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Behinderte im Alltag meist nicht beeinträchtigt

Brandenburg an der Havel Behinderte im Alltag meist nicht beeinträchtigt

Um die Lebenswirklichkeit von behinderten und schwerbehinderten Bürgern in Brandenburg/Havel zu erfassen hat die Stadtverwaltung knapp 1600 Fragebögen an die betreffenden Frauen und Männer in der Stadt verschickt. Bei mehr als der Hälfte der Befragten entspricht die eigene Wohnung den persönlichen Bedürfnissen. Knapp ein Viertel lebt aber nicht behindertengerecht.

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Katrin Tietz ist Behindertenbeauftragte der Stadt.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Um die Lebenswirklichkeit von behinderten und schwerbehinderten Bürgern in Brandenburg/Havel zu erfassen hat die Stadtverwaltung knapp 1600 Fragebögen an die betreffenden Frauen und Männer in der Stadt verschickt.

Gut 300 korrekt ausgefüllte Bögen wurden ausgewertet. Die Ergebnisse sind im aktuellen Teilhabeplan veröffentlicht. Die meisten Antworten kamen aus Nord, der Altstadt, dem Quenz und Hohenstücken. Etwa 250 Bögen wurden von Menschen ausgefüllt, die als schwerbehindert (50 Prozent und mehr) eingestuft sind. Immerhin gut 70 Prozent der Beteiligten fühlen sich gemäß der als nicht repräsentativ eingeschätzten Umfrage als gar nicht, kaum oder nur mäßig beeinträchtigt in ihrem Alltag. 23 Prozent empfinden die Beeinträchtigung dagegen als stark oder sehr stark.

Bei mehr als der Hälfte der Befragten entspricht die eigene Wohnung den persönlichen Bedürfnissen. Knapp ein Viertel lebt nicht behindertengerecht. Mit der eigenen Wohnumgebung sind die allermeisten im großen und ganzen oder sogar sehr zufrieden. Am schlechtesten ist die Zufriedenheit der Befragung mit ihrem Wohnumfeld zufolge in Hohenstücken.

Dort haben 40 Umfrageteilnehmer die Durchschnittsnote 3,15 gegeben. Zum Vergleich: In ganz Brandenburg/Havel haben 271 Bürger im Durchschnitt mit der Schulnote 2,65 geurteilt.

Was ihre Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Stadt angeht, so geben die befragten behinderten Frauen und Männer befriedigende Noten ab. Am besten urteilen geistig Behinderte (Note 2,58), am schlechtesten Bürger mit einer Körperbehinderung (Note 3,27).

100 Teilnehmer der Umfrage brachten zum Ausdruck, dass sie sich generell aufgrund ihrer Behinderung oder Beeinträchtigung in ihren Möglichkeiten eingeschränkt fühlen. 74 Frauen und Männer kritisieren, es gebe zu wenig Freizeitangebote für Menschen mit Behinderungen, 75 sind die Angebote zu teuer.

29 Frauen und Männer scheitern an Barrieren, die ihnen den Zugang zu einem bestimmten Angebot nicht ermöglichen. Als Beispiele nennen die Befragten das Marienbad, das Kino, das Theater, Konzerte, die Weiße Flotte und das Sportstudio.

Einzelne der Befragten geben an, dass sie sich als Mensch mit Behinderung oft nicht willkommen fühlten, beispielsweise in der Bibliothek, beim Schwimmen und Einkaufen, in der Familie, der Therme und im Domkonzert.

Etwa zwei Drittel der befragten gut 300 behinderten Bürger sind nicht erwerbstätig. Wer von den übrigen einer Arbeit nachgeht ist in der Regel zufrieden. Sie bewerten die eigene Arbeit mehrheitlich mit den Schulnoten sehr gut bis befriedigend.

Von Jürgen Lauterbach

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