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Brandenburg/Havel Behördenchef erspart dem Minister Peinlichkeit
Lokales Brandenburg/Havel Behördenchef erspart dem Minister Peinlichkeit
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02:15 18.11.2017
Klaudius Leinkauf (Mitte) mit Ex-Minister Markov und einer Anwärterin in der Musterzelle der DLA, in der Einsätze geübt werden. Quelle: fotos: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Das Zeichen, das Klaudius Leinkauf (65) zu seinem Eintritt in den Ruhestand setzt, ist ungewöhnlich. Der Justizbeamte verzichtet ausdrücklich auf die bei Behördenleitern übliche Verabschiedung durch Justizminister Stefan Ludwig (Linke). „Ich möchte den Minister nicht in die Verlegenheit bringen, mich loben zu müssen“, sagt der langjährige Leiter der Dienstleistungsabteilung (DLA) für die Justizvollzugsanstalten, eine Behörde, die mit seinem Ausscheiden ihre Eigenständigkeit verliert.

40 Jahre hat Klaudius Leinkauf im öffentlichen Dienst gearbeitet, davon 25 Jahre im Land Brandenburg. Zuletzt war er mehr als zehn Jahre Behördenleiter der DLA, dem Dienstleister, der Anwärter für den Justizvollzugsdienst im Land Brandenburg zunächst auswählt, dann ausbildet und die einzelnen am Ende den Justizvollzugsanstalten zur Einstellung empfiehlt, der landesweit Fortbildungen für Justizbeamte organisiert und bisher für die Informationstechnik (IT) des Justizvollzugs zuständig war.

Wenn Leinkauf Ende des Monats in den Ruhestand wechselt, blickt er auf eine Art Scherbenhaufen. Denn seine Dienstleistungsabteilung und damit sein Lebenswerk wird neu aufgestellt, „zerschlagen“, wie es der scheidende Behördenleiter ausdrückt. „Das tut schon ein bisschen weh“, gibt er zu.

Leinkauf möchte daher zum Abschied keine großen Dankesworte des verantwortlichen Ministers hören und aus dessen Mund auch keine geheuchelten Lobpreisungen seiner Person oder Lebensleistung. Nach Leinkaufs Angaben verliert die DLA ihre bisherige Eigenständigkeit. Der IT-Bereich wird dem neuen IT-Justizdienstleister namens „Zenit“ einverleibt und die Behörde zur Abteilung degradiert. JVA-Chefin Petra Wellnitz soll im Zuge dessen die Aus- und Fortbildung mit übernehmen.

Der unbequeme Behördenleiter verabschiedet sich Ende nächster Woche im kleinen vertrauten Kreis von Wegbegleitern. In größerem Kreis, nämlich in der Personalversammlung, hat er sich „bei allen entschuldigt“, nämlich dafür dass er sie mit Zusatzarbeit belastet habe.

Die Zuarbeiten seien in den sehr detaillierten Personalentwicklungsplan für den Justizvollzug geflossen, an dem den die beauftragte Projektgruppe viele Jahre lang, aber leider umsonst gearbeitet habe. Umgesetzt werde die erarbeitet Planung nicht. „Mein Fehler war nicht zu sehen, dass die Arbeit gar nicht so gewollt war“, sagt Leinkauf.

Er spielt auf die von der Arbeitsgruppe geforderten und mit den gesetzlichen Aufgaben untersetzten 1178 Stellen im Justizvollzug an, die im Widerspruch stehen zu den vom Ministerium veranschlagten 922 Stellen. Er vermutet, dass Ex-Justizminister Volker Schöneburg (Linke) an die Umsetzung gegangen wäre, im Gegensatz zu dessen Nachfolgern und Parteifreunden Helmuth Markov und Stefan Ludwig.

Der gebürtige Oberschlesier, der kurz nach der Wende zunächst als „Aufbauhelfer“ zur Brandenburger Justiz kam, schimpft nicht nur, sondern erkennt in der Vergangenheit auch gute Justizpolitik im Land, unabhängig von der Parteizugehörigkeit. Er erwähnt in diesem Zusammenhang Hans Otto Bräutigam (parteilos), Beate Blechinger (CDU) und Volker Schöneburg (Linke) und sieht auf der anderen Seite Kurt Schelter (CSU), Barbara Richstein (CDU) und die beiden jüngsten Justizminister von den Linken.

Das Justizministerium äußert sich trotz wiederholter Anfragen der MAZ nicht zur Neuordnung der DLA und den Ergebnissen der Projektgruppe „Personalplanung“.

Klaudius Leinkauf blickt keineswegs nur im Zorn zurück auf sein Berufsleben. Der Mann, der durch seine langjährige ehrenamtliche Arbeit im Vorstand des Handballvereins SV 63 in der Stadt bekannt ist, schätzt durchaus die frühere inhaltliche Auseinandersetzung mit einstigen Abteilungsleitern des Ministeriums. Er schätzt die 22 festen DLA-Mitarbeiter sowie die Dozenten der Aus- und Fortbildung sehr.

Gern erinnert sich Leinkauf an die Anfangsjahre mit einem weit entfernten Ministerium, an die „Bildungseuphorie und das hohe Engagement der Kollegen unter schwierigen Bedingungen. 1991 hätten etwa 700 Gefangene Weihnachtsurlaub bekommen. Leinkauf: 14 Tage später sind restlos alle pünktlich zurückgekehrt.“ So etwas hielte er heute für nicht mehr möglich.

Von Jürgen Lauterbach

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