ort ein Bebauungsplan her, um neue Wohngrundstücke auszuweisen. In Riewend wünscht man sich einen Wanderweg um den See und die Wiedereröffnung der Gaststätte „Alte Zieglei“. In Päwesin wird der Hundekot auf dem Radweg kritisiert, wo auch Kita-Kinder spazieren gehen. In Gortz wird der Zustand des Friedhofs als ungepflegt bezeichnet. Einige Lünower hadern unverändert mit dem Spargelanbau unter Folie. In Radewege wird unter anderem an die Einhaltung der Ruhezeiten erinnert.

Von Frank Bürstenbinder

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