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Brandenburg/Havel Behindertenaktivistin hört auf
Lokales Brandenburg/Havel Behindertenaktivistin hört auf
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02:17 02.10.2015
Karin Kuntke hat sich 31 Jahre für die Rechte behinderter Menschen eingesetzt. Quelle: MAZ
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Brandenburg an der Havel

Karin Kuntke ist nach sieben Jahren aus gesundheitlichen Gründen als Vorsitzende des Behindertenbeirats zurückgetreten. 31 Jahre lang hatte sich die gebürtige Brandenburgerin für die Belange von Behinderten in der Stadt Brandenburg eingesetzt. Katrin Tietz, die Behindertenbeauftragte der Stadt, würdigte das Engagement der heute 74-Jährigen als „treibende Kraft im Beirat, die sich akribisch in die Aufgabe eingearbeitet hatte“. Ihre Erfahrung und ihr Wissen werde fehlen. Eine Doppelspitze wird künftig die ehrenamtliche Aufgabe übernehmen: die 55-jährige Iliana Jost und der 64 Jahre alte Herbert Liebenow. Beide sind selbst Betroffene, Liebenow ist schwerst sehbehindert, Iliana Jost ist zu 30 Prozent behindert. Sie wurde bekannt bereits als ehrenamtliche Vorsitzende des Sozialverbandes VdK Brandenburg an der Havel. Liebenow ist seit 2008 bereits Mitglied im Beirat.

Auch aus dem Beirat selbst hat sich Karin Kuntke zurück gezogen. Die gelernte Schneider-Meisterin hat sich insbesondere für die Nöte von Rollstuhlfahrern und schwerst gehbehinderten Menschen eingesetzt. Seit 1972 ist sie Invaliden-Rentnerin, seit 1980 sitzt sie im Rollstuhl. „Zu DDR-Zeiten gab es uns gar nicht. Mein Mann musste mich elf Jahre lang aus der ersten Etage heruntertragen, weil es keinen Fahrstuhl gab. Behördengänge waren nicht möglich, weil Rollstuhlfahrer gar nicht in die Gebäude hereinkamen.“ Nun sei sie auch aus Altersgründen nicht mehr bereit, die Aufgabe fortzuführen: „Den Behindertenbeirat zu leiten, das ist eigentlich ein Fulltime-Job.“

Ihr Mit-Nachfolger Herbert Liebenow sagt: „Wir versuchen, es so hundertprozentig wie Karin Kuntke zu machen.“ Der gebürtige Premnitzer, der bei den Optikwerken Rathenow als Brillenfassungsmacher arbeitete, betont: „Alles war wir an Behindertenfreundlichkeit im öffentlichen Raum der Stadt schaffen, dient allen Menschen.“ Gemeint sind etwa Eltern, die Kinderwagen schieben, Radfahrern und Menschen, die auf Rollatoren angewiesen sind.

Der Behindertenbeirat der Stadt hat 18 Mitglieder und vertritt die politischen Interessen von Menschen mit Handicap. Er besitzt Rederecht in der Stadtverordnetenversammlung. Seine Mitglieder sind Ansprechpartner und Ratgeber für Betroffene.

Von Marion von Imhoff

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