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Brandenburg/Havel So wird der Marienberg herausgeputzt
Lokales Brandenburg/Havel So wird der Marienberg herausgeputzt
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15:55 21.02.2018
Margitta Scholz und Ronald Wesslin von der Arbeitsfördergesellschaft Bas. Quelle: Rüdiger Böhme
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Brandenburg/H

Professionelle Hilfe von Menschen mit Handicap für Gartendenkmal und Bürgerpark: Das Projekt Marienberg der Arbeitsfördergesellschaft Bas entwickelt sich zu einem Erfolgsmodell.

Genau ein Jahr ist es her, dass die Gesellschaft mit der Pflege und Unterhaltung des einstigen Buga-Areals betraut wurde. Wie versprochen hat die Bas dafür eine eigene Abteilung gegründet, in der acht von zehn Menschen behindert oder beeinträchtigt sind, gleichzeitig einen Job am ersten Arbeitsmarkt bekommen haben.

Der Beginn war mühselig, gibt Abteilungsleiter Ronald Wesslin umstandslos zu. Doch mittlerweile hat sich der Betrieb eingespielt. „Das fängt bei der Technik an: Statt eines normalen Aufsitzrasenmähers für wenige Tausend Euro haben wir einen bekommen mit hydraulischer Unterstützung für 24.000 Euro.“ Weil das Integrationsamt in Cottbus die Bas-Abteilung nach einem strengen Kriterienkatalog anerkannt hat, gibt es reichlich Fördermittel.

„Da ist der städtische Zuschuss eher zum Begleichen des Eigenanteils gedacht.“ 97.000 Euro hat die Kommune im vorigen Jahr für Investitionen zusätzlich zur Verfügung gestellt. Ab jetzt muss die Bas mit dem jährlichen Sach- und Personalkostenzuschuss von 385.000 Euro auskommen.

„Lebensart“ auf dem Berg

Erstmals wird die „Lebensart“ im Sommer vom 13. bis 15. Juli auf dem Marienberg zu Gast sein – eine Messe für Garten, Wohnen und Lifestyle.

Sie ist bereits an 28 Standorten in Deutschland vertreten, davon sind nur vier Messen unterm Dach, die anderen an der frischen Luft.

Erwartet werden 80 bis 100 Aussteller und Händler, 55 haben bereits jetzt fest zugesagt für Brandenburg an der Havel.

Bislang war immer Schloss Kartzow der nächstgelegene Standort der „Lebensart“.

„Das Geld haben wir in der Vergangenheit an Firmen gegeben, welche die Flächen gepflegt haben“, sagt Bürgermeister Steffen Scheller (CDU). Jetzt entfalle auch das Argument, es würden reguläre Arbeitsplätze zugunsten des zweiten Arbeitsmarktes geopfert – die Bas hat selbst Jobs im ersten Arbeitsmarkt geschaffen, die Menschen können von ihrem Lohn leben.

Das Team harmoniere gut, sagt Wesslin. An einem Beispiel schildert er die kleinen Widrigkeiten des Alltags, die bewältigt werden. Ein Mitarbeiter ist ausgebildeter Gärtner, doch ist er faktisch taubstumm. Die Kommunikation mit ihm verlaufe auf verschiedenen Wegen: Kleine Unterhaltungen werden per What’s App geführt.

Weil der Mann gut im Lippenlesen ist, werden alle anderen darin geschult, langsam und artikuliert zu reden, damit er mitkommt. Bei Versammlungen steckt ihm Bas-Chefin Margitta Scholz eine Kopie ihres Rede-Manuskripts zu, und bei Personalgesprächen wird ein Gebärdendolmetscher gebucht. In solchen Fragen tun sich Firmen häufig schwer, bei der Bas sei es häufig geübte Routine.

Die Gesellschaft kümmert sich aber nicht nur um knapp 60.000 Quadratmeter Rasen, 13.100 Quadratmeter Gehölze und 7800 Quadratmeter Staudenflächen, sondern auch um die Besucher des Marienbergs. Die Friedenswarte betreibt sie ohnehin. Zudem wurden im Vorjahr schon zahlreiche Veranstaltungen organisiert, teilweise auch in Kooperation mit dem Förderverein Bürgerpark Marienberg e.V.

Was zur Buga nur teilweise funktionierte, ist nun problemlos möglich, damit auch wirklich alle Menschen auf den Berg kommen. Der 350.000 Euro teure Aufzug von der Klinikumsstraße nahe der alten Kinderklinik zum Marienberg funktioniert. Er werde ständig gewartet, es bedarf keiner Voranmeldung – in naher Zukunft soll auch die Beschilderung verbessert werden, damit ihn mobilitätseingeschränkte Menschen auch finden.

Ein anderes Problem hat sich mittlerweile auch erledigt, erzählt Wesslin. „Die Freilichtbühne ist nutzbar, man kann sie bespielen. Es liegt eine sehr detaillierte Baugenehmigung vor und eine Erlaubnis nach der Freizeitstättenverordnung. Deshalb haben wir eine eingemessene Musikanlage beschafft, ein so genannter Limiter begrenzt automatisch die Lautstärke, weil wir in Nachbarschaft zu zwei Krankenhäusern und einem Friedhof sind.“

Das ist im Vorjahr auch bereits erfolgreich getestet worden, unter anderem beim Taschenlampenkonzert mit der Gruppe Rumpelstil. Das wird in diesem Jahr am 31. August gleich wiederholt. In der Tat setzen Bas und Förderverein auf das Fortsetzen von begonnen Veranstaltungen. So gibt es am 1. April wieder einen Ostereier-Alarm, am 7. April wird Frühlingserwachen mit Primeln gefeiert. Am 30. Juni gibt es das Sommerfest der Musikschule „Vicco von Bülow“, am 21. Juli den Broken Boards Skatecontest und am 1. September das Weinfest.

„Als Förderverein suchen wir nach einem nachhaltigen Projekt für den Berg. Einen Kinderzoo können wir nicht leisten, aber wir denken an einen Fitnessparcours für Senioren“, sagt Schatzmeister Werner Jumpertz. In diesem Jahr gibt es einen Malwettbewerb mit fünf Grundschulen.

Die Kinder sollen den Marienberg als ihren Wunschberg darstellen – die schönsten Bilder und Zeichnungen werden in der Friedenswarte ausgestellt, dafür gibt es für die kleinen Meister und die Schulen Sachgutscheine. Perspektivisch soll es auch eine Lesereihe am Kamin in der historischen Gaststätte geben, unter anderem mit FFC Turbine-Potsdam-Trainerlegende Bernd Schröder.

Von André Wirsing

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